deen

2020
25
Aug

Ankunft in Apataki

Wir sind in der Nacht bei Apataki angekommen, haben zusammengebremst und sind dann auf- und abgekreuzt mit zwei Schleppködern–kein Glück. Um 8 sah der Pass machbar aus (immer noch Stehwellen drinnen, somit Wind gegen Strömung, nicht ideal), aber nachdem der Pass schön breit ist, sind wir trotzdem durchgefahren. Wir wurden ein wenig durchgeschüttelt, aber halt so wild. Jetzt segeln wir hart am Wind über die Lagune nach Süden, wo wir hinter einem kleinen Motu ankern werden, dann ist Bootsputz und Rasten angesagt. Letzte Nacht haben wir kaum Schlaf bekommen, weil die Katze so lästig war. Sie hat gemampft wie ein Holzhacker, aber durchgeheult – wahrscheinlich nur fad…

2020
25
Aug

Viele Faktoren zu berücksichtigen

“Segeln wohin der Wind uns trägt” klingt romantisch, aber am Ende hängt die Wahl eines Atolls von vielen Faktoren ab: wir müssen es durch Aufkreuzen zwischen Nachbaratollen erreichen können, also muss der Wind mitspielen. Atolle haben nur winzige Auslässe, die stark von Gezeitenströmungen beeinflusst werden und ein Segelboot soll niemals versuchen bei Wind gegen Strömung einzufahren (hohe Stehwellen machen das zu gefährlich) und drittens muss die Ankunft bei Tageslicht mit genug Zeit, um über eine Lagune voller Korallenköpfe zu navigieren.

Gestern sind wir hart am Wind bei 25 Knoten Südostwind gestampft, wir krängten so stark, dass man im Bootsinneren nur herumklettern konnte, während Pitufa über 2 bis 3 m hohe Wellen sprang, dafür waren wir schnell und auf einem guten Kurs unterwegs. Heute hat die Brise nachgelassen und es ist viel gemütlicher, aber wir werden unser Wunschziel Toau (unbewohntes Atoll, Cruiserfreunde sind schon dort) nict schaffen, weil es zu weit im Osten liegt. Ahe war die nächste Option, aber das erreichen wir nicht bei Tageslicht morgen. Somit haben wir uns am Ende für Apataki entschieden, weil wir es mit 2 oder dreimal Aufkreuzen bei auslaufender STrömung erreichen sollten (der Pass ist nach Westen offen, der Wind kommt von Osten, passt also) mit genug Zeit, um die bei guter Sicht über die Lagune zu navigieren. Zumindest ist das vorläufig einmal der Plan – schau ma moi ;-)

2020
23
Aug

Richtung Tuamotus

260 bestätigte Covid-19 Fälle in Französisch Polynesien, der Präsident kündigte ab Montag ‘neue Maßnahmen’ an – es ist gutes Timing, dass wir voll gebunkert und fertig zum Lossegeln sind. Der starke Südostwind (mara’amu), der seit ein paar Tagen über die Insel fegt, soll morgen ein wenig leichter werden und wir sollten gute Bedingungen für einen Törn zu den Tuamotus haben. Über 70 Ringatolle sind dort draußen verstreut – wir werden die Windfahne auf 45 Grad setzen und schauen welches wir erwischen. Manche haben einen Pass in ihre Lagunen, andere nicht, manche haben ein kleines Dorf, andere sind unbewohnt – aber alle sind weit abseits der Zivilisation und es wird uns gut tun, wieder einmal offline zu sein ;-)

2020
19
Aug

Treibstoffverbrauch

Heute früh sind wir zur Tankstelle gefahren und haben unseren Dieseltank und die Reservekanister aufgefüllt – 180 Liter hatten Platz. Für uns bedeutet Segeln nahe an der Natur zu leben und uns umweltbewusst zu verhalten, somit versuchen wir unseren Dieselverbrauch unter 300 l/Jahr zu halten.

Das Boot vor uns brauchte extrem lang (Deutsches Boot, junges Paar), somit fragte ich den Tankwart, was sie so lange getrieben hätten. Ich konnte seine Antwort kaum glauben (und fragte zwei Mal nach): sie hatten 3.000 Liter getankt! Cruisen bedeutet nicht für alle das Gleiche. Segler, die von Termin zu Termin hetzen, ohne auf Wetterfenster zu warten, Segler, die jeden Tag den Generator laufen haben, damit allerlei Gadgets genug Strom kriegen (anstatt Solarpanele zu installieren), etc. Aber 3000 Liter? Es scheint unglaublich, dass ein einzelnes Segelboot so viel Diesel verbrauchen und verstauen(!) kann…

2020
17
Aug

130 neue Covid Fälle

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen sieht es aus, als ob die Öffnung der Grenzen zur gefürchteten zweiten Covid-Welle hier geführt hat. Im letzten Monat wurden 130 neue Fälle hier in Tahiti registriert und der Zähler steigt jeden Tag um ein Dutzend. Das ist im internationalen Vergleich sehr wenig, aber in einem riesigen Inselstaat mit 67 bewohnten Inseln aber nur einer modernen, großen Intensivstation (in Tahiti) trotzdem sehr bedrohlich.

In Supermärkten und anderen Geschäften verhalten sich die Leute nach wie vor sehr verantwortlich, aber scheinbar waren Bar- und Restaurantbesucher nicht ganz so vorsichtig. Wir haben in einer lokalen Zeitung gelesen, dass ein großer ‘Cluster’ in Papeete (77 Fälle) durch Flüge nach Frankreich exportiert wurde (51 Rückkehrer aus Tahiti wurden positiv getestet). Ironischerweise wurde dieser Ausbruch auf eine Abschiedsfeier in einem Restaurant zurück geführt, wo ausgerechnet Gendarmen(!!) das Ende ihrer Dienstzeit in Französisch Polynesien ohne Masken und Sicherheitsabstand feierten…

Wir fürchten einen weiteren Lock-down und ein Verbot von Reisen zwischen Inseln, somit wollen wir so schnell wie möglich von Tahiti weg. Meine freiwillige, einwöchige Quarantäne ist vorbei, wir haben gebunkert und Pitufa ist fertig zum Segeln, aber noch ist kein Wetterfenster in Sicht…

2020
12
Aug

Neuer Betrachter für unsere Fotogalerien!

Unser Blog hat endlich einen neuen Bildbetrachter für unsere Fotogalerien bekommen! Er ist modern, intuitiv, benutzerfreundlich, unterstützt Wischen und funktioniert sowohl auf PCs/Laptops als auch auf kleinen mobilen Geräten (zumindest meiner Meinung nach). Ich freue mich aber auch über gegenteilige Hinweise…

Viel Spaß beim Durchschauen unserer Fotoalben mit dem neuen Programm — fröhliches Wischen!

2020
10
Aug

Reisen in Zeiten von Covid-19

Ich musste aus familiären Gründen nach Österreich reisen und bin gerade wieder zurück nach Tahiti gekommen. Meine größte Sorge war, dass Fr. Poly in meiner Abwesenheit die Grenzen wieder schließen könnte, somit traute ich mich nicht länger als zehn Tage in Österreich zu bleiben. Ich war etwas schockiert, wie sorglos sich die meisten Leute dort verhalten: Masken nur in Supermärkten, Kellner tragen ihre Masken als pro-forma Angelegenheit unter dem Kinn und meine Desinfektions-Rituale wurden belächelt…

Die Reise selber war erstaunlich angenehm: der Air France Flug über Vancouver (derzeit landet Air France nicht in den USA, stattdessen gehen die Flüge via Kanada und mir blieb der Security-Wahnsinn in L.A. dieses Mal erspart) war fast leer, die wenigen Passagiere hatten jeweils eine Sitzreihe für sich und wir konnten uns auch in der Economy Klasse gemütlich ausstrecken. Boarding erfolgte in kleinen Gruppen (die Flugzeugteile waren in Zonen eingeteilt) und die Leute stellten sich mit großen Abständen an.
Zwei Wochen später beim Rückflug war schon wieder alles anders: Boarding in einer langen Schlange, keine Abstände mehr, aber zumindest immer noch Masken am Flughafen und im Flugzeug. Unglaublich wie schnell Leute wieder in vertraute Schemen fallen – unser generelles Motto ‘besser Vorsicht als Nachsicht’ ist leider nicht sehr weit verbreitet.

Bevor ich nach Ö flog, fragte ich bei der Botschaft an, ob ich einen Covid Test brauchen würde und sie behaupteten das sei wegen des Transit-Stops in Kanada nötig (lächerlich, weil ich den Test vor dem Zwischenstopp im covid-freien Tahiti erledigte), somit machte ich brav in Tahiti einen für 250 Euro – weder in Paris noch in Wien fand ich jemanden, der sich für meinen schönen Test interessierte… Am Wiener Flughafen wandert man ohne jegliche Überwachung einfach beim Ausgang hinaus…

Für den Rückflug wusste ich, dass ich sicher einen Covid Test brauchen würde, aber es stellte sich in Österreich als beinahe unmöglich heraus, ein Labor oder Krankenhaus zu finden, dass solche Tests durchführt. Ich rief 10 Stellen an und musste mir anhören, dass sie entweder nur an einem Tag der Woche testeten (unbrauchbar für meinen Flug) oder gar nicht mehr im August… Am Ende fand ich ein Labor in Steyr, wo ich mich mit etwa 30 anderen Leute anstellen musste – wenn man planen würde ein Virus zu verbreiten, wär das ein guter Ansatz.

Am Ende hatte ich einen negativen Covid-Test, ein französisches Reiseformular, einen Etis-Antrag (franz-polyn. online Antrag) und eine Versicherungsbestätigung beisammen. Alle Dokumente wurden sowohl in Wien, als auch in Paris und dann noch einmal in Tahiti überprüft und in Tahiti bekam ich dann noch ein Self-Test-Kit und ich muss in 4 Tagen Proben aus der Nasen und dem Rachenraum abgeben. Ich war ob dieses Papierkriegs seeehr nervös, aber alles hat gut funktioniert und ich hab’s wieder zurück zu Pitufa, Christian und Leeloo geschafft :-)

2020
06
Aug

Beitrag über Stevenrohrabdichtungen im aktuellen All-at-Sea-Magazin

Birgit Hackl, Christian Feldbauer: Dripless Shaft Seals, All At Sea Caribbean, August 2020, p. 40–44. Free download from allatsea.net. (auf Englisch)

2020
31
Jul

Blog-Weiterleitung

Die Weiterleitung fuer englische Blogbeiträge auf unsere Facebookseite @sy.pitufa funktioniert bereits. Nun hab ich ein weiteres Service eingerichtet, dass auch die deutschen Beiträge auf Facebook erscheinen. Dafür gibts eine eigene Seite @Pitufa.at. Nun heisst es warten, ob dieser Eintrag dort eintrudelt…

2020
31
Jul

Automatically posting to facebook?

I am testing a service to automatically share our blog posts on our facebook page. It’s called dlvr.it, and I’m not sure yet whether it works or not. We will know as soon as this post shows up at @sy.pitufa

2020
27
Jul

Alles Gute zum Geburtstag Leeloo

Irgendwann im Juli wurde unsere Leeloo 20 – ein schönes Alter für eine Katze… Sie hat viel in ihrem langen Leben gesehen: sie hat mit uns in unserer Gartenwohnung in Graz gelebt, ist mit mir auf Studentenaustausch in Madrid gegangen, hat Schwedische Wälder durchstreift, in unserem ‘langen Garten’ in Cambridge residiert und als wir 2009 segeln gingen, war sie auf unserem ersten Törn dabei. Sie lebt seit 9 Jahren Vollzeit auf Pitufa, eine richtige alte Seebärin ;-)


2020
25
Jul

ProfiSeal Stevenrohabdichtung im Langzeittest

Pitufa’s Voreigner war Deutscher, somit kam das Boot mit jeder Menge Ausrüstung ‘made in Germany’. Eins davon ist unsere Wellendichtung: ein Profiseal (www.profiseal.de), das auf einem axialen Dichtungskonzept beruht. Statt einer anfälligen Gummi-Ziehharmonika wie bei der PSS hat das ProfiSeal ein solides Metallgehäuse, das mit einem Flansch auf dem Stevenrohr sitzt. Im Gehäuse befindet sich ein mit der Welle verbundener Graphitring, der von einer Edelstahlfeder gegen einen Edelstahlring im Gehäuse gedrückt wird. Es ist wassergekühlt, sehr kompakt, nur 11 cm lang für unsere 35 mm Welle und damit wahrscheinlich die einzige Lösung auf engem Raum.

Unser Profiseal hat das Boot unglaubliche 23 Jahre trocken gehalten und das Durchhaltevermögen in einem Umfeld voller galvanisch nobler Nachbarn ist erstaunlich. Wir haben nur einmal vor 6 Jahren die rotierende Einheit und den Edelstahl-Gegenring getauscht (nachdem wir den Schaft ziehen mussten). Wir haben damals die Firma kontaktiert und das Kundenservice (sowohl Beratung für die Installation als auch Zustellung von Ersatzteilen) war super. Nachdem das Gehäuse mittlerweile doch schon Korrosionsschäden gezeigt hat, haben wir letzte Woche in der Werft eine neue Dichtung eingebaut — natürlich wieder ein ProfiSeal.

Unser neues ProfiSeal wird installiert

2020
25
Jul

Disziplinierte Tahitianer

Während keine internationalen Flüge nach Französisch Polynesien erlaubt waren, fiel uns auf, dass die Leute in ihre normalen Gebräuche zurück fielen – keine Masken, Begrüßungsbussis, etc. Wir waren besorgt, dass sie dieses Verhalten mit Beginn der internationalen Flüge beibehalten würden. Wir lagen falsch: in der Stadt trägt jetzt fast jeder eine Maske (viele mit bunten, polynesischen Mustern), Leute stellen sich im Supermarkt mit Respektabstand an und ich war mehr als überrascht, als die Kassierin beim ‘Champion’ heute jede einzelne Banknote und Münze desinfizierte. Bisher keine Fälle in Tahiti, wir hoffen das Beste.

2020
24
Jul

Werft-Chaos

Wenn wir in der Werft sind, arbeiten wir den ganzen Tag durch (und manchmal bis in die Nacht — schon einmal versucht schwarzes Antifouling im Dunkeln aufzutragen??). Nachdem wir auf Pitufa leben, können wir auch am Abend nicht von der Baustelle heimgehen. Üblicherweise brauchen wir zumindest ein Teil aus jedem unserer umfangreichen Stauräume, Klumpert stapelt sich und am Ende des Tages ist jedes Stückerl Oberfläche voll geräumt. Bevor wir endlich niederbrechen können, müssen wir erst Sitzplätze freiräumen.

Solches Chaos bedeutet natürlich auch endlose Suchereien und es ist extra-nervig, wenn man meint, dass man alles notwendige Werkzeug für einen Job per Kübel-Lift zu Boden gelassen hat, nur um draufzukommen, dass ein Teil fehlt. Vier Meter die Leiter hinauf, übers Deck, 6 Stufen unter Deck und wieder retour. Zumindest können wir uns nicht über zu wenig Fitnessprogramm beschweren.

Glücklicherweise haben wir alle Arbeiten in nur einer Woche geschafft (Antifouling, Lack-Ausbesserungen, ein neuer Tiefenmesser in einem größeren Loch, obsoleten Borddurchlass zu schweißen, neue Wellendichtung, neues Wellenlager, Aufhängung für eine neue Badeleiter, Anschweißen derselben, Installieren der Leiter, etc. etc.) und sind heute schon wieder ins Wasser! Hurrah!!

Natürlich konnte Christian nicht widerstehen und musste die Leiter heute fertig montieren — schon wieder wurden die tiefsten Vorratsstauräume leer gemacht auf der Suche nach Teilen. Egal, jetzt sind wir endlich fertig und jetzt gibts ein Bier!

Wir mussten das Wellenlager tauschen.

Giftige Brühe...

Birgit beim Antifouling-Streichen

Werftchaos

Nach dem Anschweissen von Halterungen für unsere neue Badeleiter muss vorm Lackieren viel gespachtelt werden.

Viel Tiefgang bedeutet hoch hinaus in der Werft.

Nach einer Woche kommt Pitufa endlich wieder ins Wasser.

2020
14
Jul

Article on Dangers of Atolls in Blue Water Sailing Magazine

Birgit Hackl, Christian Feldbauer: The dangers of navigating and anchoring in atolls, Blue Water Sailing, Spring 2020, p. 24–29. Read the current issue online.

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