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2021
22
Feb

Südpazifische Konvergenzzone

Die Australinseln sind berüchtigt für schlechtes Wetter und gerade währen einer La Niña Phase (wie wir sie dieses Jahr haben) sollte es eigentlich noch kühler und regnerischer als sonst sein. Wir hatten deshalb recht geringe Erwartungen bezüglich Wetter, als wir Anfang Dezember nach Raivavae segelten. Wir wollten unsere ältliche Katze ‘kühl halten’ (sie verträgt keine Hitze mehr) und ohnehin an Projekten arbeiten.

Wir waren extrem überrascht, als wir fast den ganzen Dezember und Jänner stattdessen super stabiles Sommerwetter hatten. Natürlich genossen wir die sonnigen Tage, aber leider stellte sich heraus, dass die Temperaturen zu heiß für die Lagune waren: bei Wassertemperaturen über 30 Grad beobachteten wir eine schlimme Korallenbleiche an den wenigen verbliebenen, lebendigen Korallenstöcken innerhalb der Lagune. Hirschgeweihkorallen änderten die Farbe von gesundem hellbraun/beige zu leuchtend weiß oder Pastellfarben. Befreundete Marinebiologen schrieben uns, dass Korallen ohne ihre symbiotischen Algen (die Zucker erzeugen), nur von dem was ihre Polypen fangen ca. 3 Wochen überleben können. Wenn die Algen sich nicht binnen dieser kurzen Zeitspanne erholen, sterben die Korallen ab…

Das Wetter hat jetzt umgeschlagen: die Südpazifische Konvergenzzone hängt quer über den Pazifik und zeigt direkt auf uns, jetzt zieht gerade ein Tief vorbei und drei weitere sind vorhergesagt. Wenn ihr z.b. Windy.com öffnet und auf den Südpazifik schaut, seht ihr eine Linie von Samoa bis zu den Austral ganz ohne Wind – das ist die Konvergenzzone. Wirbel bilden sich entlang dieser Zone und ziehen daran entlang südostwärts. Wenn genug Energie in der Atmosphäre ist oder wenn einige davon zusammenfallen, haben sie das Potential Zyklone zu formen. Diese Erklärung ist natürlich extrem vereinfacht – wer Interesse an den Zusammenhängen hat, findet diese in Christians Artikel über das Wetter im Südpazifik (auf https://www.pitufa.at/weather-fp/ findet sich ein Link).

Wir sind an einem geschützten Ankerplatz und gut vorbereitet. Das Dingi ist im Wasser (sonst hängen wir es über Nacht meist seitlich, dann kann es aber bei starken Böen gegen den Rumpf knallen), der Außenborder ist an der Reling festgezurrt, genau wie Paddel und alle anderen potentiellen Flugobjekte. Ideales Wetter, um am Computer zu arbeiten.

Hoffentlich kommt das kühlere Wetter nicht zu spät für die Korallen. Wenn’s wieder schöner ist werden wir nachsehen und berichten.

PS: Für unseren Blog und die fb Seite wird automatisch ein Foto aus einer unserer Fotogalerien verwendet – es ist also Zufall und nicht Schwachsinn, falls ein sonniges Motiv am Ende dieses Blogs über Schlechtwetter steht ;-)

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