deen

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2021
30
Apr

Schützen, bevor’s zu spät ist

Gestern hatte ich einige Termine in der Stadt und habe meine Wege wie immer per Daumen erledigt – Autostoppen funktioniert super in Franz. Polynesien, besonders wenn man ein Schild mit dem Wunschziel hoch hält.

Ich bin mit einer netten Polynesierin, die mich mitgenommen hat, ins Tratschen gekommen. Wir haben über die Tuamotus gesprochen, wie schön’s dort ist, dass wir Segler für Umweltverschmutzung und -zerstörung verantwortlich gemacht werden, etc. Dann erwähnte ich, wie wenig Motus noch einheimische Vegetation haben und wie schade es ist, dass die Einheimischen diese für Kopra niederbrennen.

Es war einen Moment lang still und dann sagte sie: “Genau das haben wir gerade eine Woche lang in Rangiroa gemacht. Mit der Erhöhung der Subventionen für Kopra raufen die Familien drum, wer auf welcher Insel arbeiten kann.”

Sie stimmte gleich zu, dass es gut und schön wäre, ein paar kleine Inselchen unberührt zu lassen, aber das Geld ist halt zu viel Versuchung. Die Regierung behauptet die Erhöhung der Koprapreise sei eine Maßnahme, um den Leuten durch die Covid-Krise zu helfen, aber warum verwenden sie das Geld nicht für andere Projekte?
Bei der Geschwindigkeit mit der die Zerstörung geschieht, sind bald gar keine Naturflecken mehr übrig.
Meist kann man für die Erhaltung von Natur für Touristen argumentieren, aber nicht einmal das funktioniert in diesem Fall, weil diese ja Korallenschutt mit Reihen von Palmen erwarten – das ist das Traumbild der Südseeinsel und nicht Bäume samt Humusschicht…

1 Kommentar

  1. Martin Drache sagt:

    … Es ist erschreckend zu erkennen, daß möglicherweise für die nächsten Generationen nichts mehr übrig bleibt von dieser schönen Welt…

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