deen

Jun
22

Wetterkapriolen

Der Französisch-Polynesische Wetterbericht und die grib files sagten eine durchziehende Störung mit drehenden Winden aus Nord, dann West, Süd und schließlich Südost vorher. Die Polynesier nennen den meist sehr stark einsetzenden Süd- bzw. Südostwind ‘Maramu’.

Idealerweise würden wir bei solchen Bedingungen von Ankerplatz zu Ankerplatz rund ums Atoll hüpfen, um immer auf der geschützten Seite zu sein, aber in einem riesigen Atoll wie Tahanea mit Windrichtungswechseln während der Nacht ist das einfach nicht möglich. Wir entschieden uns daher für die nächstbeste Lösung und segelten zu einem Ankerplatz hinter einem Riff, das von der Südseite in die Lagune ragt und von allen Seiten außer Nord Schutz bietet.

Wir kamen gestern mit leichtem Nordwind an und ankerten auflandig, kurz darauf schaukelte Pitufa schon in kurzen, steilen Wellen als Squalls aus Nord einsetzten, aber glücklicherweise folgt der Wind der Vorhersage und sobald er auf Nordwest drehte, beruhigte sich die Lage während der Nacht. Das Riff bot guten Schutz, während es mit 25 Knoten durchgehend blies und während Böen bis zu 40 Knoten.

Heute Morgen ist es grau und regnerisch, Pitufa sitzt in ruhigem Wasser bei Südwestwind und wir bleiben noch einen Tag an diesem Ankerplatz.

Jun
21

Vogelinseln in Gefahr

Tahanea war das erste Atoll, das wir je besuchten. Wir waren von den Vogelkolonien und gesunden Korallenriffen verzaubert und erwarteten ebensolche Paradiese auf anderen Atollen, doch wir wurden enttäuscht, wohin wir auch segelten. Auf bewohnten Atollen wurden die Motus niedergebrannt (‘gereinigt’) und die einheimischen Büsche und Bäume durch Kokosplantagen ersetzt, wo die Leute Kopra produzieren, das später zu Palmöl verarbeitet wird. Hier in Französisch Polynesien ist der Preis von Kopra nach wie vor gestützt, sodass die Einheimischen eine Motivation haben, auch die letzten verbliebenen natürlichen Motus nieder zu brennen. Das sind die einzigen Orte, an denen noch Vögel leben und nisten. Kokospalmen haben außerdem zu flache Wurzeln, um dem Ansturm des Ozeans zu widerstehen, somit beginnt Erosion an den Inseln zu nagen.

Es gibt in den Tuamotus viele unbewohnte, kleine Atolle und wir gingen davon aus, dass diese wild und unberührt wären, doch mittlerweile mussten wir herausfinden, dass selbst diese in der Vergangenheit von wohlmeinenden Organisationen in Kokosplantagen umgewandelt wurden. Meist wurden bei diesen Aktionen auch Ratten eingeschleppt, die dann den letzten verbleibenden Eiern und Küken den Garaus machen.

Letztes Jahr zogen einige Leute vom Nachbaratoll Faaite auf das für eine lange Zeit unbewohnte Tahanea und wir sehen schon jetzt die Effekte. Wir hatten gehofft, dass sie ihre Aktivitäten auf die langen Motus im Norden, Osten und Südosten von Tahanea beschränken würden, wo schon vorher Kokosplantagen bestanden. Doch beim Besuch der drei Motu-Ansammlungen im Südwesten, die früher Vogelinseln waren, haben wir bereits weniger Seeschwalben gesehen (ihre Eier gelten als Delikatesse) und gestern fanden wir zu unserem Schrecken ein Kokosfleisch-Trocknungs-Zelt auf einem der großen Vogelmotus. Im Oktober 2014 ankerten wir vor genau diesem Motu und schrieben einen Blog mit dem Titel ‘Die Geräusche eines Motus’, wo wir das Kreischen, Gackern, Quietschen und Fiepen der erwachenden Vögel mit dem Südamerischen Dschungel verglichen. Heute Morgen lauschten wir wieder, aber nur ein paar vereinzelte Rufen drangen herüber. Die Stille des Motus ist ein stummer Schrei nach Hilfe.

Jun
12

Jubiläum

Es wär nicht leicht, einen noch perfekteren Platz als das wunderschöne Tahanea für unser 6. Cruising-Jubiläum zu finden. Als Geschenk haben wir heute den Pass geschnorchelt, Weisspitzen-, Schwarzspitzen-, Graue Riffhaue, sogar ein Zitronenhai, und als besonderes Highlight ein Adlerrochen und eine Schildkröte sind vorbei geschwommen, um uns zu gratulieren ;-)

Jun
09

Lagunensegeln

An einem sonnigen Tag über eine glatte Lagune zu segeln ist ein wahres Vergnügen, aber der gestrige Mini-Törn von der Nordseite der Lagune zum Pass war ganz schön aufregend. Hart am Wind bei 20 Knoten den Bommies auszuweichen erfordert einiges an Aufmerksamkeit und natürlich hatten wir grad dann, als der Wind noch einmal auffrischte einen Fisch an der Leine. Jetzt ankern wir neben dem Pass, der Kühlschrank ist voll mit Fisch und wir freuen uns aufs Schnorcheln in den 3 Pässen.

Jun
08

Rund ums Atoll

Wir genießen Tahanea, verbringen Zeit an verschiedenen Ankerplätzen rund ums Atoll und haben ein gutes Gleichgewicht zwischen Bootsprojekten und Freizeitaktivitäten wie Schnorcheln, Kajaken und langen Motu-Spaziergängen gefunden.
Zu dieser Jahreszeit wälzt sich eine wahre Flotte von Segelbooten durch die Tuamotus. Wir sehen manche auf dem AIS, hören sie am UKW und auf unserem Kurzwellennetz (PolyMagNet 8173 kHz um 18:00 und 4:00 UTC), aber die meisten schaffen es nie über die Passgegend und eine populäre Ankerbucht im SO hinaus, somit haben wir unsere Lieblingsplätze trotzdem nur für uns ;-)

Mai
27

Reparaturen” Der Vorwindtörn von den Gambier nach Tahanea mit einem recht windigen Start hat das Material ziemlich beansprucht. Wir haben eine Relingstütze verbogen und einer der Genuabäume hat tatsächlich die Schiene für den Baum aus dem Mast gerissen (ein 15 cm langes Stück, wir konnten den anderen Baum nach wie vor verwenden). Christian hat das verbogene Stück bereits herausgeschnitten, wird die Schiene versetzen, sodass sie wieder voll einsatzbereit ist. Der Garten unter der Sprayhood hat auch gelitten. Zum insgesamt ersten Mal ist etwas Gischt so weit gekommen und hat das Thai Basilikum und das Basilikum ‘verbrannt’. Der Bok Choy hat den 3 m hohen Kopfsprung in die Küche dagegen fast unbeschadet überstanden ;-) Am Abend hatten wir eine Strandgrillerei mit alten Freunden (Ednbal und Raynad) und den anderen 3 Booten, die den Maramu (Südostwind) hier in der Südostecke aussitzen. Es ist unglaublich, wieviele Boote zu dieser Jahreszeit durch die Tuamotus düsen, wenn eine ganze Segelbootflotte durch Franz. Polynesien zieht und dann weiter quer über den Pazifik nach Neuseeland. :de_endThe downwind passage from the Gambier to Tahanea with quite a windy start put lots of strain on the material. We bent a stanchion and one of the genoa poles actually ripped the pole track out of the mast (a 15 cm long bit, we could still use the other pole). Christian has already cut out the bent bit and will move the remaining piece up to get it fully functional again. The garden under the sprayhood also suffered some damage. For the first time ever we got some salty spray in and both the thai basil and the basil died from ‘salt burn’. The bok choy has fully recovered from the 3 m plunge dive into the galley though ;-) In the evening we had a beach BBQ with old friends (Ednbal and Raynad) and the other 3 boats that have anchored here in the SE corner to sit out a maramu (SE wind). It’s amazing how busy the Tuamotus are at this time of the year when the fleet sailboats rushes through French Polynesia on the way across the Pacific towards New Zealand. :de_start “Reparaturen” Der Vorwindtörn von den Gambier nach Tahanea mit einem recht windigen Start hat das Material ziemlich beansprucht. Wir haben eine Relingstütze verbogen und einer der Genuabäume hat tatsächlich die Schiene für den Baum aus dem Mast gerissen (ein 15 cm langes Stück, wir konnten den anderen Baum nach wie vor verwenden). Christian hat das verbogene Stück bereits herausgeschnitten, wird die Schiene versetzen, sodass sie wieder voll einsatzbereit ist. Der Garten unter der Sprayhood hat auch gelitten. Zum insgesamt ersten Mal ist etwas Gischt so weit gekommen und hat das Thai Basilikum und das Basilikum ‘verbrannt’. Der Bok Choy The downwind passage from the Gambier to Tahanea with quite a windy start put lots of strain on the material. We bent a stanchion and one of the genoa poles actually ripped the pole track out of the mast (a 15 cm long bit, we could still use the other pole). Christian has already cut out the bent bit and will move the remaining piece up to get it fully functional again. The garden under the sprayhood also suffered some damage. For the first time ever we got some salty spray in and both the thai basil and the basil died from ‘salt burn’. The bok choy has fully recovered from the 3 m plunge dive into the galley though ;-) In the evening we had a beach BBQ with old friends (Ednbal and Raynad) and the other 3 boats that have anchored here in the SE corner to sit out a maramu (SE wind). It’s amazing how busy the Tuamotus are at this time of the year when the fleet sailboats rushes through French Polynesia on the way across the Pacific towards New Zealand. :de_start “Reparaturen

Der Vorwindtörn von den Gambier nach Tahanea mit einem recht windigen Start hat das Material ziemlich beansprucht. Wir haben eine Relingstütze verbogen und einer der Genuabäume hat tatsächlich die Schiene für den Baum aus dem Mast gerissen (ein 15 cm langes Stück, wir konnten den anderen Baum nach wie vor verwenden). Christian hat das verbogene Stück bereits herausgeschnitten, wird die Schiene versetzen, sodass sie wieder voll einsatzbereit ist.
Der Garten unter der Sprayhood hat auch gelitten. Zum insgesamt ersten Mal ist etwas Gischt so weit gekommen und hat das Thai Basilikum und das Basilikum ‘verbrannt’. Der Bok Choy
hat den 3 m hohen Kopfsprung in die Küche dagegen fast unbeschadet überstanden ;-)
Am Abend hatten wir eine Strandgrillerei mit alten Freunden (Ednbal und Raynad) und den anderen 3 Booten, die den Maramu (Südostwind) hier in der Südostecke aussitzen. Es ist unglaublich, wieviele Boote zu dieser Jahreszeit durch die Tuamotus düsen, wenn eine ganze Segelbootflotte durch Franz. Polynesien zieht und dann weiter quer über den Pazifik nach Neuseeland.

Mai
26

angekommen

Heute in der Früh haben wir nach einer seeeeeehr langsamen Segelnacht (wir mussten bremsen um nicht in der Nacht anzukommen) Tahanea erreicht. Um 8 Uhr sah der Pass noch sehr beeindruckend aus, mit hohen, stehenden Wellen (Wind gegen ausgehende Strömung), somit segelten wir hin und her mit 3 Ködern draußen in der Hoffnung, doch noch einen Fisch zu fangen. Nach 2 Stunden beruhigte sich der Pass und wir segelten hinein – leider ohne den erhofften, dicken Thunfisch…

Mai
23

Schönes Segeln

Der Wind hält noch an, wir haben gestern ein Etmal von 150 Seemeilen geschafft – richtig toll für ein Boot wie Pitufa (besonders da sie ja nicht gern vor dem Wind segelt) und es war trotz 3m Wellen ruhig genug, um Brot zu backen. Noch 210 von 660 Seemeilen übrig!

Mai
22

Bessere Bedingungen

Gestern kam die Sonne heraus und wir waren froh unser nasses Schlechtwetterzeug trocknen zu können, der Wind wurde weniger und wir rollten optimistisch die Genua aus, aber dann schlief er komplett ein und wir starteten den Motor, um Pitufa vor der elenden Rollerei in den immer noch hohen Wellen abzuhalten. Beim Segeln verwenden wir einen Windpiloten, der Pitufa steuert, aber beim Motoren schalten wir den elektrischen Autopiloten ein. Dieses Mal versagte er aber mit lautem Biep, Biep, Biep den Dienst… Ich steuerte zähneknirschend selber, während Christian nach dem Problem suchte. Glücklicherweise war es schnell gefunden: die Fernsteuerung war beim Regen abgesoffen.
Sobald der Autopilot wieder funktionierte, setzte auch der Wind ein, erst aus NO, dann SW und letztendlich wieder zurück auf SO und seitdem segeln wir rasch dahin.

Mai
21

Wind und Regen

Wir haben seit gestern stürmisches Wetter mit Wind um die 35 Knoten und Böen bis 45 Knoten. Regengüsse tragen zur allgemeinen Scheiß-Stimmung auf Pitufa bei. Bis jetzt ein elender Törn.

Mai
20

Wieder unterwegs

Nach 5 Monaten in der Lagune brauchten wir ganze 2 Tage, um Pitufa wieder halbwegs in Törnmodus zu bringen. In unserem Fall heißt das nicht nur, normale Vorbereitungen, so wie aufräumen und Dingi verstauen, sondern auch Pflanzen umtopfen und den Garten absichern. Scheinbar ist uns das dieses Mal nicht so gut gelungen, denn der Pok Choy machte einen Kopfsprung durch den Niedergang und in die Küche als wir bei rauhen Bedingungen durch eine Squallzone mit 35 Knoten Böen segelten. Fröhliches Aufräumen mit Hilfe von Seekrankheitstropferln war die Folge.
Jetzt ist es Morgen, der Wind hat sich auf etwa 15 Knoten eingependelt und wir segeln schön dahin.

Mai
16

Better late than never: pics of the Gambier festival

Te Matapukarega Festival auf den Gambier

Im Februar 2017 fand das erste Kulturfestival der Gambierinseln statt. Praktisch die ganze Bevölkerung und alle Cruiser im Ankerfeld kamen bei diesem tollen Event zusammen.

(19 Fotos)

Mai
13

Anchoring around Coral

Each year sailboats cruising in the Tuamotus get into trouble at anchor: they get trapped on lee shores after a shift in the wind direction, foul their anchor and/or chain in coral and the results are stressful manoeuvres to get the anchor back up, bent bow rollers and ruined or even ripped out windlasses. Of course the fragile coral structures get badly damaged with each of these messed up manoeuvres. Isn’t an anchorage with colourful coral and fishies much nicer than a dead rubble field?

It is easy to avoid damage to the coral and your boat if you

  • anchor in conditions with good visibility (don’t drop your anchor blindly)
  • anchor in shallow water: 1. you can see the bottom, 2. there are usually fewer coral heads on the sandy shelves and 3. you require less chain
  • try to find a big, sandy spot to drop your hook
  • float the chain so that the boat can swing around in shifting winds without getting the chain caught in coral heads
  • keep an eye on the weather forecast and move to a safe anchorage before the wind shifts

Floating the chain is a simple procedure. You just need

  • 2 medium sized fenders
  • 2 carabiners that fit into your chain
  1. Drop the anchor in the middle of the biggest sandy spot you can find
  2. Pay out chain while reversing gently
  3. Look around at the surrounding coral heads to estimate the swinging radius and hook in the first fender before the chain could touch any of them.
  4. Pay out some more chain and set the anchor gently pulling in reverse.
  5. If the scope is still not sufficient, a second fender can be added followed by more chain.

Enjoy the Tuamotus!

The principle of a buoyed chain (click for larger image)

Approaching the next anchorage. Two fenders with carabiners are ready on deck. (click for larger image)

Hooking in the 2nd fender (click for larger image)

Floating chain (click for larger image)

Mai
11

Tour de Motu

Während dieser Zyklonsaison hatten wir keine Gelegenheit, Zeit auf den Motus am Barriereriff zu verbringen. Erst hatten wir das Haus, dann wir ich einige Zeit in Österreich. Jetzt holen wir diese Tour entlang des Barriereriffs nach. Wir begannen vor einer Woche bei Südostwind hinter dem Vogelmotu Tauna, dann verbrachten wir eine Nordwindphase bei dem hübschen Nordmotu Puaumu und jetzt ankern wir vor Tarauru Roa, wo wir heute Erics Perlfarm besuchen. Wir lassen uns Zeit, gehen überall schnorcheln, aber wir bereiten Pitufa auch nebenbei auf den Törn zu den Tuamotus vor (wir wechselten das Segel auf der Rollreffanlage, putzten den Rumpf, inspizierten das Rigg, etc.)

Mai
02

Der Winter kommt

Am Tag als ich Oesterreich verliess, schneite es, dann schwitzte ich ordentlich im heissen, feuchten Tahiti, aber gleich nach meiner Ankunft hier auf dem Gambier, fiel mir auf, dass es herbstlt. Die Tage sind noch warm (wenn es windgeschuetzt und sonnig ist, sogar ordentlich heiss), aber in der Nacht wird es schon kuehl und auch die Wassertemperatur faellt spuerbar. Leeloo laesst sich ihr Winterfell wachsen und besteht darauf, unter der Decke zu schlafen (anstatt oben drauf). Wir bereiten uns langsam darauf vor, uns in den waermeren Norden, Richtung Tuamotus, aufzumachen.

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