deen

Feb
20

Friedlich

Heute Morgen nahmen wir unsere Kaffeehäferl mit hinaus auf das kleine Dock vor unserem Haus. Es war schon sonnig, die Luft aber noch frisch und Tau glitzerte auf dem Gras und den blühenden Büschen ums Haus. Hinter dem Haus glänzten die Kokospalmen, weiter oben auf dem Hügel Akazien und hoch oben auf den steilen Bergen die Pinien in verschienen Grünschattierungen.

Die nächsten Nachbarn leben ein paar Kilometer weg, es gibt keine Straßen und fast keinen Bootsverkehr und die einzigen Geräusche sind der Wind in den Palmen, das sanfte Plätschern der Wellen am weißen Strand, hie und da kräht ein verwilderter Hahn (viele gibts nicht, denn die vorherigen Hausbewohner haben fast alle gefangen und verspeist), die rauhen Rufe der Reiher (vielleicht ein Nachbarschaftsdisput) und natürlich das Schnurren unserer Katze, die mit Vorliebe auf dem Dock herum rollt und den Bauch in die Morgensonne hält.

Manchmal schwimmt ein kleiner Schwarzspitzenriffhai vorbei, zwischendurch tauchen Eilseeschwalben mit einem lauten Platsch nach Fischen – sonst ist es ruhig hier in unserem kleinen Paradies. Perfekt? Fast, man muss halt eine dicke Schicht Moskitospray auftragen und sollte nicht in einer Feuerameisenstrasse zum Stehen kommen ;-) An diesem Ort ohne Mobilfunknetz, Internet und Fernsehen ist es leicht, die Krisen und Probleme da draußen in der großen weiten Welt zu vergessen (oder zu verdrängen).

Feb
17

Alles wächst wie’s Gras

Wir wohnen immer noch als Haus-sitter auf der Südseite von Taravai. Gestern war’s sonnig mit tiefblauem Himmel und nachdem wir gerade eine Pause zwischen den Bootsprojekten haben, sind wir auf den Kamm hinter dem Haus gewandert. Der Ausblick über Taravai, die anderen Inseln, die türkis schimmernde Lagune, die Riffe in der Lagune und das schäumende Außenriff waren wieder einmal atemberaubend.

Letzte Nacht hat es wieder stark geregnet, weil gerade ein Tief westlich von uns vorbei zieht. Es hat starken Wind zu den Tuamotus gebracht, aber hier spüren wir nur gewittrige, regnerische Auswirkungen und das Wetter sollte sich bald wieder einpendeln.

Mit dem vielen Regen wächst das Gemüse in unserem Garten wie verrückt und wir ernten täglich Bok Choy und Salat und natürlich Avocados und Papayas. Leider wächst das Gras und das Unkraut noch schneller als der Rest, somit werden wir bald wieder den Rasenmäher brauchen.

Feb
12

Artikel über das Verwenden von Satellitenbildern im aktuellen All-at-Sea

Wir verwenden sehr häufig Satellitenbilder zur Riffnavigation. Darum haben wir vor einer Weile einen Artikel darüber geschrieben, der jetzt im Februar im All-at-Sea erschienen ist.


Christian Feldbauer, Birgit Hackl: Reef Navigation Using Satellite Images, All At Sea Caribbean, February 2017, p. 36–38. Free download from allatsea.net.

Feb
05

Zurück aus Tahiti

Auf den Gambier gibt’s keinen Zahnarzt, somit wurde ich ganz schön nervös, als ich vor zwei Wochen ein Loch in einem Stockzahn entdeckte. Ich wusste nicht, wie schwerwiegend das Problem war, aber am Ende entschloss ich mich vorsichtshalber einen (teuren) Flug nach Tahiti zu buchen.
Ich hatte Glück: der Zahn war schnell repariert, Adrian (SY Attila) hatte schon im vorhinein einen Termin für mich gemacht und alles organisiert, SY Liward ließen mich großzügigerweise auf ihrem Boot in der Marina Taina nächtigen (sie sind grad in den USA), ich brauchte keinen Franc für Taxis, weil mich freundliche Einheimische zu allen Shops entlang meiner langen Einkaufsliste brachten und am Ende holten mich befreundete Cruiser (die holländische Brigantine Silverland) aus Rikitea ab und brachten mich zurück nach Taravai. Es waren 4 unheimlich stressige Tage in Tahiti und ich bin soooo froh, zurück auf den Gambier zu sein!

Jan
26

Geflügelte Feinde

Wenn man in den Tropen an Land lebt, muss man sich mit Moskitos und anderen Flügeltieren arrangieren. In Städten wird vielerorts Gift gesprüht, aber hier auf Taravai ist alles bio, somit leben wir mit und um die geflügelten Plagegeister herum. An regnerische Flautentagen ist die Situation am schlimmsten, an windigen, sonnigen Tagen ist es besser, aber ganz ohne Moskitos geht’s nie.

Die letzten paar Tage hat’s viel geregnet, somit haben die Moskitos sich ordentlich vermehrt. Wir verbringen die Nacht unter einem Moskitonetz, aber in der Früh, sobald die Sonne aufgeht, hören wir sie ums Netz surren, immer auf der Suche nach einem Loch… Tigermücken stehen früh auf und jetzt verstehen wir auch, warum die Einheimischen (von denen die meisten nicht unter einem Netz schlafen) auch gar so bald unterwegs sind.

Sobald wir unter dem Netz heraus schlüpfen, ziehen wir schnell lange Hosen und T-Shirts an, zünden eine Moskitospirale an und erst dann kochen wir Tee. Tagsüber ist die Situation nicht so kritisch, aber um 4 werden die Tigermücken so richtig aggressiv. Dann zündet man am besten Kokosfeuer an und sprüht sich ordentlich mit Deet (besser wäre noch, sich unter das moskitonetz zu verziehen, aber dafür haben wir leider keine Zeit). Glücklicherweise gehen die Tigermücken früh schlafen, somit können wir um 7 Uhr am Abend wieder draußen sitzen, ohne uns ständig selbst zu schlagen.

Es gibt hier nur wenige nachtaktive Moskitos, somit wären die kein Problem, aber wir schließen trotzdem alle Fenster und Türen, bevor wir im Haus das Licht aufdrehen, denn sonst kommen Schwärme von Motten und Käfern ins Haus.

Leeloo hat Glück, ihr dickes Fell ist eine undurchdringliche Rüstung und somit beobachtet sie unsere Anti-Moskito-Bemühungen nur mit herablassender Belustigung (aber diesen Gesichtsausdruck haben Katzen ohnehin meist, wenn sie menschliches Verhalten studieren).

Jan
21

Wassertankproject

Einer unser Alu-Wassertanks (250 Liter Volumen) leckt seit einiger Zeit. Nicht so schlimm, da wir einen zweiten haben und auch einen Wassermacher, aber jetzt wo wir die Gelegenheit mit dem Haus haben, sind wir das Reparaturproblem endlich angegangen.

Der Tank ist unter dem Sofa eingebaut (das gerundete Holz darüber verdeckt den Tank teilweise) und die Inspektionslöcher, die wir gleich nach dem Bootskauf geschnitten haben, um den Tank zum ersten Mal seit 20 Jahren putzen zu können (vorher war er ganz geschlossen), sind viel zu klein, um durch sie arbeiten zu können. Deshalb hat Christian gestern das Holz über dem Tank mit einer Stichsäge aufgeschnitten und heute kommt die Tankoberseite dran. Der nächste Schritt wird sein, den Tank zu putzen, innen zu schleifen und die ärgsten Korrosionskrater auszubohren.

Jan
19

Landleben

Letzte Woche arbeiteten wir jeden Tag im Garten, rissen das meterhohe Unkraut im Gemüsegarten aus, schleppten umgefallene Bäume weg, räumten alten Müll aus dem Weg und mähten dann das Gras auf dem riesigen Grundstück.

Am Sonntag luden wir dann zu einer großen House-Warming Party mit 25 Leuten (6 Boote und einige polynesische Nachbarn) einem BBQ und Potluck-Buffet (jeder brachte etwas mit). Nachdem der ganzen Tohuwabohu vorbei war (Gerätelärm und Party), zogen wir gestern mit Sack und Pack und Katze ein. Unser Haus ist das einzige auf der Südseite von Taravai, der nächste Nachbar wohnt auf dem gegenüber liegenden Inselchen Agakauitai, somit ist es so ruhig, wie’s nur irgendwie sein kann hier. Unser letztes Haus auf Taravai vor zwei Jahren war eine ziemliche Extremerfahrung ohne Kühlschrank, fließendem Wasser, einem Plumpsklo im Garten, jeder Menge Insekten im Haus und Ratten auf dem Dach. Dagegen ist dieses Häuschen hier mit einem Wasserklosett, einer gefliesten Dusche, fließendem Wasser in Bad und Küche, einem großen Kühlschrank und einer riesigen Gefriertruhe der pure Luxus. Der einzige Nachteil an der Sach ist, dass wir hier keine Handyverbindung haben und somit auch kein Internet, aber
wir beschweren uns sicher nicht über solche Kleinigkeiten.

Jan
13

Fruchtige Tage

Wir haben 5 Zitronenbäume voller großer, saftiger Zitronen im Garten, einen Mangobaum mit übervollen Ästen und zwei Papayabäume von denen wir jeden Tag ernten können. Wir bringen’s nicht über’s Herz die Früchte unter den Bäumen verrotten zu lassen, somit tun wir unser Bestes, um sie zu verwerten.
Heute haben wir 3 Liter Mango-Papaya Sorbet gemacht (wir haben eine riesige Tiefkühltruhe im Haus) und Christian hat den Nachmittag damit verbracht, Zitronen auszuquetschen. Damit haben wir zwei Liter Zitronensirup (mit 1 kg Zucker) gemacht ;-)
DeutscherBlogtext

Jan
08

Ein Haus auf Taravai

Seit drei Monaten hat einer unserer zwei Wassertanks ein Leck, somit haben wir nur den anderen verwendet, was mit dem Wassermacher kein großes Problem war. Trotzdem sollten wir den Tank natürlich bald reparieren. Wir müssen dazu einen Teil der Holzverkleidung unter dem Sofa wegschneiden, den Alutank aufschneiden, die Korrosionskrater im Alu schleifen (einer der Voreigner hat scheinbar ein silberhaltiges Wasseraufbereitungsmittel verwendet) und die Krater mit viel Epoxy zukitten. Eine laute, schmutzige, stinkige und giftige Arbeit…

Als wir hörten, dass ein Haus auf der Südseite von Taravai leer steht (die Eigner sind in Tahiti), meldeten wir uns sofort als House-Sitter. Erst müssen wir natürlich einige Arbeitstage in den großen Garten investieren, aber wenn wir dann das Tankprojekt auf Pitufa starten, haben wir einen sauberen Ort abseits der Baustelle, wo wir schlafen können und als Bonus können wir jede Menge Bananen, Platanen, Papayas, Avokados, Zitronen, Kürbisse, Brotfrüchte und sogar Tomaten, Salat und Bok Choy ernten :-)

Jan
07

Kerosinherd

Immer wenn alles ein bissl zu perfekt läuft, passiert irgend etwas Nerviges. Diese Komplikationen haben üblicherweise mit dem Motor, dem Kühlschrank, dem Wassermacher oder dem Kerosinherd zu tun – das sind unsere Sorgenkinder, wenn wir an abgelegenen Orten sind, wo keine Hilfe von Experten zu erwarten ist.

Dieses Mal war Bertie (unser übellauniger Kerosinherd) dran. Gestern gab’s ein kaltes Abendessen und heute Morgen öffnete Christian den Herd und machte sich auf die Suche nach dem Wehwehchen. Es stellte sich heraus, dass gleich mehrere Probleme gleichzeitig akut geworden waren. Ein Brenner war durchgebrannt und die anderen zwei Brenner waren verstopft. Wir konnten die Verstopfung mit einer Luftpumpe durchblasen, installierten einen neuen Brenner, Bertie ist wieder glücklich und wir sind’s mit ihm… Kerosinöfen sind altmodisch und die meisten Jachten verwenden heutzutage Gasherde, aber uns gefällt, dass Bertie so effizient ist. Er verbraucht nur etwa 2 Liter im Monat (obwohl wir jeden zweiten Tag Brot backen) und somit kommen wir mit unserem 40 l Vorrat ewig aus. Glücklicherweise ist das Klima in den Gambier so angenehm, dass so ein unangenehmer Job (schmutzig, alles schwer zu erreichen) ohne viel Schweiß abgeht.

Jan
05

Postkartenpanorama

Das Leben in den Gambier läuft normalerweise langsam und gemütlich ab, aber in den letzten 2 Wochen war fast zu viel los. Am 25.12. hatten wir ein tolles Potluck/BBQ mit unseren polynesischen Freunden auf Taravai, wo wir auch gleich 4 weitere Crews kennen lernten, die die Zyklonsaison hier verbringen (insgesamt sinds 11). In Rikitea stellte die Gemeinde eine Fest-Wellblechhütte auf und vom 30. an gab’s 3 Tage lang Essen und Musik (die Leute trudelten erst gegen 1 Uhr morgens ein, dafür ging die Party dann am nächsten Morgen ohne Pause weiter…). Am 1. Jänner motorten wir zurück nach Taravai (unterwegs wurde hektisch gekocht), denn zu Mittag war die nächste Grillerei angesagt.

Gestern frühstückten wir vor der Pinienbewaldten Bergkulisse von Taravai, dann segelten wir nur 10 Meilen quer über die Lagune und ankerten vor dem kitschig schönen Motu Kouaku, das eigentlich nur ein Streifen feiner, weißer Sand mit Büschen und Vogelkolonien drauf ist. Diese Vielfalt innerhalb eines so kleinen Archipels macht die Gambier so einzigartig für uns…

Heute Morgen war es komplett flautig, die Lagune schimmerte wie ein Spiegel und wir setzten uns schon mit dem Morgenkaffee auf Deck und bestaunten das unglaubliche Panorama rundherum: hinter uns der weiße Sand des Motu, vor uns die türkise Lagune mit unzähligen, bunten Riffen dazwischen, im Westen die schroffen Gipfel der Felsinseln Kamaka, Makaroa und Manui, im Nordwesten die Silhouetten der bergigen Inseln Akamaru, Aukena und Mangareva und nordwärts erstreckt sich eine Motukette entlang des Außenriffs – es ist einfach irrsinnig schön hier :-)

Dez
31

2016 — Ein richtiges Segeljahr

2016 haben wir viele Meilen gesammelt — viel mehr als ursprünglich gedacht und geplant. Ausgehend von den Marquesas, wo wir die letzte Zyklonsaison verbracht haben, sind wir westwärts über Tahiti und Niue nach Tonga gesegelt. Anders als der Großteil der Langfahrtsegler im Südpazifik sind wir nicht weiter nach Fidschi, Neuseeland oder Australien gefahren, sondern entschieden uns gegen den vorherrschenden Passatwind zurück nach Französisch Polynesien zu segeln.

Es war ein interessantes Jahr mit vielen neuen Orten und Leuten. In die falsche Richtung zu segeln war am Ende einfacher als erwartet, aber für unseren Geschmack kamen viel zu viele Seemeilen zusammen (mehr als 5.500). Nur in unserm ersten Jahr nach unserer Abfahrt von Kroatien als wir es eilig hatten in die Südsee zu kommen haben wir mehr Seemeilen gemacht (6.700). Wir sind froh wieder auf den Gambierinseln zu sein, wo unser Südseeabenteuer im Mai 2013 begann.

1220 nm Marquesas, Kauehi, Tahiti, Raiatea, Maupihaa
1290 nm Maupihaa nach Beveridge, Niue, Tongatapu
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2510 nm westsärts gesegelt in 20 Tagen

1850 nm Tongatapu nach Niue, Beveridge, Palmerston, Rarotonga, Tahiti
1145 nm Tahiti nach Fakarava, Tahanea, Hao, Amanu, Gambier
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2995 nm ostwärts gesegelt in 28 1/2 Tagen

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5505 nm gesegelt 2016 (ohne Strecken innerhalb Lagunen), 48 1/2 Tage auf See

Dez
27

New article in Ocean7 magazine


Birgit Hackl, Christian Feldbauer: Ausrüstung auf einer Fahrtenyacht — Was hunzt, was funzt?, OCEAN7 01 (Jan./Feb.) 2017, p. 44–49.

Dez
25

A guads neichs!

Liebe Leser und virtuelle Mitreisende,
wir wünschen euch allen Frohe Weihnachten und ein gesundes, glückliches und interessantes neues Jahr! Wir hoffen, dass ihr auch 2017 weiter auf unserem Blog mit uns reisen werdet :-)

Dez
23

Mitternachtsankunft

Gestern hatten wir einen Leichtwindtag, segelten ein paar Stunden, motorsegelten und motorten am Ende. Wir fingen einen (kleinen) Gelbflossenthunfisch, dann wusch ein tropischer Guss das Boot salzfrei und wir erledigten das übliche Post-Törn-Putzen schon unterwegs.

Wir erreichten den Pass um 11 Uhr nachts und fuhren direkt zu unserer Lieblingsbucht Onemea. Sie liegt unweit vom Pass, aber der Mond war noch nicht auf und die einzige Art im Sternenlicht auf Kurs zu bleiben war mit einem Auge auf den GPS Spuren und dem anderen auf der schwarzen Bergsilhouette von Taravai – etwas unheimlich, obwohl wir die Route durch die Riffe schon dutzende Male tagsüber gefahren sind. Wir feierten die Ankunft ‘Daheim’ mit Mitternachtstapas und ein paar zu vielen Drinks… Heute schüttet es wieder und wir haben schon das Deck geschrubbt und füllen jetzt alle Container, die wir finden können mit Regenwasser.

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