Sandakan ist ein praktischer Einklarierhafen: Wir ankerten vor dem Yachtclub (mit freundlichem Personal) und dann ab in die Stadt, zur clearance. Wir dachten, wir könnten einfach schnell ein Dreirad, einen Bus oder Ähnliches nehmen, um die verschiedenen Behörden anzusteuern – doch als wir auf die (perfekt asphaltierte) Straße blickten, waren wir überrascht: keine Dreiräder, keine Motorroller, keine Fahrräder, keine Minivans, keine Busse – nur Autos!
Da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, muss man sich zunächst erst eine SIM-Karte für Internet besorgen, dann die „Grab“-App herunterladen (falls man sie noch nicht hat) – und erst dann kann man ein Taxi rufen… Unser Fahrer brachte uns jedenfalls zur Einwanderungsbehörde am Haupthafen (das ging schnell), dann weiter zum Zoll (für Yachten gibt es in Malaysia keinen Zoll! Ich habe mir von dem Beamten die entsprechende Ausnahmeregelung sowie seinen Namen und seine Telefonnummer notieren lassen – nur für den Fall…), anschließend zu einer Schifffahrtsbehörde in der „neuen Stadt“ (einem modernen Viertel auf einem Plateau, etwa 15 Autominuten vom alten Sandakan entfernt) und schließlich zum JPDS-Büro direkt neben dem Yachtclub…
Nachdem wir nun offiziell wieder „legal“ waren, spazierten wir vom Yachtclub in die Stadt: Die Menschen sind freundlich, überall gibt es kleine Läden und zahlreiche kleine Restaurants – und wir konnten endlich wieder ein Curry genießen!
Wir beschlossen, Sandakan zu Fuß zu erkunden und dem „Heritage Trail“ (historischer Pfad) zu folgen, der Anfang der 2000er Jahre ausgeschildert wurde – heute allerdings nicht mehr ganz leicht zu finden ist. Es gibt einige historische Gebäude, doch die Stadt entstand erst 1879, nachdem die frühere Siedlung (die zunächst zu Brunei und später zum Sultanat Sulu gehörte) niedergebrannt worden war. 1945 wurde Sandakan durch schwere Bombenangriffe weitgehend zerstört (damals verlor die Stadt auch ihren Status als britische Hauptstadt von Borneo). Die ab den 1950er Jahren erfolgte Wiederaufbau-Bausubstanz ist heute bereits dringend renovierungs- und reparaturbedürftig: Abgesehen von der glänzenden Fassade zur Meerseite hin wirken die älteren Teile eher verwittert und schimmelig… Es scheint, als flösse das Geld heute eher in die glänzenden Neubauprojekte auf dem Hügel, anstatt in die Restaurierung der Altstadt.










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