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Jan
11

Eine Mooring für Rapa Iti

Die große Bucht von Rapa Iti ist berühmt für die schwierige Ankersituation. Segelführer erwähnen totes Korallengeröll als Bodengrund, die Bucht ist sehr tief (20-30 m) und der Boden uneben. Viele Segler haben Anker und/oder Ketten hier gefault.
Als wir letztes Jahr hierher kamen, fanden wir heraus, dass weite Teile der Bucht mit lebendigen Hirschgeweihkorallen bedeckt sind – besonders die seichteren Bereiche, die zum Ankern attraktiv sind, weil man verheddertes Ankergeschirr in geringerer Tiefe leichter bergen kann.

Nachdem wir üblicherweise peinlich darauf achten, keine Korallen zu beschädigen, waren wir entsetzt, welchen Schaden unsere Kette anrichtete. Wir überlegten, dass eine Mooringboje die beste Lösung wäre und präsentierten die Idee dem Bürgermeister, der gleich zustimmte und uns an Alexandre, den Chef der Gemeindearbeiter verwies. Nach gemeinsamem Brainstorming und Internetrecherche begann die Gemeinde mit der Konstruktion eines 2,4 t Zementblocks. Die Feiertage bremsten das Projekt, dann mussten Teile aus Tahiti bestellt werden, somit war die Mooring noch nicht fertig, als wir im Jänner weg segelten. Bei unserer Rückkehr dieses Jahr war immer noch keine in der Bucht zu sehen, doch alle Teile waren endlich angekommen und ein zweiter Zementblock war auch fertig.

Das Hauptproblem war das Ausbringen der schweren Blöcke, weil die Insel keine Arbeitsplattform oder Baggerschiff hat. Wir bauten ein Floß aus 8 Benzinfässern (mit einem Rahmen zusammengeschweißt) und gestern war der große Tag: Alexandre brachte die Teile per LKW zum Kai und das nervenzerfetzende Experiment begann…
Nach vielen Anläufen und Beinahe-Katastrofen saß der Block im seichten Wasser neben dem Kai, wir positionierten das Floß darüber, Alexandre hob den Block mit der Baggerschaufel hoch, wir verzurrten alles und wir waren begeistert, als das Floß das Gewicht trug – doch dann kippte es, sank aber nicht, sondern trieb vertikal dahin. Was tun? Am Ende schoben wir das Konstrukt mit zwei Dingies über eine Meile in die Bucht hinaus zur markierten Stelle – trotz unserer Befürchtungen ging das Floß ging nicht unter und das Gewicht blieb hängen…

Am markierten Punkt positionierten wir den Block und versenkten das Floß gemeinsam mit den Mooringteilen. Unten angekommen schnitten wir das Seil durch und das Floß schoß wie ein springender Wal zurück an die Oberfläche. Im Anschluss schnitten wir Kette, Bojen und Leine frei – Tadah! Eine fertige Fessmacherboje!!

Das Projekt brauchte viele Arbeitsstunden (danke Alexandre!!), teure Teile (von der Gemeinde von Rapa Iti gesponsert), Schweiß und Adrenalin und wir fürchteten einige Male es würde scheitern.

Jetzt wartet ein 2.4 Tonnen Mooringblock mit 16 mm Kette, 20 mm Schäkeln und einer starken Leine in der Bucht von Huarei, Rapa Iti, auf Segelboote. Die Mooring soll zukünftig gefaulte Anker und Schäden an den Korallen verhindern :-)
GPS Position: S 27°36.808′ W 144°20.034′

Die zweite Mooring wird hoffentlich nächste Woche folgen – wir berichten weiter!

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