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2026
21
Oct

Keine Piraten mehr in der Sulu See: ein Besuch im freundlichen Pangutaran

Zwischen 2000 und 2020 war die Terrorgruppe Abu Sayyaf in der Sulusee aktiv; sie entführte Touristen, Fischer und Frachtschiff-Crews, um Lösegeld zu fordern. In dieser Zeit wurden auch zwei Segelyachten angegriffen (zwei deutsche Boote; eine Frau wurde erschossen!), weshalb Segler das Gebiet seither weiträumig meiden.
Anfangs hatten wir ein mulmiges Gefühl dabei, die Sulusee zu durchqueren. Als jedoch der Wind völlig einschlief, informierten wir uns genauer: Wir fanden heraus, dass es in den letzten sechs Jahren – nachdem das philippinische Militär hart gegen die Terrorgruppe vorgegangen war – zu keinen Zwischenfällen mehr gekommen war. Wir beschlossen daher, einen Zwischenstopp auf Pangutaran einzulegen, einer Insel, auf der sich eine Station der Küstenwache befindet. Die Küste verläuft dort gerade und der Ankerplatz ist zwar offen, bietet aber bei Winden aus westlicher Richtung Schutz (wir ankerten auf 20 Metern Tiefe auf sandigem Grund vor dem Schelf, gleich nördlich vom alten Hauptpiers). Nachdem wir geankert hatten, kam die Küstenwache zu uns heraus – zunächst waren es nur zwei, doch dann schien sich die Nachricht herumzusprechen, und ein weiteres, größeres Boot traf ein: Diesmal waren Küstenwachenbeamte, Polizisten und alle anderen, die die Yacht sehen wollten, mit an Bord! ;-)

Obwohl wir bereits von den Philippinen ausklariert hatten, luden sie uns gleich ein, an Land zu kommen. Wir waren mehr als überrascht, als wir am Pier von einem Polizeiauto abgeholt wurden, um eine Rundfahrt über die Insel zu machen! Wir hielten an der brandneuen Küstenwachenstation, die mit moderner Ausrüstung ausgestattet ist – ein Teil der gemeinsamen maritimen Überwachungs- und Patrouillenmissionen der Streitkräfte der Philippinen, Malaysias und Indonesiens. Die Männer, mit denen wir sprachen, sind seit sechs Jahren bei der Küstenwache und berichteten, dass es in dieser Zeit keinerlei Zwischenfälle gegeben habe. Sie versicherten uns, dass es keine Piratenaktivitäten mehr gibt und die Sulusee heute sicher und friedlich ist. Danach besuchten wir das Haus des Bürgermeisters; seine Mutter lud uns zu Tee und Snacks ein, wir führten ein interessantes Gespräch, und zum Abschied bekamen wir so viel Obst und Gemüse mit, dass wir es kaum tragen konnten (mussten wir ehrlich gesagt auch nicht, die Jungs von der Küstenwache griffen zu). Anschließend ging es weiter zum Markt, wo wir mit weiteren Geschenken bedacht wurden…

Unser freundlicher Guide vom Tourismusbüro (es gibt zwar noch keine Touristen, aber man bereitet sich bereits optimistisch auf Besucher vor!) versicherte uns, dass sich die Inselbewohner sehr über weitere Yachten freuen würden – für sie sind Cruiserdie „einfachsten“ Touristen, da sie keine Transportmittel benötigen, um auf die Insel zu gelangen. Die Stimmung im Ort war sehr herzlich, und für uns war es ein wunderbares Erlebnis, als erste Cruiser seit langer Zeit diese Insel zu besuchen. Hoffentlich wagen sich in Zukunft mehr Segler nach Pangutaran!











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