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Jun
09

Ein Atoll mit Wald

Wir sind jetzt seit fast einem Monat in Raroia, es ist ein unglaublicher Ort und wir genießen die vielen unberührten Motus und Vogelkolonien.

Wir haben unsere Runde jetzt im Südosten abgeschlossen und hier ist es noch schöner, als in den übrigen Ecken:

Zahlreiche schmale Motus mit Kanälen dazwischen sind mit niedrigem Buschwerk bewachsen, aber auf dem größten Motu wächst ein richtiger Wald–der erste übrig gebliebene Wald, den wir hier in den Tuamotus gefunden haben. Die Laubbäume (hauptsächlich Pisonia Grandis) haben über einen Meter dicke Stämme und wachsen 20 m hoch. Am Boden findet sich eine Schicht Humus von den Blättern und umgefallenen Bäumen. Es ist einfach unglaublich, so müssen die Atolle ausgesehen haben, bevor die ersten Polynesischen Siedler hier ankamen.
Wir haben gerade Bücher von Reisenden im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gelesen, wo die Schiffe noch zum Holz fällen hier stoppten. Zu dieser Zeit wurden auch im großen Stil Kopraplantagen angelegt. Zuerst wurde dazu sämtliche endemische Vegetation abgebrannt und durch Reihen von Kokospalmen ersetzt. Das Resultat sind unfruchtbare Motus mit Korallengeröll am Boden und kaum Wasserspeicher, weil die tiefen Wurzeln der Kokospalmen alles aufsaugen.
Unglaublich aber wahr, diese Praktik geht weiter und wird von der Regierung durch das Stützen der Koprapreise fröhlich gefördert.

Im Wald hier nisten Noddies und Feenseeschwalben in großer Zahl, dazwischen unzählige Rotfußtölpel. Auf dieser und den Nachbarinseln haben wir 6 Paare Maskentölpel gefunden, eine sehr seltene Tölpelart hier in Französisch Polynesien. Zwei Eltern sitzen gerade auf Eiern, zwei haben flauschige Küken und zwei weitere Jungvögel sind gerade flügge geworden…
Auf allen unseren Spaziergängen folgen uns winzige, neugierige Tuamotu Sandpiper. Sie hüpfen am Boden herum oder überfliegen uns mit ihren lustigen Piep-piep-piep Salven, die wie eine Auto-Alarmanlage klingen. Glücklicherweise wissen diese glücklichen, kleinen Vögelchen nicht, dass sie vom Aussterben bedroht sind.

Wir haben mit dem gesprächigen Ladenbesitzer im Dorf gesprochen und es scheint, dass die Einheimischen sich ihrer Naturschätze bewusst sind und diese schützen wollen – eine sehr seltene Einstellung hier in den Tuamotus, die Grund zur Hoffnung gibt.

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