deen

Aug
18

Naturparadies Penrhyn

Mittlerweile hat sich unsere übliche Routine für abgelegene Orte eingespielt: eine gute Balance zwischen Arbeit und Spiel… Die letzten Tage haben wir damit verbracht am Vormittag unser Dingi-Cover nachzunähen und zu verstärken und am Nachmittag waren Motu-Ausflüge angesagt.

Gestern haben wir unseren Ankerplatz ein paar Meilen südlich verlegt. Während die Mitte der Lagune tief ist (50 m) und die Korallenköpfe klar heraus leuchten, zieht sich an der Ostseite ein flacher Bereich dahin, der etwas trüb und mit Riffen nur so gespickt ist. Wir motorten ganz langsam im Zickzack dahin und suchten uns einen Weg durch – keine Rede vom sonst üblichen lustigen Lagunensegeln… Es war auch nicht leicht einen Ankerplatz zwischen den vielen Korallenköpfen zu finden, aber wieder einmal hat sich herausgestellt, dass an ‘no risk, no fun’ schon was dran ist: die Motus hier sind unglaublich schön mit langen weißen und rosaroten Sandbänken, bewaldeten Motus (ein natürlicher Mix aus Büschen, Palmen, Pandanus und Pisonio-Bäumen) und tausenden Rotschwanz-Tropikvögeln!
Man kann kaum herumspazieren, denn unter jedem zweiten Busch sitzt ein brütender Tropikvogel und auf den Ästen darüber sitzen Noddy-Küken in allen Größen. Wir haben nie damit gerechnet, so viel Natur hier zu finden!!

Aug
15

Laut

Am Wochenende besuchten wir das kleine Dorf Tetautua und nahmen auch an der Messe teil. Die Cooks sind berühmt für ihre Kirchenchöre, aber derzeit sind nur etwa 15 Leute im Dorf, die schrien dafür umso lauter ;-)

Jetzt ankern wir ein paar Meilen südlich und haben schon Vogelmotus mit vielen nistenden Tropikvögeln und Noddies gefunden, deren Schreierei ähnlich laut und dissonant (aber eher unser Ding ;-) )

Aug
13

Unspoiled nature

Naturparadies

Im August 2018 verbrachten wir einige magische Tage auf diesem unbewohnten Atoll.

(72 Fotos)

Aug
11

Tongareva

Tongareva ist ein großes Atoll (20 km lang, 10 km breit) mit drei Pässen in eine tiefe Lagune mit vielen Korallenköpfen, aber ohne Inseln in der Lagune. Es hat einiges an Landmasse mit Motus entlang der westlichen, nördlichen und östlichen Küste, aber nur 2 Dörfer. Das Hauptdorf Omoka liegt im Westen neben dem Hauptpass und das kleinere Dorf Tetautua auf der gegenüberliegenden Seite der Lagune (laut unserem ältlichen Lonely Planet wohnen 400 Leute in Omoka und 100 in Tetautua, aber laut den Einheimischen sind’s eher 200 und 60). Der Frachter aus Rarotonga bringt 2 bis 3x pro Jahr Waren hierher, ein weiterer aus Hawaii 2x im Jahr, aber sie haben einen Flughafen und einen Flug pro Woche.

Beim Einklarieren haben wir ganz nebenbei erwähnt, dass wir uns für Natur interessieren und waren überrascht, dass wir gleich an den örtlichen Wissenschaftler verwiesen wurden. Wir trafen Mike White am nächsten Tag und hatten ein interessantes Gespräch mit ihm. Sein Fokus liegt auf Studien zu Klimawandel und den Auswirkungen auf Korallen und auf dem Schutz von Schildkröten. Er arbeitet auch mit den lokalen Lehrern und organisiert Projektwochen an der Schule, um Einheimische (und besonders die Kinder) in Projekte zum Schutz von Schildkröten und zur Wiederaufforstung von Motus zu involvieren. Sobald keine Wurzeln den Sand mehr halten setzt Erosion ein und ohne Schatten können weder Seevögel noch Schildkröten erfolgreich brüten.
Ironischerweise ist Penrhyn eine der am meisten vom Klimawandel bedrohten Inseln, obwohl die Einheimischen wohl kaum zum Klimawandel beitragen…

Wir waren von seinem Erfolg hier überrascht, aber es hat sich beim Nachfragen herausgestellt, dass er einiges an Startvorteil hatte:

Die Einheimischen haben schon in den 70ern mit Kopra aufgehört, weil es nicht mehr lukrativ war und somit lassen sie die abgelegenen Motus in Ruhe, brennen keine Büsche nieder und die Seevögel und Schildkröten haben sich wieder ausgebreitet.
Die Gemeinde hat einen ‘Rahui’ eingerichtet (wie in Rapa Iti, erinnert ihr euch noch?), was bedeutet, dass viele Arten das ganze Jahr über nicht gejagt/geerntet werden dürfen und nur an speziellen Tagen alle gemeinsam jagen.

Wir sind gestern auf die Ostseite motort, ankern jetzt vor Tetautua und werden uns Tongareva über und unter Wasser gut anschauen.

Aug
08

In Tongareva angekommen

Wir sind um 14 Uhr am W-Pass von Tongareva (Cook Inseln, die Insel heißt auch Penrhyn) angekommen und sind ohne Probleme bei 1,5 Knoten einlaufender Strömung gegen 12 Knoten Wind und kleinen Stehwellen durchgekommen. Wir ankerten vor dem Hauptdorf Omoka, die Beamten kamen eine Stunde später vorbei und um ein paar Kekse, Biere und eingie Dollars leichter dürfen wir jetzt Tongareva erkunden!

Aug
07

Gemütliches Segeln

Leeloo hat Car o line gar nicht gefallen, weil sie rollige Ankerplätze hasst und wir sie trotz aller Anstrengungen nicht für die Tölpel interessieren konnten, die rund ums Boot flatterten und auf der Reling saßen. Für Katzen fallen alle Tiere in 3 Kategorien: Kann-ich-fressen, kann-mich-fressen und uninteressant = unsichtbar (alles was nicht in die ersten zwei Kategorien fällt). Sie tat so, als seien die vielen Seevögel einfach nicht da, egal wie oft wir sie ihr zeigen wollten.

Leeloo mag auch keine Segeltörns. Sie hat schon lang keine Angst mehr, aber wenn’s rauh ist verbringt sie die meiste Zeit in ihrem Schlafkarton und nach einer Weile wird ihr ordentlich fad. Dieser Törn ist bisher so ruhig, dass sie aktiv ist und sogar mit uns im Cockpit sitzt. Außerdem haben wir bisher 2 Skipjack Thunfische und einen Gelbflossenthunfisch gefangen, somit mampft die Katze jeden Tag Sashimi und hat schon merklich zugelegt. Noch 110 Seemeilen bis Tongareva (Penrhyn).

Aug
06

Heiß

Gestern ist der Wind immer weniger geworden und wir haben die Chance genutzt und unseren neuen Gennaker (asymmetrisches Leichtwindsegel) zum ersten Mal ausprobiert. Wir haben ein echtes Schnäppchen von Hongkong Sails bestellt (nur 1.700,- Euro inkl. Lieferung nach Frz. Polynesien, fertig innerhalb von 2 Wochen, geliefert in 4 Tagen!) und das Segel selber sieht schick aus, aber der Socken (Schlauch mit dem das Segel gehievt wird und mit dem es wieder runter gezogen wird) ist eine ziemliche Fehlkonstruktion.
Nach einigem Verheddern flog der Gennaker hoch über Pitufa und plötzlich waren wir bei 10 Knoten Wind mit 7 Knoten Fahrt unterwegs (statt 4 Knoten mit der Genua)… Gegen Abend nahm der Wind ein bissl zu und wir hatten einen ordentlichen Kampf mit dem Segel, bis es wieder brav im Socken war.

Während der Nacht verließ uns die Brise fast ganz und wir torkelten mit 2 Knoten dahin. Um 6 Uhr früh gaben wir auf und starteten den Motor. Um 7 sah’s aus, als ob wieder eine Brise käme, hurrah, Genua raus, Motor aus – nix, Wind wieder weg… Um 7 dröhnte der Motor schon wieder. Zu Mittag versuchten wir den Gennaker wieder zu fliegen, aber nach anfänglichen 8 Knoten Wind hatten wir bald wieder nur 4 und auch das bravste Segel kann damit nichts anfangen (besonders wenn das Boot in den Wellen rollt)…

Jetzt motore wir wieder, alle Luken sind offen und Windfänger über die Luken gespannt, weil’s ohne Wölkchen am Himmel und ohne Brise furchtbar heiß ist. Besonders deshalb, weil der Druckkochtopf seit 2 Stunden auf dem Ofen steht: wir haben in 2 Tagen drei Fische gefangen und kochen Gläser ein :-)

Aug
05

Vostok

Heute Mittag erreichten wir Vostok, ein weiteres unbewohntes Inselchen der Line-Island Gruppe. Vostok liegt 5 Seemeilen ostnordöstlich von der auf den Seekarten verzeichneten Position – wir wussten das aber schon von Satellitenbildern. Es ist winzig, nur eine halbe Meile weit und drei-eckig. Es ist ein wunderschönes Inselchen mit einem weißen Strand rundherum und hohen Laubbäumen der Gattung Pisonia im Inneren (es hat keine Lagune, ist aber auch scheinbar kein gehobenes Atoll…). Angeblich wurde diese Insel nie besiedelt und beim Anblick der 4 m hohen türkisen Brecher, die auch bei den heutigen, recht ruhigen Bedingungen gegen das Inselchen donnerten, wundert uns das auch nicht.

Wir segelten so dicht wie wir uns trauten um die Insel herum, während uns hunderte Tölpel, Fregattvögel und Seeschwalben umkreisten und drei Grüne Schildkröten die Köpfe heraus streckten… Einerseits sind wir traurig, dass wir nicht ankern konnten, andererseits freuen wir uns, dass auch keine anderen Leute mit weniger lauteren Absichten als wir hier landen können :-)

Wir segeln weiter Richtung Tongareva (auch Penrhyn genannt, Cook-Inseln) und haben noch 310 Seemeilen vor uns!

Aug
04

Tölpelalarm

Wir haben die Anker einfacher als erwartet wieder herauf gebracht. Jetzt segeln wir als Schmetterling vor dem Wind mit 15 Knoten Ostwind. Unsere Freunde, die Weißbauchtölpel, sind uns gefolgt, was natürlich sehr lieb von ihnen war, Angeln aber unmöglich machte. Erst trauten wir uns gar keinen Köder nachzuschleppen, erst als wir glaubten, dass sie umgekehrt seien (nach 20 Meilen) ließen wir einen Köder raus. Kaum war der draußen kamen sie zurück und wir mussten schnell wieder aufwickeln – das Spiel wiederholte sich ein Dutzend Mal ;-)

Aug
03

Schwieriges Paradies

Heute Früh machen wir uns zum Aufbruch von Car o line bereit. Als Hobby-Ornithologen haben wir unseren Aufenthalt hier absolut faszinierend gefunden – es gibt nicht mehr viele Plätze im Pazifik, wo solche großen Kolonien nisten können. Nachdem Landgänge nur bei absolut ruhigen Bedingungen möglich sind, konnten wir nicht so viel Zeit auf den Motus verbringen, wie wir das gerne getan hätten, aber die Unterwasserwelt war auch interessant.

Es war eine aufregende Woche, aber sie war auch mit vielen Sorgen verbunden. Jeder Landgang war mit Bauchweh verbunden, weil wir das Dinge auf das Riff paddeln mussten, ohne von einer Welle überrascht zu werden. Und an Land gingen die Sorgen im Hinterkopf dann erst richtig los: Was, wenn der Schwell hoher würde und wir nicht mehr vom Riff könnten? Was, wenn das Dinge von einem Brecher umgedreht würde und wir Meilen vom Boot ohne Außenborder gestrandet wären? Was, wenn der Wind drehte und Pitufa aufs Riff driften würde? Was, wenn sie sich losreissen und davontreiben würde??? Guad is gonga nix is gschegn ;-)

Wir nehmen nichts als Bilder und Eindrücke mit von diesem Inselchen und wir haben nichts als Fußspuren hinterlassen (wie wir das immer tun). Car o line ist ein Naturschutzgebiet und wir hoffen, dass auch andere Cruiser es als solches respektieren. Selbst wenn jemand, die Möglichkeiten hier ausnutzen wollte, hätte er es nicht leicht: Ankern auf dem steilen Sockel ist eine echte Herausforderung, Langustenjagen bei Nacht in den Brechern wäre eher unlustig, Kokoskrabben scheinen auf das Nord- und Südmotu beschränkt zu sein, wo viele Palmen wachsen, wo es aber keine Ankermöglichkeiten gibt. Die Ciguatera-Situation hier ist unklar.

Alles ist gut gegangen und wir sind froh, dass wir es hierher geschafft haben. Jetzt hoffen wir nur, dass wir unsere 2 Anker samt Ketten und Leinen wieder herauf bekommen. Die jungen Weißbauchtölpel werden ihren schwimmenden Spielplatz vermissen, und wir sie ;-)

Aug
03

Unterwasserwelt

Wenn die See hier nicht komplett ruhig ist, sind Landgänge unmöglich, somit haben wir uns in den letzten Tagen auf die Unterwasserwelt konzentriert. Das Außenriff sieht anders aus, als was wir gewohnt sind: Im seichten Wasser sind die Korallen großteils tot (abgesehen von ein paar Hirschgeweih-Babies, die’s noch einmal versuchen), aber zwischen 3 und 10 m und an manchen Stellen bis tief in den Drop-off wachsen schöne Steinkorallen in verschiedenen Formen (viele Pachyseris, die wie Morcheln auf einem Baumstamm aussehen) und das Riff ist durch tiefe Canyons durchzogen.

Es gibt viele Fische, aber nicht allzu viele Arten:
Uns folgen immer ein paar Graue Riffhaie, Schwarzspitzen- und Weißspitzenriffhaie, aber die meisten davon sind recht klein. Nachdem wir hier direkt am offenen Ozean liegen, haben wir uns große pelagische Haie erwartet und haben immer ein Auge hoffnungsvoll ins Dunkelblau geworfen, während wir uns dicht am Dingi hielten ;-)
leider haben wir keinen getroffen…

Schwärme junger, Schwarzer Drückerfische schweben überall, Barrakudas folgen uns, halten aber einen Sicherheitsabstand, große Jacks flitzen vorbei, alle paar Meter steht ein großer Schnapper, aber abgesehen davon, haben wir nur kleinere Fische gesehen (hauptsächlicher Doktorfische, einige junge Napoleons, Papageienfische, wenige Schmetterlingsfische, etc.) und was uns wirklich überrascht hat: keine großen Zackenbarsche. Vielleicht hat ein illegales Fangfisch die großen Fische abgefischt? Vielleicht kommen die großen Sharkies in der Nacht und holen sich die große Beute? (Das wär die bessere, aber leider unwahrscheinliche Erklärung).

Die größte Attraktion hier sind die Grünen Schildkröten: Jedes Mal Schnorcheln treffen wir einige, die meisten sind klein, aber einige größer als 1 m und alle sind neugierig und gar nicht scheu. Sie begutachten uns und posieren für Fotos :-)
In den Tuamotus sehen wir in einer ganzen Saison nicht so viele Schildkröten wie hier an einem Tag – dort werden sie immer noch erbarmungslos von den Einheimischen gejagt…

Aug
02

Ein Wrack in der Lagune

Von unserem Ankerplatz aus entdeckten wir ganz weit im Süden in der Lagune etwas, das wie ein Boot aussah. Erst dachten wir an eine optische Täuschung – vielleicht eine Palme mit einem Busch dahinter, aber mit dem Gucker war klar, dass da wirklich ein Boot stand. Aber wie war das möglich ohne Lagunenpass? War es ein Wrack, das in die Lagune gespült wurde? Hatte ein Boot mit Hubkiel oder Schwert es irgendwie durch den winzigen Bootpass auf auf der Ostseite geschafft?

Vor zwei Tagen erlaubten uns die Bedingungen im Süden zu erkunden und wir waren sehr erstaunt, als wir einen relativ gut erhaltenes kleines Segelboot (der Name am Heck lautet Lyderic) mit dem Heck am Strand und einer starken Muring in die Lagune vorfanden. Gleich daneben steht eine aus Treibgut zusammen gebastelte Hütte mit dem Großsegel als Bett und einem Dach zum Wasser sammeln. Scheinbar hat er Material und Infrastruktur verwendet, die die Familie Falconer (sie lebten einige Jahre hier in den 80ern) zurück gelassen hatte. Wir fanden Werkzeug, Schuhe und alle möglichen Utensilien des täglichen Lebens in und um die Hütte chaotisch verstreut, als ob der Besitzer alles in Eile verlassen hätte, ohne viel mit zu nehmen. Ich sage ‘er’, weil wir nur große Männerschuhe fanden. Manche der Dinge sahen so neu aus, als ob sie gerade erst verwendet worden wären und wir hatten ein Gefühl, als ob uns der Besitzer vielleicht von weitem beobachtete…

Am Abend fragten wir am Kurzwellen-Netz nach Info und unsere Freunde fanden heraus, dass ein französischer Eremit eine Weile hier lebte, bevor er von einem Forschungsschiff 2014 entdeckt und 2015 von der Regierung von Kiribati abtransportiert wurde.
Er hatte sicher keine leichte Zeit hier, weil die Insel sehr trocken und karg ist. Überreste einer polynesischen Siedlung am Nordmotu beweisen, dass diese Entdecker hier scheiterten. Auch der Versuch eine Kopraplantage samt Arbeitersiedlung zu installieren war wenig erfolgreich.

Wir fragten uns, warum der Franzose sich nicht auf der Südinsel niedergelassen hat, wo es Kokosnüsse im Überfluss und somit wohl auch Kokoskrabben gibt (hier auf der Westseite haben wir keine Spuren von Kokoskrabben gefunden – hier wachsen auch kaum Palmen ;-) ), aber wir haben von französischen Cruisern gehört, dass die Südinsel mit Moskitos und No-Nos verseucht ist.
Wir haben in der Lagune nicht viele Fische gesehen und von französischen Bekannten gehört, dass Ciguatera hier die Fische ungenießbar macht.

Jul
29

Motus

Heute haben wir einen Dingiausflug gemacht und einige der Motus entlang der Westseite des Atolls erkundet. Bei Flut und ruhigen Bedingungen (so wie sie grad herrschen mit kaum Schwell aus Süd oder Nord) kann man das Dingi leicht über die Außenkante des Barriereriffs paddeln und dann im seichten Wasser zum dahinter liegenden Motu fahren.

Die Motus sind alle verschieden:

Die Insel direkt vor uns besteht aus Korallengeröll, das zu einer etwa 5 Meter hohen Wand aufgespült wurde. Hinter dem steilen Anstieg befindet sich ein Plateau, das mit niedrigen Büschen bedeckt ist – scheinbar genau die Art von Landschaft, die Russ-Seeschwalben gern haben. Sie nisten zu Tausenden auf dem Boden und unter den Büschen (Wikipedia behauptet eine halbe Million), umkreisen das Motu und die Luft vibriert mit ihren schrillen Rufen. Einige Fregattvögel nisten auf den höheren Büschen und ihre katzenartigen Schreie mischen sich in die Kakophonie.

Weite südlich haben wir das Dingi zwischen dunklen Korallenplatten gelandet. Dahinter zieht sich eine solide Steinplatte dahin auf der aus feinerem Muschelsand ein Mini-Inselchen aufgehäuft ist. Das ist genau die Art von Insel, die Maskentölpeln und Rotschwanz-Tropikvögeln gefällt. Wir haben am Sand rund um die Insel einige nistende Paare Maskentölpel gesehen und unter den Büschen sitzen Tropikvögel mit Küken.

An einem weiteren, größeren Motu sind wir nur vorbei gefahren und haben von weitem höhere Laubbäume (Gattung Pisonia) gesehen. Rotfußtölpel und Noddies bauen auf solchen Bäumen ihre Nester und die weißen, flauschigen Tölpelküken leuchten aus dem Blattwerk heraus.

Die ganze Zeit als wir herumwanderten und auch beim Fahren im Dingi haben uns Seeschwalben und Tölpel neugierig umkreist und genau geschaut, was wir so treiben. Wir haben leider einige Überbleibsel von Besuchen gefunden (Flaschen um eine Feuerstelle, ein Floss, wie es Polynesier verwenden, wenn sie Langusten sammeln, etc.), aber scheinbar haben die Vögel hier nicht genügend negative Erfahrungen mit menschlichen Besuchern um scheu zu sein – zumindest nicht die Generation, die wir hier treffen ;-)

Jul
28

Weißbauchtölpel

Bist du jung, hip und ein halb-ausgewachsener Weißbauchtölpel auf Car o line Island? Dann komm zum neuen coolen Treffpunkt: Pitufa!
Heute Morgen als ich mit der Katze den Niedergang hochkletterte saßen zwei junge Weißbauchtölpel (klar erkennbar an ihrem junvenilen dunkelbrauenen Federkleid) auf dem Solarpanel und beäugten uns argwöhnisch. Sie flogen erst weg, als eine gelangweilt wirkende Leeloo an ihren vorbei marschierte (Tölpel sind zwar leichter als unsere Katze, aber deutlich größer). Als wir vom Schnorcheln zurück kamen waren wir entzückt, zwei weitere (oder die gleichen?) Tölpel auf unsere Ankerleine und am Bugkorb balanzierend vorzufinden. Wir schlichen uns langsam an, schossen dutzende Fotos und dachten, wir hätten einen ganz speziellen Moment aufs Foto gebannt.

Jetzt ist es 5 Uhr am Abend, wir sitzen mit einem Bier im Cockpit, 4 Jungtölpel sitzen am Bugkorb und bleiben auch dann sitzen, wenn wir aus einem halben Meter Entfernung Fotos machen. Weitere 10 umkreisen erwartungsvoll das Boot und warten auf ihre Chance, auch einen Platz am neuen coolen Tölpeltreff zu erhaschen :-)

Jul
27

Vögel!

Zu Mittach erreichten wir die Südspitze Car o lines nach einem rauhen und schnellen Törn. Im Schatten der Insel wurde es gleich ruhig und wir segelten 4 nm weiter zu einem Punkt, den wir uns auf Satellitenbildern ausgesucht hatten. Wir brauchten 6 Versuche mit 2 verschiedenen Ankern (wir wollten unseren guten Bügelanker nicht riskieren…), bis wir endlich sicher vor Anker lagen. Jetzt schwingen wir sanft herum mit Korallen direkt vor dem Bug und dem Abgrund hinter uns (erst hundert m und dann gleich ein paar km abwärts…). Wir trinken grad eine Flasche selbstgebrauten Sprudel und schauen den Vögeln zu, die uns und dem Boot zuschauen ;-)

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