deen

2024
28
Apr

Seeschlangen!

Hier in Fidschi sehen wir oft Seeschlangen beim Schnorcheln und schauen ihnen gerne zu, wie sie am Riff nach Beute suchen und zwischendurch immer wieder für einen Atemzug an die Oberfläche aufsteigen. Seeschlangen sind extrem giftig, aber glücklicherweise gar nicht aggressiv und angeblich ist ihr Mund auch zu klein, um einen Menschen zu beißen (eine kleine Zehe würde wohl ins Mäulchen passen, aber die stecken eh in Flossen). Alle Exemplare, die wir bisher gesehen haben, waren winzig, kürzer als ein Meter, aber in Gau haben wir erstmals eine über anderthalb Meter lange Schlange getroffen! Wir haben nachgelesen, Männchen werden bis 80 cm, Weibchen bis 1.40, somit handelte es sich um ein ausgewachsenes Weibchen der Gattung Laticauda colubrina (gestreifte Seeschlange) :-)

2024
27
Apr

Gau

Letzte Woche haben wir einen leichten Nordostwind genutzt, um 30 Seemeilen zur nächsten Insel zu segeln. Gau ist Fidschis fünftgrößte Insel und sie ist ebenso dicht bewaldet wie die Nachbarin Ovalau, aber nicht ganz so steil und spektakulär.
Wir ankerten in der großen, geschützten Bucht Waikama und sind gleich an Land gegangen, um uns vorzustellen und Sevusevu (ein Kavabündel) zu bringen. Philipe, der Headman, erzählte uns über eine neue Meeresschutzzone (sie hatten schon früher welche) und ein Projekt Mangroven als Uferschutz zu pflanzen – ein sehr positiver erster Eindruck!
Wir gingen eine Runde spazieren, trafen Balelevuka, der uns spontan frisch geernte Melanzani und Platanen schenkte und als wir ins Dorf zurück kamen, hatte Litia schon Tee gekocht und lud uns auf warme Buchteln ein! Zurück auf Pitufa kam ein Boot vorbei – Timoci hatte uns im Dorf verpasst und wollte auch noch Hallo (Bula!) sagen, klar bekamen wir gleich noch mehr Kochbananen und wilden Yams…
Die warme Gastfreundschaft der Leute hier macht Fidschi zu einer ganz besonderen Erfahrung :-)

2024
25
Apr

Begegnungen

An vielen unserer Ankerplätze (sogar bei abgelegenen Inseln) sehen wir keine Anzeichen von Leben, keine Fische im Wasser und kaum Vögel am Himmel. Somit schätzen wir die Wildtierbegegnungen hier in Ovalau umso mehr: am Morgen schwimmt meist eine Gruppe Delfine in der Lagune vorbei, Schwärme winziger, silbriger Fische springen auf der Flucht vor einem größeren Verfolger über die Wasseroberfläche, vom Land hören wir eine Vielzahl verschiedener Vogelstimmen und beim Schnorcheln treffen wir Riffhaie und manchmal sogar Schildkröten!
Meist sind diese sehr scheu und gleich weg – gut so, denn sie werden hier in Fidschi immer noch gejagt. Dieses Exemplar war allerdings ungewöhnlich neugierig – oder vielleicht kurzsichtig.
“Was ist das für ein komischer Fisch?”

“Den muss ich mir genauer anschauen…”

“Oh nein, Hilfe, ein Mensch!!”

2024
21
Apr

Reissverschluss im Schutz von Klettverschluss

Windige Tage und Regentage sind auf Pitufa immer Projekttage. Der Reissverschluss am Lazybag (der Segelsack am Baum für das Großsegel) war an mehreren Stellen gebrochen – die Tropensonne war zu viel für das Plastik, obwohl wir extra eine handbreite Sunbrella-Lasche als UV-Schutz entlang des Reissverschluss aufgenäht hatten: die Klettverschluss-Stücke, die wir verwendet hatten, waren zu kurz, bei starkem Wind wurde die Lasche aufgeblasen und das war zu viel für den Reissverschluss.
Wir holten den Lazybag noch vor dem Einsetzen des Schlechtwetters vom Baum und verbrachten 2 Tage mit dem Projekt: der schwierigste Teil war das Auftrennen von 8 Metern superstabiler Tenara-Doppelnaht… Dann 4 Meter Reissverschluss links, 4 Meter rechts und das gleiche noch einmal für den Klettverschluss (diesmal durchgehend). Ohne Miss Pfaff, unsere gute, alte Nähmaschine, hätten wir das nicht geschafft…
Jetzt ist der Lazybag wieder oben und das Großsegel sicher verstaut :-)

2024
17
Apr

Knifflige Manöver

Wir lieben Ovalau und seine Lagune, aber die Form der Insel macht Ankern bei Starkwind schwierig: die Insel ist oval (daher vielleicht der Name ;-) , es gibt keine Motu am Außenriff, hinter denen man sich verstecken könnte und die wenigen Buchten auf der Ostseite sind alle nach Osten und Südosten offen – woher der vorherrschende Wind weht. Die östliche Lagune ist nicht mehr der geschützten Westseite verbunden – wenn man dorthin will, muss man rundherumherum um den Norden segeln/motoren.

Den letzten Südostwind haben wir auf der Westseite ausgesessen, aber dieses Mal wollten wir nicht wieder so viele Meilen machen. Stattdessen fuhren wir in die südliche Lagune und hofften (gegen besseres Wissen), dass das breite Außenriff uns dort genug Schutz gewähren würde. Falsch gedacht. Was tun? Wir mussten auf Plan B umsteigen: irgendwie durch das Rifflabyrinth in der Lagune zum einzigen geschützten Platz hinter einem Inselchen navigieren.

Wir hatten gute Satellitenbilder für die Gegend, aber in der Realität ist das Wasser extrem trüb, was Navigieren sehr riskant macht. Wir machten uns also an einem sonnigen Tag zur Mittagszeit auf den Weg und Christian konnte als Ausguck am Bug die Riffe schemenhaft ausmachen. Wir schafften es durch die schmale Einfahrt in die geschützte Bucht mit ruhigem Wasser und tollem Ausblick!

2024
13
Apr

Kübelwäsche

Heute morgen wachten wir auf einer perfekt, ruhigen Lagune auf, Pitufa schwebte in einem Meer aus türkis umringt von Korallen, somit fuhr Christian mit dem Dingi aus, um ein paar Fotos von unserer hübschen, kleinen Sparkman & Stephens zu schießen. Natürlich hing wie immer Wäsche auf der Leine – Bilder von Pitufa ohne diese Art von Deko sind rar ;-)

Als wir losgesegelt sind, haben wir wie die meisten Segler unsere Schmutzwäsche in einem großen Sack gesammelt, wo sie dann jeden Tag stinkiger und ekeliger wurde, bis wir endlich wieder eine Waschmaschine für eine große Ladung fanden. Auf Galapagos durften wir die Maschine nicht selber befüllen, sondern der Besitzer des Waschsalons wolllte dies für uns tun. Er öffnete den Sack, rümpfte die Nase, warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu und sagte: “Es muy sucio” (das ist sehr schmutzig). Er war offensichtlich nicht in seinem Traumberuf gelandet und Kundenservice war nicht seine Stärke, aber ich musste ihm insgeheim recht geben.

Von diesem Tag an hörten wir auf Schmutzwäsche anzuhäufen, sondern waschen einfach jeden Tag ein paar Teile. Theoretisch hätten wir dank Solarpaneelen und Wassermacher genug Energie und Wasser für eine Waschmaschine, aber halt keinen Platz und somit waschen wir halt im Kübel jeden Tag ein paar T-Shirts, oder etwas Unterwäsche und hie und da ein paar Handtücher oder Bettwäsche (wenn das Wetter stabil ist).

Keine große Sache, aber leider war dieser März echt verregnet, somit sammelten wir mehr Wäsche als sonst an und dann fand ich auch noch ein ganzes Kastl voller Händtücher und Bettwäsche, die ekelig schimmelig roch. Die alle durchzuwaschen war bei wechselhaftem Wetter eine ordentliche Herausforderung, aber heute haben wir das letzte Stück geschafft!

2024
07
Apr

Levuka, Fidschis alte Hauptstadt

Levuka wurde in den 1830ern von Sandelholz- und Seegurkenhändlern gegründet und wurde Fidschis erste Hauptstadt, aber nur für kurze Zeit (1874-1883), denn wegen der umliegenden, steile Berge fehlte Potential für Wachstum und so ging die Ehre an Suva weiter. Levuka fiel in einen Dornröschenschlaf und wurde 2013 Unesco Weltkulturerbe.

Wir kamen letzte Woche hier an und waren gleich von den bunten, kleinen Holzhäuschen im Kolonialstil verzaubert. Entlang der Beach Street ist quasi alles superlativ: die älteste Polizeistation Fidschis, das älteste Hotel, die erste Schule, etc. Aus der Nähe sieht man allerdings, wie das nass-tropische Klima den Holzbauten zusetzt: Algen und Schimmel auf den Fassaden und das Holz rottet vor sich hin und müßte bald einmal renoviert werden, sonst fällt das Weltkulturerbe bald um.

Es ist eine quirlige, kleine Stadt mit vielen Supermärkten und Geschäften (keine Ketten), Souvenir-Shops, Marktstandln, ein paar Restaurants, einem Cafe und (jetzt kommts) einer Bar! Sogar am Ostersonntag war fast alles geöffnet… Taxis cruisen auf der (einen) Küstenstraße und bunte Trucks bringen Leute aus Dörfern rund um die Insel in die Stadt. Hinter der Altstadt ziehen sich Siedlungen die steilen, bewaldeten Hänge hinauf und dahinter ragen die Berge in den Himmel – uns hat’s ein wenig an die Marquesas in Fr Poly erinnert.

Levukas Lage an der Ostseite der Insel Ovalau macht es Segelbooten nicht leicht, denn der Ankerplatz vor der Stadt ist nur von einem Riff geschützt und den vorherrschenden Ostwinden ausgesetzt. Bei Passatwind ist das sicher eine sehr schaukelige Erfahrung (also den Großteil des Winters über) und dann muss auch das Anlanden mit dem Dingi auf der Außenseite des kommerziellen Docks interessant sein… Jetzt im Sommer gibt es lange Phasen ohne Wind und wir haben so eine Flaute genutzt, um auf der spiegelglatten Lagune gleich außerhalb der Stadt zu ankern. Wir haben Pitufa sogar einen Tag lang auf einem Sandfleck am Außenriff geparkt und waren schnorcheln: Wir waren positiv überrascht, dass die Korallen in sehr gutem Zustand sind – fast nichts gebleicht! Wir trafen auch halbwegs viele Fischis und sogar zwei neugierige Weißspitzenriffhaie, immer ein Highlight und selten hier in Fidschi :-)
Hier sind mehr Fotos von Levuka und Umgebung!

Levuka

Fidschis erste Hauptstadt wurde zum Weltkulturerbe erklärt und durchaus einen Besuch wert! Süße, kleine Häuser im Kolonialstil und eine entspannte Atmosphäre. Wir verbrachten bei ruhigem Wetter im April 2024 ein paar Tage vor der Stadt vor Anker.

(20 Fotos)


2024
07
Apr

Ein neues AllAtSea Magazin, ein neuer Pitufa Artikel!

In der April Ausgabe von AAS gibt’s schon wieder einen Artikel von uns, dieses Mal über die Vor- und Nachteile von saisonalem Cruisen!

2024
18
Mar

Lagune in grau

Nach einigen sonnigen Sommermonaten, schlägt die Regenzeit jetzt doch zu und statt in 50 Schattierungen zwischen Grün und Blau, schimmert Kadavus Lagune in eintönigem Grau ;-)
Bei uns sammelt sich feuchtes Zeug (Kleidung, Handtücher, etc.) und nichts trocknet aus, unter Deck dampft es bei geschlossenen Luken und der Schimmel wächst wie die sprichwörtlichen Schwammerl. Leider zeigen die Wetterberichte, dass die Konvergenzzone samt Regen weiter über Fidschi hängen bleibt und mit einer aktiven MJO (Madden-Julian-Oscillation) im Pazifik ist auch das Zyklonrisiko erhöht.

2024
13
Mar

In jeder Ausgabe von AllAtSea ein Artikel von uns

Obwohl wir nur kurze Zeit in der Karibik verbrachten, schreiben wir immer noch für das populäre Magazin AllAtSea dort! In der Jännerausgabe war ein Artikel über Hobbies an Bord (Never bored aboard), im Februar gab’s eine Aufforderung Papageienfische zu schützen (Protect Parrotfish) und jetzt im März habe ich gerade unser Loblied auf unsere Hydrovane Windsteueranlage im aktuellen Magazin entdeckt (Ode to the hydrovane)!
Wer in der Karibik unterwegs ist, kann das Magazin bei den meisten Bootszubehörläden gratis mitnehmen, oder sonst kann man AllAtSea auch GRATIS downloaden!
Ich werd so schnell ich kann schreiben, damit auch in den weiteren Ausgaben heuer Artikel von Pitufa zu finden sind ;-)

2024
08
Mar

Ich schäme mich, ein Mensch zu sein

Wenn ich den Riffen hier beim Bleichen und Sterben zusehen muss, schäme ich mich zur Spezies Mensch zu gehören. Fische schauen zu uns Schnorchlern hinauf, der kleine Clownfisch, der sich in seiner gebleichten, sterbenden Anemone zu verstecken versucht, die Chromis im algenüberwachsenen Skelett einer Hirschgeweihkoralle – sie wissen nicht, warum ihr Riff stirbt. Aber ich weiß es.
Wegen Überfischung, Erosion, Umweltverschmutzung und natürlich globaler Erwärmung. Alles verursacht von einer Spezies: uns (und schiebt die Schuld jetzt nicht auf furzende Kühe, weil die ebenfalls von Menschen gezüchtet werden). Jeder Fisch, jeder Wurm, jedes noch so mindere Wesen spielt seine Rolle im Ökosystem, nur wir glauben, dass wir über allen Regeln stehen und das Recht haben, den Ozean und den ganzen Planeten zu zerstören. Nur weil wir immer mehr, mehr und noch mehr wollen.
Mehr Komfort, mehr Profit, mehr Luxus, mehr Essen für immer noch mehr Menschen.
Wenn die Leute einmal stehen bleiben könnten und reflektieren was sie eigentlich brauchen, würden sie vielleicht weniger nehmen, statt immer mehr, mehr, mehr.

Tur mir leid, dass ich so negativ bin, aber obwohl wir uns an jeder Ecke mit gesunden Korallen erfreuen, uns damit trösten, dass ein halbtoter Korallenstock ja noch halb am Leben ist, darauf bauen, dass sich manche Korallenarten anpassen können und bei jedem Grad Abkühlung auf eine Erholung angeschlagener Stöcke hoffen, hab ich Angst, dass wir uns nur etwas vormachen. Die Riffe sterben mit einer solchen Geschwindigkeit, es ist einfach herzzerreissend. Ja, die Natur hat ein enormes Potential zur Adaption, aber nicht wenn die Veränderungen so schnell und so extrem kommen.

2024
28
Feb

20% Rabatt auf alle Pitufinos diese Woche!

Falls ihr auf die Boot Tulln kommt, schaut beim Pitufino Stand vorbei für Demonstrationen aller Features! Wir werden leider nicht dort sein, aber unser Kollege in Österreich. Wir geben 20% Messerabatt, haben dieses Angebot aber auch auf den Online shop www.currently-marine.com erweitert, also minus 20% für alle diese Woche!!

2024
26
Feb

Wieder beim Astrolabe Riff!

Nach einer anstrengenden Woche in Suva sind wir jetzt wieder draußen aus dem Hafen und zurück beim Astrolabe Riff! Die Lagune schützt nicht nur die Hauptinsel Kadavu, sondern auch mehrere kleine Inseln im Norden davon. Hier ist Pitufa vor Anker bei den Alacrity Rocks mit der Westseite von Ono im Hintergrund :-) Hier kann man nur an ganz ruhigen Sommertagen ankern…

2024
10
Feb

Noch am Leben

Genau heute um diese Zeit vor einem Jahr mussten wir im Südpass von Matuku durch eine reissende Strömung um unser Leben schwimmen, nachdem wir mit einem einheimischen Boot einen Unfall hatten. Wir schafften es irgendwie durch die Brecher und konnten uns eine Stunde am Wrack festhalten, bis wir endlich gerettet wurden. Der arme Maikeli hat nicht überlebt und heute sind unsere Gedanken bei ihm und seiner Witwe und Tochter…
Das letzte Jahr war das härteste meines Lebens und ich leide immer noch unter den Nachwirkungen des Unfalls, aber wir haben überlebt und wir sind dankbar, dass wir noch hier sind. Immer noch Richtung Horizont segeln können.

2024
01
Feb

Wartungen und Reparaturen

Ein Segelboot will ständig Liebe und Aufmerksamkeit, unsere Pitufa ist da keine Ausnahme. Einer der Reissverschlüsse an der Sprayhood ist ausgerissen, somit haben wir unsere Schatzkisten durchgeschaut, haben keinen neuen Reissverschluss gefunden, aber zumindest einen, den wir aus einem alten Rucksack herausgeschnitten haben. Somit haben wir die Sprayhood abgebaut und die Nähmaschine aufgebaut. Wie immer war das Problem nicht die Naht, sondern das Werkstück irgendwie in die Maschine zu wursteln… Kaum ein Monat geht vorbei, ohne dass unsere Miss Pfaff uns nicht bei einem kleinen oder großen Projekt aus der Patsche hilft – eine Nähmaschine ist auf einem Segelboot Gold wert!

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