deen

2020
01
Dez

Richtung Australinseln

We motoren gerade beim Pass südlich der Marina Taina hinaus – es weht keine Brise, aber der Wetterbericht meint es bläst mit 15 Knoten. Wir müssen erst aus dem Windschatten der hohen Berge von Tahiti weg… 390 Seemeilen bis Raivavae!

2020
29
Nov

Verdrecktes Tahiti

Der Propagandakrieg gegen Cruiser hier in Tahiti geht weiter. In einem Magazin (Tahiti Pacifique) haben wir gelesen, dass nach einem furchtbaren Unfall (ein Kind wurde direkt neben dem Segelboot der Eltern von einem Motorboot überfahren und getötet) nicht das Rasen in der Lagune kritisiert wird, sondern wiederum die Segler, weil sie in der Lagune ankern und somit ein Sicherheitsrisiko darstellen?!
Das große Ankerfeld vor der Marina Taina soll gewaltsam geräumt werden und gemäß eines Pamphlets des Hafenmeisters soll Ankern überall in Tahiti verboten werden. Cruiser verursachen angeblich Umweltverschmutzung, Schaden an Korallen und lungern in den Lagunen herum…

Letzte Woche hatten wir starke Regenfälle und Pitufa schwamm in einem Dreckteppich, der von den Bächen in die Lagune gespült wurde. Plastikflaschen, Plastiksäcke, Dosen, Flip-Flops, aber auch ein Flat-screen (wer hätte gedacht, dass die schwimmen?), Reifen, ein Motorradhelm (ohne Fahrer, wir haben nachgeschaut) und das Meer roch wie ein Kanal von den vielen übergelaufenen Sickergruben. Es ist so viel einfacher auf die Segelboote zu zeigen, als die vielen Umweltprobleme hier einzugestehen und anzugehen…

2020
29
Nov

Heiß und schwül

Als wir vor einer Woche in Tahiti angekommen sind, haben wir uns gleich in Projekte gestürzt. Nichts von unserer eigentlichen To-Do Liste (die lang genug ist), sondern unerwartete Sachen: zwei Tage Segelreparatur, ein voller Tag Aufmerksamkeit für unseren Kerosinherd, 2 Tage Klebereien an unserem brandneuen(!) Dingi (das verdammte Ding wurde beim Transport schwer beschädigt), dann haben wir noch duty-free Diesel besorgt, ein paar Arztbesuche (ich hatte seit einem Monat eine lockere Plombe, außerdem wollte ich meine Retina kontrollieren lassen, weil ich Blitze und einen Riss quer durch mein Gesichtsfeld gesehen habe–hat sich als harmlose visuelle Migräne herausgestellt–puh), Einkaufereien, jede Menge Internettereien, etc.

Jetzt wollen wir südwärts zu den Australinseln segeln, am Dienstag schaut’s nach gutem Wind aus. Hier in Tahiti wird es ordentlich heiß und schwül – die Regenzeit beginnt so richtig – und unsere Schiffskatze kommt mit der Hitze gar nicht zurecht (sie verliert dann ihren Appetit, erbricht ständig, weint viel), somit werden wir sie bei den Australinseln ‘einkühlen’, damit sie noch ein bissl länger frisch bleibt ;-)

2020
25
Nov

Glutenfreies Cruisen

Als Christian vor 5 Jahren gesundheitliche Probleme hatte, haben wir unsere Ernährung auf glutenfrei umgestellt und sind dabei geblieben. Am Anfang war das eine ziemliche Herausforderung: praktisch alle Rezepte, die ich im Internet gefunden habe, erforderten Zutaten, die es hier draußen nicht gibt. Ich hab herumexperimentiert und ein paar Basisregeln für glutenfreie Mehle herausgefunden:
Maisstärke (erhältlich in Minimärten rund um die Welt) macht Teig fest und stabil
Reismehl (gibts in größeren Minimärkten) macht Teig knusprig (ideal für Panier, Pizza und Fladenbrot)
Tapioca Mehl (gibts in allen Minimärkten im pazifischen Raum) macht Teig klebrig und flexibel
Buchweizenmehl (gibts hier leider nur in Tahiti) lässt Teig aufgehen und ist ideal für Brot
Mandelmehl (gibts hier nur in Tahiti) ist der ideale Boden für Quiches und Tartes

Wenn wir in Tahiti sind, stocken wir unsere Vorräte an Luxusartikeln wie Kuchenmix, Lasagneblätter, Spaghetti und jede Menge Buchweizenmehl auf. Aber auch in abgelegenen Gebieten findet sich lokales Gemüse für glutenfreie Mahlzeiten:
Brotfrucht, Maniok, Iams, Süßkartoffeln und Taro sind toll in lokalen Rezepten (Einheimische fragen!), eignen sich aber auch hervorragend für ‘Fusion-Food’ wie Brotfruchtlasagne, Gnocchi aus Brotfruchtteig, Taro Gratin, Süßkartoffelgulasch – kreatives Kochen kennt keine Grenzen!

2020
25
Nov

Fräulein Pfaff

Wir haben mehrere Meter Dacron Material organisiert (einiges von einem lokalen Segelmacher, nachdem alle anderen sich geweigert hatten Material zu verkaufen und einiges von Cruiser-Freunden — danke!), holten das Segel herunter, stopften es in den Salon und machten uns an die Arbeit. Das Foto ist nicht ganz realistisch, in Wahrheit musste Christian (hier hinter der Kamera) das Segel mit einer Hand hochhalten, mit der anderen den Fuß der Maschine hinunter drücken und mit der dritten gelegentlich dem überforderten Motor weiterhelfen… Unsere Nähmaschine Fräulein Pfaff (eine Pfaff 92 aus den 70ern) arbeitete sich mit vollem Einsatz durch mehr Schichten Segeltuchs als wir je für möglich gehalten hätten: wir brauchten eine Ahle, Segelnadeln und Handschuhe um die losen Fäden durchzustechen und zu verknoten…
Nach zwei vollen Arbeitstagen ist das Segel wieder einsatzbereit, aber es ist kein Wetterfenster in Sicht…

2020
24
Nov

Neue Fotogalerie!

Reste ungestörter Natur in den Tuamotus

Einige Impressionen unserer Suche nach Wildtieren und Wildnis in den Tuamotus. Nur wenige Flecken sind von der immer noch wachsenden, zerstörerischen Kopraindustrie und Ausbeutung ohne Nachhaltigkeit verschont geblieben. Wir dokumentieren, berichten und versuchen Bewusstsein zu fördern.

(58 Fotos)

2020
23
Nov

10 Fun Ways To Flood A Bilge…

Birgit Hackl, Christian Feldbauer: 10 Fun Ways To Flood A Bilge, All At Sea Caribbean, November 2020, p. 38–42. Download the whole magazine for free or read the online version of this article.

2020
19
Nov

Schon wieder in Tahiti

Wir sind letzte Nacht in Tahiti angekommen und mussten die letzten paar Meilen motoren, weil uns die Brise ein bissl zu bald ausging… Derzeit schaut’s so aus, als ob wir nächstes Wochenende ein Wetterfenster zu den Australinseln bekommen, somit werden wir versuchen alle unsere Reparaturen (Zahnreparatur, Segelreparatur) schnell zu erledigen. Dann fallen uns sicher noch ein paar Besorgungen ein (so ist das immer in Tahiti), aber wir wollen so schnell wie möglich wieder weg.

2020
18
Nov

Gennaker

Heute Morgen ist der Wind auf 5 bis 9 Knoten gefallen und Pitufa ist unter ausgebaumter Genua und Groß als Schmetterling nur mehr dahin getorkelt. Wir haben unseren GEnnaker ausgepackt und haben eine Stunde herumgewurstelt, bis wir endlich alles vorbereitet hatten. Jetzt fliegt Pitufa unter der gelb-blauen Riesenblase dahin und es ist so ruhig, dass Leeloo ins Cockpit gekommen ist, um zu checken, ob wir schon geankert haben. Pitufa’s Niedergangsstiege ist ca. 1.80 hoch und fast vertikal – eine heftige Kletterpartie für eine 20jährige Katze ;-)
Noch 66 Seemeilen!

2020
18
Nov

Fast wie vor Anker

Es geht immer noch langsam, aber gemütlich voran. Zwischendurch rollen wir ein wenig, aber meist fühlen wir uns fast wie vor Anker. Ich hab in zwei Tagen zwei Artikel geschrieben und jetzt arbeite ich an einer Fotogalerie für unseren Blog. Christian ist beim Korrekturlesen meines Romans und programmiert zwischendurch. Ein richtiges Kontrastprogramm zu unseren letzten Törns (da sind wir die Wände entlang geklettert, Kochen war Extremsport mit ballistischen Zutaten und die meiste Zeit sind wir nur seekrank herum gelegen und haben versucht, nicht vom Sofa zu fallen ;-) Noch 140 Seemeilen!

2020
17
Nov

Gemütlicher Trip

Wir sind gemütlich vor dem Wind unterwegs. Die Brise reicht nur für etwa 4 Knoten Geschwindigkeit, aber wir beschweren uns nicht. Gerade segeln wir durch einen kleinen Squall, es schüttet, aber die Sonne scheint und wir segeln durch ein Regenbogentor :-) Noch 175 Seemeilen!

2020
16
Nov

Unterwegs nach Tahiti

Die Pläne von Seglern sind immer im Sand geschrieben und das Wetter und andere äußere Umstände ändern sie ständig. Wir sind heute früh durch den Pass von Tahanea gefahren mit dem Ziel Tubuai (Austral Inseln). Als wir das Vorsegel ausgerollt haben, haben wir gesehen, dass die Liekleine die Hinterkante des Segels durchgescheuert hat – hart am Wind könnten wir das Segel somit nicht richtig trimmen und würden außerdem mehr Schaden anrichten. Wir haben deshalb den Kurs Richtung Tahiti geändert, das können wir vor dem Wind erreichen. Ich geh dort zum Zahnarzt (eine lose Plombe reparieren), dann holen wir die Nähmaschine heraus, reparieren das Segel und düsen mit dem nächsten Wetterfenster weiter zu den Austral. Wir werden nur für die notwendigsten Wege an Land gehen – die Covid-Rate explodiert gerade in Papeete… 255 Seemeilen bis Tahiti!

2020
16
Nov

Unser neuer Rutland Windgenerator

Unser alter Rutland Windgenerator verstarb nach 11 Jahren treuen Dienstes im letzten April auf den Gambier Inseln, als wir es verabsäumten ihn während eines 60 Knoten Squalls festzubinden (ein blöder Fehler, aber der Wetterbericht hatte nichts so Starkes vorhergesagt, es war mitten in der Nacht und als wir endlich aufstanden, und ihn bei Regen und Sturm mit einem Lasso einfingen, war es schon zu spät…).

Wir mochten den Rutland sehr, weil er klein ist und sehr leise – nichts schlimmer als die heulenden Monster, die manche Segelboote am Heck haben. Obwohl er nicht allzu viel Energie produziert, hilft er nachts doch konstant mit und an grauen, windigen Tagen bewahrt er uns davor, den Motor einschalten zu müssen, um die Batterien zu laden. Wir haben deshalb das Nachfolgermodell 914i gleich wieder bestellt, letzte Woche ist er endlich angekommen und jetzt brummt er schon brav auf unserm Geräteträger!

2020
15
Nov

Ein Squall nach dem anderen

In Tahiti ist die Covid Situation jetzt ähnlich schlimm wie in Europa. Anfangs bemühten sich die Leute sehr um Vorkehrungen, doch dann brachten die internationalen Flüge einfach zu viele Fälle ins Land (interessanterweise waren’s hauptsächlich Politiker und administratives Personal, die Covid-positiv ankamen…)

Es gibt jetzt eine nächtliche Ausgangssperre in Tahiti und Moorea, aber der Verkehr zwischen Inseln läuft uneingeschränkt und somit werden auch immer mehr Fälle von abgelegenen Inseln gemeldet. Sehr besorgniserregend…

Wir haben das (leicht touristische) Fakarava vorgestern verlassen. Die 50 Seemeilen zum (unbewohnten) Tahanea waren länger (wir mussten 6 mal aufkreuzen) und rauher als erwartet. Wir haben einen Squall nach dem anderen hart am Wind geritten und sind erst um Mitternacht angekommen. Ohne Mond war’s stockdunkel und es war leicht aufregend Pitufa mit 3 Knoten einlaufender Strömung durch den Pass zu steuern…

Als Belohnung für den sportlichen Segeltag haben wir gestern beim Schnorcheln gleich 3 Mantarochen getroffen :-)

We left (slightly touristy) Fakarava yesterday and the 50 nm to (uninhabited) Tahanea turned out to be longer (we had to tack 6 times) and rougher than expected. We were riding one squall after the other and reached Tahanea at midnight. Steering through the pass in a moonless night with 3 knots of ingoing current was a bit exciting…

2020
08
Nov

Mein historischer Roman

Ich hab gerade einen historischen Roman über die Tahitianischen Frauen, die von den Meuterern der Bounty verschleppt wurden, bevor sie sich ein Versteck im Pazifik gesucht haben. Das Thema ist allseits bekannt und wurde dutzende Male beschrieben/verfilmt, aber mein Buch erzählt die historischen Ereignisse frech und modern aus der Sicht der Frauen.
Das Schreiben war der leichte Teil (nur 2 Jahre Arbeit und 120.000 Wörter), jetzt kommt der schwierige Teil: einen Verlag in Australien, US oder UK finden ;-)

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