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Aug
27

Palmerston – eine interessante kleine Gemeinde

Wir sind immer noch beim Palmerston Atoll (Cook Islands), wo’s leider keinen Pass in die Lagune gibt, aber die Insulaner haben 9 Bojen für Jachten westlich des Außenriffs ausgebracht. Die ersten zwei Tagen wurden wir bei Südwind ordentlich durchgeschaukelt, aber nachdem der Wind auf Südost gedreht hatte, beruhigte sich die See, obwohl es immer noch sehr windig ist. Anfangs waren wir 4 Boote hier, aber die anderen drei sind mit dem Südostwind Richtung Westen weitergesegelt und wir sind jetzt alleine hier.

Palmerston ist eine schräge kleine Gemeinde. 1863 annektierte William Marsters, ein Schiffstischler und Fassmacher die unbewohnte Insel von den Briten und ließ sich mit seinen drei polynesischen Frauen hier nieder. Die heutige Bevölkerung von 57 Leuten führt ihre Abstammung auf William Marsters zurück (abgesehen von eingeheirateten Ehepartnern von anderen Cook Inseln). Obwohl die Insulaner polynesisch aussehen, ist ihre Muttersprache Englisch und sie fühlen sich als Briten. Die Gemeinde ist gut organisiert und ausgestattet, es gibt Baumaschinen, eine große Solarbank für ein öffentliches Stromnetz, ein Telefonnetz, Internet, die meisten Häuser haben gleich mehrere, riesige Gefriertruhen (sie exportieren Fisch), Waschmaschinen, etc., der Lebensstandard ist also recht hoch. Der einzige Nachteil ihrer isolierten Lage ist, dass sie kaum andere Inseln besuchen können (es gibt keinen Flughafen und keinen regelmäßigen Schiffsverkehr) – besonders bei medizinischen Notfällen ein großes
Problem. Wir haben auf dem Friedhof einige Gräber junger Kinder gesehen, der Rest scheint aber außerordentlich langlebig (die meisten über 80).

Segelboote, die hier stoppen, werden von einer Gastfamilie begrüßt, die auf Kanal 16 mithört und die Cruiser auf Anfrage mit dem Boot abholt, auf die Insel bringt und zu allerlei Aktivitäten einlädt. Unsere Gastgeber Edward und Shirley haben uns schon zwei Mal zum Mittagessen eingeladen, am Sonntag gehen wir mit ihnen in die Kirche und dann zum Familienlunch und am Montag gebe ich einen Spanisch-Schnupperkurs an der örtlichen Schule, wo die 24 Kinder von Palmerston (zwischen 6 und 18 Jahre alt) ihre Grund- und Mittelschule absolvieren.

Das Versorgungsschiff kommt nur zweimal pro Jahr, somit werden Cruiser gebeten Grundnahrungsmittel (z.B. Shirley hatte kein Mehl mehr, also haben wir 4 Sackerl mitgebracht), Material für das Bojenfeld und was immer sie sonst entbehren können, beizusteuern.

Aug
24

Zwischenstopps bei den Cook-Inseln

Die Cook-Inseln liegen praktisch verstreut auf unserm Weg ostwaerts, so koennen wir die lange Strecke in kleinere Huepfer aufteilen.

Aug
23

Palmerston!

Wir sind gestern den ganzen Tag mit 6 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit gerast, haben Palmerston aber trotzdem erst um Mitternacht erreicht. Glücklicherweise hat uns ein Boot, das wir von den Marquesas kennen und dem Funknetz kennen die genauen Koordinaten unserer Boje gegeben, somit haben wir sie auch im Dunklen gefunden.

Aug
22

Angenehmes Segeln

Überraschenderweise stellt sich die gefürchtete Reise ostwärts als angenehmer heraus, als der Törn in die ‘richtige Richtung’ vor 2 Monaten. Anstatt des ewigen Rollens vor dem Wind pflügt Pitufa in dem glücklicherweise leichten Wind (15 Knoten) bei 60 Grad am Wind stetig durch die Wellen. Wir krängen nicht einmal stark und das Boot ist ruhiger als in den letzten Ankerplätzen am Beveridge Reef oder in Niue…

Später diese Woche sind starke Südost- und dann Ostwinde vorhergesagt und bis dahin müssen wir Unterschlupf an einer Insel gefunden haben, um den nächsten Winddreher abzuwarten. Nachdem wir den heutigen Wetterbericht studiert haben, glauben wir nicht, dass Aitutaki sich ausgehen wird, somit haben wir jetzt Kurs auf das kleine Atoll Palmerston genommen. 180 Seemeilen noch!

Aug
21

Guter Start

Wir sind Mittag wieder aufgebrochen, die Passdurchfahrt war mit 20 Knoten Wind gegen Strömung ziemlich aufregend – glücklicherweise waren alle Luken fest zu und wir hatten alle dank der schaukeligen Ankerplätze unsere Seebeine noch… Gleich nach dem Pass sprang ein Buckelwal gleich neben Pitufa in die Höhe, eine halbe Stunde später war ein großer Gelbflossenthunfisch an der Angel – scheinbar wirds ein fabelhafter Törn.

Aug
20

Grib Files

Nach Wetterfenstern Ausschau halten ist ein nerviger Zeitvertreib. Besonders wenn wie gerade jetzt ein Trog durchzieht (wir haben gewittriges Wetter hier) ändert sich das Vorhersagemodell alle paar Stunden. Heute haben wir schon 3 grib files über Kurzwelle angefordert, jedes Mal sehen sie anders aus und keins stimmt mit dem überein, was sich draußen wirklich gerade abspielt. Wir ‘segeln’ dann mit dem Cursor auf der Karte mit den Windpfeilen und gehen alle Optionen von Abfahrtsterminen durch. Wenn ihr euch nichts unter grib files vorstellen könnt (wir verwenden das Program zyGrib als Viewer), könnt ihr auf windyty.com eine Online-Visualisierung anschauen.

Wir wissen immer noch nicht, obs eine gute Idee ist, heute los zu fahren, weil wir einen guten Start, gefolgt von einer halbtägigen Flaute in Aussicht haben. Wir könnten auch bis Sonntag warten und (zumindest laut dem jetzigen Grib) einen schnellen Törn haben. Was aber, wenn sich das Grib in der Zwischenzeit wieder ändert und wir es nicht bis zu unserem nächsten Zwischenstopp schaffen, befor eine neue Welle von starkem Südostwind einsetzt? Wir überlegen weiter, warten auf das nächste Grib und wir melden uns spätestens wieder, wenn wir draußen segeln.

Aug
19

Pause im Beridge Reef

Heute Morgen haben wir Beveridge Reef mit der letzten ersterbenden Brise erreicht. Direkt vor dem Pass sind zwei Wale gleich neben dem Boot aufgetaucht, haben ein paar Mal aus ihren Atemlöchern geblasen und sind dann mit einem mächtigen Winken der riesigen Schwanzflosse wieder verschwunden.

Wir nutzen diese willkommene Pause um Sachen zu waschen, die unterwegs salzig geworden sind, Handtücher und Kleidung zu lüften, unsere Gemüsevorräte durchzusortieren, das Boot zu wischen (normalerweise verliert Leeloo einen Teil ihres Fells auf Deck, auf Passage bleibt alles unter Deck…), unsere eigenen Haare zu waschen, etc. etc.
Es schaut so aus, als ob morgen der Wind wieder aus Süden einsetzt, somit gehen wir den nächsten Abschnitt an – wir werden sehen, wohin’s uns trägt (Palmerston oder Aitutaki, Rarotonga liegt zu weit im Süden für Südwind und Suwarow wäre nur im Notfall eine Option, z.B. bei starkem Südostwind).

Aug
18

Langsames Segeln

Der Wind hat endlich auf Nord gedreht, aber wir sind vorher schon zu sehr nach Süden gedrückt worden, um Beveridge Reef heute noch zu erreichen. Wir haben deshalb zusammengebremst, um morgen anzukommen. Bei Dunkelheit in ein unkartographiertes Riff einzufahren, reizte uns trotz unserer alten GPS Spur nicht so recht.

Aug
17

Einen weiteren Schritt zurueck

Wir sind heute zu Mittag von Niue wieder weg und segeln in Richtung SSO-SO. Hoffentlich dreht der Wind bald weiter noerdlich, sodass wir besser nach Osten kommen.

Aug
13

Zurück in Niue

Gestern hat es wieder ordentlich aus Südost geblasen, wir haben den Windpilot auf ‘so-hart-am-Wind-wie-möglich’ gestellt und Wayne Vaney hat direkt Kurs auf Niue genommen. Als wir uns das Abend-Grib ansahen, wurde uns klar, dass seine Idee recht vernünftig war. Es soll eine Phase mit starkem Ostwind kommen und dagegen anzukreuzen wär kein Spaß. Stattdessen entschieden wir uns für eine Pause In Niue, wo wir auf den nächsten Winddreher warten können.

Am Abend frischte der Wind bei einem Squall noch mehr auf, natürlich ruckte die Angelleine gerade dann und Christian und ich riefen gleichzeitig: ‘na, ned jez!’ Fische müssen immer dann beissen, wenns am wenigsten passt. Christian musste sich am Achterstag festschnallen, während er den größten Mahi-Mahi, den wir bis jetzt gefangen haben, auf Deck zog. Den 1,5 m langen Fisch am bockenden Achterdeck zu schlachten, war eine blutige Bescherung, aber zumindest haben wir jetzt den Kühlschrank voller Fisch, eine happy Katze und genug, um mit unseren Nachbarn im Bojenfeld von Niue zu teilen.

Wir erreichten Niue um 2 Uhr früh, aber nachdem wir das Bojenfeld von unserem letzten Stopp hier kennen (wer hätte gedacht, dass wir so schnell wieder hierher kommen würden…), war’s keine große Sache im Dunkeln eine Boje zu finden. Heute Morgen haben wir das Deck entsalzen und unter den Deck das Passage-Chaos beseitigt und jetzt warten wir darauf, dass die Bürokraten Zeit finden, uns ins Land einzuklarieren.

Aug
12

Tongas Gesundheitssystem

Tonga ist ein Entwicklungsland, aber das Spital ist überraschend gut ausgestattet, das Personal freundlich, alle Services sind für Einheimische gratis und Touristen sehr billig, aber sie haben einfach nicht genug Ärzte und vor allem kaum Spezialisten (ein paar Allgemeinärzte, ein HNO, ein Kinderarzt, eine Radiologin, ein Chirurg, der für alles andere Spezialist spielen muss und zwei Teilzeit-Chirurgen), somit sind die Wartehallen voll – wir verbrachten im Juli 30 Stunden nur beim Warten auf Termine. Dr. Kolini (der Chirurg) war gewillt, die Gründe für Christians unspezifische Symptome zu finden und versuchte eine Blutanalyse, Ultraschall, eine Computertomografie (ja, so was haben sie) und sogar zwei Endoskopien, aber vergeblich. Alle Ergebnisse sind normal, aber Christian gehts nicht besser. In Tahiti sind die medizinischen Einrichtungen auf europäischem Standard, es ist aber billiger und die Wartezeiten für Termine sind viel kürzer als z.B. in Österreich. In der Zwischenzeit
versuchen wir Rückenübungen (naja, nicht grad jetzt auf dieser rauen Passage) und eine glutenfreie Diät (ich hab heute ein Tapioka-Reismehl-Fladenbrot fabriziert, während Pitufa 40 Grad am Wind bei 20 Knoten in die Wellen stampft und ganz schön krängt).

Aug
11

Wir segeln in die falsche Richtung

Hunderte Boote segeln jedes Jahr westwärts über den Pazifik mit den Ostpassatwinden, aber nur eine Handvoll segelt nach Osten – zumindest im Passatwindgürtel. Boote aus Neuseeland, die nach Franz. Polyn. wollen, reiten die ‘brüllenden 40er’ und ‘heulenden 50er’ weit unten im Süden – ihre Namen sprechen für sich… Als ich heute Morgen im Funknetz für Boote unterwegs eincheckte, musste ich unseren Kurs zwei Mal wiederholen, bis der Moderator mir endlich glaubte und erstaunt meinte ‘oh, ihr fahrt in die falsche Richtung’.

Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber Pitufa segelt gut am Wind und wir sind auch schon früher ostwärts gesegelt, z.B. von Tahiti zu den Gambier und von Tahiti zu den Marquesas. Gestern sind wir in vollem Schlechtwetterzeug in 20 Knoten kalten Wind aus Süden gesegelt, mit Regen und nur etwa 18 Grad Celsius wenig Spass, aber wir wollten am Ende eines Trogs einen guten Start mit viel Wind bekommen. Wir wurden alle so seekrank wie noch nie zuvor – die arme Leeloo war aber die einzige, die auch erbrechen musste (gleich 3 Mal, also quasi für uns mit). Heute ist es viel netter, mit Sonne und leichtem Wind (Leeloo mampft schon wieder), aber während das Grib 15 Knoten aus Süd behauptet, haben wir 10 Knoten aus Ost-Südost, somit drückt es uns viel zu weit nördlich. Egal, Wayne Vaney unser Windpilot ist auf 50 Grad am Wind gestellt und wir werden sehen, wohin er uns bringt. Die Cook Inseln erstrecken sich als Kette von Süden nach Norden, eine davon werden wir scho
n erwischen.

Aug
10

Deutscher Titel

Cruisen macht keinen Spass, wenn man nicht fit ist und Christian fühlt sich seit Mai nicht wohl. Wir haben alles ausprobiert, was das Tonganesische Gesundheitssystem zu bieten hatte, haben aber keine Diagnose. Nach langem Überlegen, haben wir uns entschlossen, nach Tahiti zurück zu segeln. Neuseeland wäre auch eine Option, aber dort ist es Winter und wir hätten mit der Katze Probleme. Nach Fidschi segeln und von dort nach Ö fliegen haben wir auch diskutiert, aber wer weiß, wie lange das gedauert hätte.
Tahiti ist die einzige Option, die wir zusammen erreichen können, aber es wird nicht leicht, 1500 Seemeilen gegen die vorherrschende Windrichtung zu segeln.

Jul
23

Photos of Tongatapu

Tongatapu, Tonga

Tongatapu ist die Hauptinsel des Königreichs Tonga. Die Hauptstadt Nuku'alofa ist eine quirlige Stadt mit vielen Märkten und billigen Essensstandeln. Wir verbrachten einen kühlen Wintermonat auf der Insel und ihren vorgelagerten Motus (Juli 2016).

(50 Fotos)

Jul
23

Ruhige Motus

Gleich nördlich von Tongas dicht besiedelter Hauptinsel Tongatapu erstreckt sich etwa 5 Seemeilen nach Osten und weitere 5 Meilen Richtung Norden ein Barriereriff mit ein paar winzigen Motus drauf. Gestern sind wir zur Südostecke dieses Riffs gesegelt – nur 8 Meilen wie die Seeschwalbe fliegt, aber wir brauchten für die 12 Meilen ums Riff herum wegen der schwierigen Navigation trotzdem 4 Stunden. Die Motus hier sind hübsch, mit feinem, goldenem Sand und einem dichten Bewuchs, aber es scheint, dass fast niemand es hierher schafft. Die Ankerplätze sind in den Segelführern nicht erwähnt und nur auf dem der Stadt nächsten gelegenen Motu findet sich ein Touristenresort, somit teilen wir diese ruhige Ecke nur mit ein paar Vögeln.

Heute sind wir rund um das Motu gleich neben unserem Ankerplatz spaziert und es hat uns sehr an die Motus bei den Gambier und Tuamotus erinnert. Leider endet die Ähnlichkeit, wenn man ins Wasser schaut: statt Korallen sieht man nur, grobe, braune Algenbüschel, die die toten Korallen überwuchern (oder sie ersticken, wenn sie schwächeln?), die also leider nicht nur in den Gesellschaftsinsel Franz. Polynesiens, sondern auch hier die Unterwasserwelt beherrschen. Fische sieht man ebenfalls kaum mehr – die Fischer, die auf dem Markt säckeweise bunte Korallenfische verkaufen (es gibt kein Ciguatera hier), müssen schon immer weiter fahren, um noch genug zu finden. Die sonst auf Fischmärkten gängigen großen Spezies wie Thunfisch, Mahi-Mahi, etc. sieht man dort gar nicht (völlig überfischt?). In der Stadt stehen bei vielen Bauwerken (z.B. beim Krankenhaus und bei den Hafenanlagen) Tafeln, die Japan als Geldgeber für das Projekt loben – wahrscheinlich im Gegenzug für Fischereirechte und
Unterstützung bei den Abstimmungen über Walfangquoten. Wir hoffen, dass die Riffe bei den anderen Archipelen Tongas in besserem Zustand sind.

Der Wind hat nach einer südlichen Phase auf Ost gedreht und es ist wieder spürbar wärmer, somit sitzen wir endlich wieder ohne Kapuzenjacke und Socken im Cockpit :-) Das Wasser bei unserem nur 2.5 m tiefen Ankerplatz hat wieder 26°C erreicht (nach den frischen 24°C letzte Woche).

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