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Dez
05

Two new articles in All-at-Sea magazine


Birgit Hackl, Christian Feldbauer: Communication at Sea, All At Sea Caribbean, December 2016, p. 42–44. Free download from allatsea.net.


Birgit Hackl: Cruisers cook creatively, All At Sea Caribbean, November 2016, p. 52–54. Free download from allatsea.net.

Dez
04

In Hao angekommen

Heute endete dieser eher unangenehme Törn auf einer sehr versönlichen Note: nachdem wir um 4 Uhr morgens auf einen nördlichen Tack gingen, segelten wir schnell dahin, fingen 2 Gelbflossenthunfische neben Hao, schafften es gerade vor Sonnenuntergang zum Pass und fanden genau die richtigen Bedingungen vor, um in die Lagune zu segeln. Hao hat einen schlimmen Ruf wegen bis zu 20 Knoten Strömung im Pass und schwierigem Timing, aber wir hatten 3 Knoten einlaufende Strömung und kamen ohne Probleme durch. Wir haben von Pass zu Pass genau 3 Tage gebraucht… Jetzt ankern wir gleich innerhalb vom Pass (anstatt die ganze Nacht hin und her zu kreuzen, hurrah!), haben grad Sashimi gespeist und werden jetzt gleich in die Koje fallen :-)

Dez
03

Auf Umwegen

Irgendwie weigert sich dieser Törn so zu laufen, wie wir es geplant haben. Die Wellen sind höher als erwartet, der Wind zu östlich, somit schaukeln wir ganz hart am Wind dahin und krängen wie verrückt, Pitufa pflügt langsam durch die Wellen und wir machen jede Menge Extrameilen nach Süden. Heute Nacht müssen wir aufkreuzen und auf einen Kurs nach Norden gehen. Es schaut so aus als ob wir am Ende wirklich 4 Tage für nur 220 Seemeilen brauchen werden… Noch 74 Seemeilen wie die Russseeschwalbe fliegt und immer noch kein Anglerglück, obwohl wir 3 Köder nachschleppen.

Dez
02

Abschied von Tahanea

Gestern haben wir Tahanea nach 6 Wochen widerstrebend verlassen. Es ist nicht leicht, sich von so einem schönen Ort los zu reissen, aber die Zyklonsaison schreitet fort und wir sollten uns nach Osten verziehen.
Sogar auf Tahanea sieht man schon die negativen Einflüsse des Menschen (einige Riffe sind leer gefischt, Motus abgebrannt, scheinbar kommen jetzt mehr Leute von den Nachbaratollen und ein Haus ist sogar permanent bewohnt), aber es ist noch immer der unberührteste Ort, den wir zwischen Galapagos und Tonga gefunden haben. Vogelkolonien, phantastische Unterwasser-Korallengärten, Riffe mit großen, neugierigen Fischen und viele Riffhaie – es ist traurig wie rar solche Plätze schon sind. Wir haben jeden Tag in diesem Naturparadies genossen und waren bei jedem Spaziergang/Schnorchelausflug wieder neu begeistert: ein Mantarochen, jagende Haie, eine neue Fischspezies, ein Palette von Papageienfischen in allen Farben von weiß, über türkis, pink bis violett, eine Muräne, die vor unseren Augen im knöcheltiefen Wasser eine Krabbe verspeiste – einfach unglaublich. Es ist ein Privileg, solche Naturschauspiele erleben zu dürfen.

Heute zieht sich die Segelei. Der Wind ist östlicher als vorhergesagt (wie eh fast immer), wir segeln so hart am Wind wie wir können, sind somit nicht sehr schnell und trotzdem nicht auf Kurs. 160 Seemeilen bis Hao (ein anderes Atoll der Tuamotus).

Nov
30

Wartungstage

Während der letzten Tage war das Wetter nicht so toll, somit haben wir Wartungsarbeiten erledigt:
Wir verbrachten einen Tag mit dem Tohatsu Außenborder (wechselten das Getriebeöl, ölten alle quietschigen Teile, montierten einen neuen Propeller, reparierten den alten Prop so weit, dass er als Reserve dienen kann, etc.), nähten den ‘Relingsflachl’ nach (das Stück Stoff, das zwischen Reling und Fußleiste gespannt Wellen und Spritzer vom Cockpit fern hält, die ‘Pitufa’ Lettern lösten sich und mussten in Kleinarbeit rundherumherum nachgenäht werden), klebten neue Griffe aufs Dingi, verbrachten einen Tag mit dem Yanmar Motor (wechselten Öl und Ölfilter, spannten den Keilriemen nach, etc.) und warteten den Wassermacher (ein neuer Vorfilter, etc.).
Auf einem Langfahrtboot kann einem nie fad werden…

Nov
27

Kreatives Kochen

Unser letzter Supermarktbesuch war noch in Tahiti am 10. Oktober, und liegt also mehr als 6 Wochen zurück. Man könnte glauben, dass der Speiseplan auf Pitufa schmal und eintönig wird, aber nein, mit etwas Kreativität und natürlich mit dem frischen Grün aus unserem Bordgarten, schaffen wir es unseren Gourmet-Standard aufrecht zu erhalten ;-)

Zum Frühstück/Brunch gibts frisches Brot und Käse (für mich) und Salami oder Pasteten (für Christian), zu Mittag machen wir einen Salat (mit selbst gezogenen Sprossen, Spinat aus dem Garten, den letzten verbleibenden Karotten, manchmal eine Dose Bohnen und Reis, Pasta oder Quinoa vom Vortag) oder ein Müsli mit selbst gemachtem Joghurt. Am Abend kochen wir unsere Hauptmahlzeit und hier ist als Beispiel unser Menüplan der letzten Woche:

- Tartare von frisch gefangenem Snapper (fein gehackter Fisch, gehackte Gurkerl, Honig, Senf und frischer Koriander) mit Buchweizenbrot

- Poisson cru (roher, in Zitrone marinierter Fisch mit Apfelstücken, Bohnen, Zwiebel und Thai-Basilikum aus dem Garten) mit Reis

- Pasta with gebratenem Fisch in Rahmsauce mit Kraut und Basilikum aus dem Garten

- Gebratener Snapper und gedämpfte Petersilkartoffeln mit Kürbis und Sauce Hollandaise

- Wok mit Snapper, Bambussprossen (aus der Dose), Water Chestnuts (aus der Dose), Thaibasilikum aus dem Garten und Kokosreis

- Snapper in knuspriger Sesampanier mit Kürbissauce und Kartoffelpürree

- Kartoffellaibchen mit Sauerkraut (aus der Dose)

- Pizza mit Käse, Champignon (aus der Dose) und Sardellen

- Teriyaki Tofu mit selbst gezogenen Bambussprossen und Quinoa

Bon appetit!

Nov
25

Schlumpfinselchen

Letztes Wochenende begann unsere Ankerwinsch hässlich zu knirschen und wir machten uns gleich ziemliche Sorgen, weil wir weder den Anker manuell heben wollten (kein Spaß beim ständigen Umankern bei Winddrehern), noch wollten wir zu einem Atoll mit Flughafen segeln, um dort ewig auf Ersatzteile zu warten. Glücklicherweise ist Pitufa ein sehr autarkes Boot mit jeder Menge Ersatzteile, Metallstücke und Werkzeuge, somit bauten wir die Winsch auseinander, in der Hoffnung sie vor Ort reparieren zu können. Es stellte sich heraus, dass eine Lagerbüchse, die Christian vor anderthalb Jahren bei einem großen Service ausgetauscht hatte, schon wieder zerbröselt war. Wir hatten kein Bronzeteil in der richtigen Größe, aber unsere Nachbarn auf SY Ednbal halfen mit einer Schlauchtülle aus Messing aus, die fast passte. Somit holte Christian die Drehbank heraus und brachte sie in die richtigen Dimensionen, wir bauten die Winsch wieder zusammen und voila: sie läuft wieder ganz ohne Grummeln und
Brummeln.

Während er letzten zwei Tage war Flaute und wir ankerten bei drei Motus im Süden, die wir noch nicht kannten und entdeckten 4 weitere brütende Maskentölpelpaare, das bringt den Zähler auf 15 Brutpaare dieser schönen und ziemlich seltenen Seevögel. Es ist traurig, dass es nur noch wenige unbewohnte Atolle mit einheimischen Sträuchern und Laubbäumen gibt, denn die Seevögel brauchen diese Rückzugsgebiete, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Hier auf Tahanea haben wir Eier und Küken von Rotfuss-, Weißbauch- und Maskentölpeln während unseres letzten Besuchs von September bis Oktober und dieses Mal von Oktober bis November gesehen, es scheint also, dass die Brutsaison ganz schön lange dahin geht.

Heute Morgen nahm der Wind wieder zu und wir segelten zu einem Riff an der Südseite. Statt der vorhergesagten 10 Knoten blies es bald mit 15 bis 20 und wir schaukelten miserabel hinter dem Teilschutz des Riffs, somit hoben wir wieder den Anker und segelten zu dem winzigen Laguneninselchen, wo wir schon einmal Ostwind ausgesessen haben. Auch dieses Mal ist es hier wieder schön ruhig und wir haben dem Inselchen auch einen Namen gegeben: Ilot des Schtroumpfs – Schlumpfinselchen ;-)

Nov
19

Es gibt immer was zu tun

Letzte Woche war ein Winddreher von Nord auf West vorhergesagt, somit gingen wir ein letztes Mal im Pass schnorcheln (auf der Nordseite der Lagune), gingen dann Anker auf und nutzten das ruhige Wetter, um durch den Pass zu fahren, dann fingen wir schnell einen Gelbflossenthunfisch und waren innerhalb einer Stunde wieder zurück in der Lagune von Tahanea. Anschließend segelten wir hinunter zur Südseite der Lagune, wo wir uns hinter einem Riff vor dem Westwind versteckten (am Ende drehte der Wind zweimal zwischen Ost und West hin und her, aber wir hatten nur kurze Wege zu Ankerplätzen östlich und westlich vom Riff).

Vor zwei Tagen setzte starker Südostwind ein, somit verzogen wir uns in die Südostecke der Lagune, wo wir jetzt hinter einem Motu sitzen, während es mit 25 Knoten (Böen bis 40) bläst. Timing ist alles in einem Atoll! Man muss immer ein Auge auf das Wetter haben und rechtzeitig die Seite wechseln (Strecken um die 5 – 15 Meilen). Natürlich helfen die vielen GPS Spuren, die wir mittlerweile haben, dass wir auch bei schlechter Sicht sicher unterwegs sind…

Wir nutzen das windige Wetter, um Nähjobs und Haushalt zu erledigen, also die Dinge, die das Leben auf Pitufa angenehm halten: wir haben Bier gebraut (schon das zweite Mal hier…), Joghurt gemacht (wie jede Woche), Brot gebacken (ohnehin jeden 2. Tag), haben Thunfisch eingekocht, etc. etc. Die gekauften Gemüsevorräte sind fast aufgebraucht, aber mit Hilfe des Gartens und vieler Sprossen essen wir noch so gut wie vor einem Monat, als wir von Tahiti los sind :-)

Nov
11

Fischis!!!

Wir ankern derzeit neben dem westlichen Pass von Tahanea und haben gestern und heute die Chance genutzt, um im Pass zu schnorcheln. Die Anzahl der Fischis dort ist einfach unglaublich. Im tiefen Wasser beobachteten wir Gruppen von Grauen Riffhaien und Weissspitzenriffhaien (die größten, die wir bisher gesehen haben) wie sie gemeinsam mit Thunfischen und Zackenbarschen, die fast so groß wie die Haie selbst sind, in einem riesigen Schwarm kleiner Fische jagen. Im seichteren Wasser sind die Farben und der Artenreichtum der Korallen mehr als das Auge erfassen kann und die kleinen bunten Rifffische (Papageien-, Drücker-, Doktor-, Falterfische, etc.) sind so dicht gepackt, dass Tierschützer protestieren würden, wenn’s ein Aquarium wär…

Auf dem Weg zurück zogen wir einen Köder hinter dem Dingi her. Auf den ersten Versuch ging uns ein Zackenbarsch an die Angel, den wir kaum ins Dingi hieven konnten. Wir wußten nicht recht, was wir mit dem Giganten (mehr als 1 m) anfangen sollten und ließen ihn wieder frei (wir verwendeten einen Einfach-Haken, der nicht viel Schaden anrichtet). Auf den zweiten Versuch biss etwas an, das so groß war, dass es das Dingi hinter sich durch den Pass zog – glücklicherweise gab der Haken nach und wir mussten uns mit diesem Monster nicht auseinander setzen. Wir bogen den Haken zurück in Form und auf den dritten Versuch fingen wir einen Zackenbarsch in vernünftiger Größe und daheim gab’s gleich Sashimi.

Wenn man am Ankerplatz Fische putzt, zieht das natürlich Haie an und jetzt haben wir etwa 10 Schwarzspitzenriffhaie um Pitufa kreisen. Sie flippen aus, sobald ein Fischstück ins Wasser fällt, aber die Doktorfische, die unter unserm Boot wohnen sind schneller und schnappen den Haien die Bissen vor der Nase weg ;-)

Nov
04

Ausgewogene Tage

Normalerweise nutzen wir windige Tage, wenn weder spritzige Dingifahrten, noch dümpfelnde Schnorcheleien wirklich Spass machen, um Bootsprojekte zu machen. Dieses Mal haben wir hinter der kleinen Insel so guten Schutz, dass wir trotz Wind gut schnorcheln können, aber wir haben trotzdem eine gute Balance zwischen Spass und Arbeit gefunden und jeden Tag ein paar Punkte von der To-Do Liste abgehakt.

Gestern haben wir Bier gebraut (23 Liter blubbern jetzt in 2 Kanistern und sind bald zur Flaschenabfüllung bereit) und heute haben wir ein neues Cover für die große Luke am Vordeck genäht. Die alte Abdeckung bestand schon aus mehr Flicken als Originalmaterial, aber wir haben dieses knifflige Projekt immer vor uns hergeschoben. Am Ende war’s halb so wild. Wir haben eine Ecke nach der anderen genäht (mit genauen Anproben dazwischen), dann die Kanten eingeklappt und umgenäht und am Ende mit einer Einziehspirale eine Leine zum Zusammenziehen durchgenudelt (das war der schwierigste Teil). Das neue Cover passt besser wie das alte und wir waren so stolz drauf, dass wir das Projekt mit einer Orangen-Bowle (sicher die beste auf dem Atoll) gefeiert haben.

Nov
02

Laguneninsel

Gestern war es so flautig, dass wir die Gelegenheit nutzten, um 2 Meilen zu einem winzigen Inserl innerhalb der Lagune zu motorsegeln. Es ist nur ein riesiger Korallenkopf mit ein paar Büschen, Palmen und nistenden Vögeln drauf. Rundherum fällt der Boden so steil ab, dass wir erst dachten, dass wir gar nicht ankern würden können, aber dann haben wir den Anker einfach auf den Abhang geworfen, um zumindest eine Runde schnorcheln zu gehen.

Das Schnorcheln war das schönste, was wir seit langem gesehen haben. Gesunde, bunte Korallen, viele Schwarmfische und neugierige Schwarzspitzenriffhaie, die die merkwürdigen zweibeinigen Besucher inspizierten. Andere Teile der Lagune sind im Vergleich zu vor zwei Jahren leer, somit ist es schön, doch noch unberührte Flecken zu finden. Nachdem wir den Anker und den Wetterbericht noch einmal gecheckt hatten, entschieden wir uns, über Nacht zu bleiben. Heute Morgen nahm der Wind zu, Freunde, die über die Lagune zu einem sicheren Ankerplatz an der Südostecke kreuzten (es ist Südostwind zwischen 15 und 20 Knoten vorhergesagt) vermeldeten am Funk 25 Knoten Wind. Von hier aus sehen wir zwar Wellen und Schaumkronen in der Lagune, und die Mastspitze registriert von Zeit zu Zeit Böen, aber die Insel schützt uns erstaunlich gut vor Wind und Wellen, obwohl sie nur 280 m lang ist… Wir bleiben also noch ein bissl länger!

Okt
30

Surreale Flaute

Auf Toerns graut uns vor Flauten und den resultierenden flappenden Segeln, aber in Lagunen wuenschen wir sie uns. Gestern segelten wir quer ueber eine graue, regnerische und stuermische Lagune (waehrend Squalls hatten wir 30 Knoten Wind…) zur Suedseite des Atolls, denn es war ein Winddreher von NW ueber W auf SW vorhergesagt. Wir waren froh, dass wir GPS Spuren von unserem letzten Besuch hatten, denn die Sicht war auf wenige Meter unten.

Der heutige Morgen sah die Lagune in einen spiegelglatten See verwandelt. Die Windanzeige piepste von Zeit zu Zeit fragend, wie sie das bei 0 Knoten immer tut (Panik bei Reizentzug?). An solch perfekt ruhigen Tagen, kann man kaum sagen, wo die See aufhoert und der Himmel anfaengt – die Motus scheinen in der Luft zu schweben. Wir paddelten das Kajak ueber diese glatte Oberflaeche und bestaunten die Korallen, die man in allen Details bewundern konnte, ganz ohne den Kopf unter Wasser zu stecken – wie von einem Glasbodenboot aus. Die Farben und die Atmosphaere waren magisch, beinahe surreal…

Okt
25

Schon wieder eine Sauerei

Gestern hatten wir tolles Segeln über die Lagune, mit etwa 5+ Knoten in 12-15 Knoten Wind. Pitufa segelte hart am Wind wie auf Schienen, Christian hielt vom Bug aus Ausschau nach Korallenköpfen und ich hätte zwischendurch unter Deck gehen können und mir eine Tasse Tee machen so stabil läuft das Boot bei 40 Grad am Wind, ganz ohne Steuern.

Vielleicht hätte ich genau das tun sollen, denn als wir an der korallengespickten Nordküste des Atolls nach einem Ankerplatz suchten, hörte ich plötzlich unter Deck Wasser plätschern. Alarmiert stürzten wir unter Deck und entdeckten, dass das Restwasser des Wassermacher nicht wie üblich durch den Küchenabfluss abgelaufen war (eine Luftblase hatte während des Segelns den Abfluss blockiert), sondern die Küche überflutet hatte. Wir fluchten ordentlich, als wir die Bilge trocken legten.

Anschließend wollten wir Mittag essen, öffneten den Kühlschrank und stellten zu unserem Schrecken fest, dass beim Krängen das Wasser von der Abwasch in den Kühlschrank (der Deckel öffnet nach oben) geschwappt war. Der Inhalt schwamm in etwa 20 Liter Salzwasser und wir verbrachten noch ein paar Stunden mit dem Putzen aller Vorräte.

Okt
23

Bunkern

Für eine abgelegene Gegend bunkern ist immer eine schwierige Angelegenheit und meist konzentrieren wir uns so auf besondere Spezialitäten, dass wir irgendwas Grundlegendes vergessen, so wie Zucker (letztes Mal Tahanea), Salz (Maupihaa) und dieses Mal Schwarztee. Abgesehen davon haben wir uns gut ausgerüstet: 12 Tage nach dem letzten Supermarktbesuch haben wir noch Äpfel, eine Mango, eine halbe Staude Bananen, Zitronen, Karotten, Rettich, Zucchini, Broccholi, Gurken und zwei Kürbisse als letzte Reserve. Im Garten gedeihen Basilikum, Petersilie, Thai-Basilikum, Koriander, Spinat und 3 winzige Tomatenpflanzen. Zusätzlich haben wir noch Säcke Mungbohnen und Linsen um Sprossen zu ziehen.

Ganz unten im Kühlschrank steht eine große Box voller Käse und Wurst, die für ein paar Monate ausreichen. Gestern haben wir den letzten Thunfisch verspeist, den wir unterwegs gefangen haben, somit werden wir ab jetzt beim Segeln über die Lagune einen Köder nachschleppen (hier gibts kein Ciguatera).

Okt
21

Kerosinspringbrunnen

Heute Morgen dachten wir, dass wir einen faulen Tag inmitten des unglaublich leuchtenden Azur, Türkis und Mint hier an der Südseite des Atolls verbringen würden. Wir wollten nur ein bisschen schnorcheln und kajaken und ansonsten faulenzen. Aber als das Frühstücksbrot am Ofen stand, wurde die Flamme plötzlich kleiner und ging dann ganz aus. Eine verstopfte Leitung? Kerosin aus? Nein, die Druckanzeige zeigte 0 Bar und der Griff der Luftpumpe war nach oben gedrückt: das Ventil der Luftpumpe war undicht geworden. Verdammt. Wir pumpten den Druck schnell wieder auf, stellten das Brot zurück auf die Flamme und pumpten dann abwechselnd 10 Minuten lang bis der Laib fertig war.

Nach dem Frühstück baute Christian den Kerosintank aus, schraubte die Luftpumpe heraus und versuchte sie aufzumachen. Während er an dem Unterteil drehte, brach es ein wenig auf und voila, plötzlich funktionierte das Ventil wieder. Natürlich wollten wir sofort überprüfen, ob der Druck auch bleiben würde, somit drückte ich meinen kleinen Finger auf den Kerosinschlauch (der normalerweise Richtung Ofen geht), Christian begann zu pumpen und wir konnten unser Glück kaum glauben, als der Druck konstant blieb. Hurrah! Ohne nachzudenken, hob ich meinen kleinen Finger, der mittlerweile arg verkrampft war und sofort schoss ein Kerosinspringbrunnen aus dem Schlauch und sprühte über uns und das Cockpit bis ich meinen Finger endlich wieder an Ort und Stelle hatte. Wie blöd kann man eigentlich sein? Ich zahlte für meinen Mangel an Intelligenz mit einem Putzmarathon… Sogar das Bimini hatte einen Kerosinfleck, somit nahmen wir die Regenauffangplane, die darüber gespannt ist ab, um diese vor
Kontamination zu bewahren. Nachdem sie schon unten war, holten wir nach der Putzerei auch noch die Nähmaschine heraus und ich nähte die sich auflösenden Nähte nach.

Als wir fertig waren, war’s schon 5 Uhr Nachmittag – nicht unbedingt ein relaxtes Programm für heute.

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