Die letzten Tage waren eine emotionale Achterbahnfahrt. Montag Morgen war das Ersatzteil endlich im Shop (hurrah!), aber dann verbrachten Christian und Adrian einen frustrierenden Nachmittag Kopf voran im Motorraum, beim vergeblichen Versuch die Teile zusammenzusetzen. Man stelle sich die Szene vor: zwei fluchende, schwitzende Maenner liegen auf dem Boden, stecken mit Kopf, je einer Schulter und einem Arm unter dem Motor und sollen exakt arbeiten, obwohl sie kaum hinlangen. (Motorraeume auf Segelbooten sind nie gross genug. Adrian schlug vor, dass jedes Boot einen Gnom auf einem langen Stock an Bord haben sollte…) Es gab jede Menge schmutzige Dialoge (steck ihn rein! fester! nein, stop, schmier mehr Vaseline drauf…), aber am Abend mussten sie aufgeben. Nachdem wir einen Krantermin fuer den Nachmittag hatten, gings am naechsten Morgen schon um 6 Uhr wieder los. Um 10 waren das Wellenlager und sein Gehaeuse an ihrem Platz, aber die CV joints wollten nicht reingehen – es war einfach nicht genug Platz. Mit der Angst im Hinterkopf, dass wir den Motor wegheben wuerden muessen, versuchten wir mit einem Seilzug um den Mast den Motor ein wenig nach vorn zu ziehen – immer noch fehlten ein paar Millimeter. Sie schraubten die Motoraufhaengung auf, zogen wieder und endlich ging sich alles aus. Um 1 Uhr hing Pitufa in Gurten unterm Kran, um 2 Uhr waren wir im Wasser. Schnell, check unterm Motor – kein Wassereinbruch, Hurrah! Dann starteten wir den Motor und beim Auspuffrohr stroemte Wasser herein. Scheisse! Den Kranleuten sagen, dass wir mehr Zeit brauchen, die Schlauchklemme fester ziehen, wenn bloss nichts bricht!! Endlich, kein Wasser mehr. Weitere bange Momente folgten, als wir den Gang zum ersten Mal einlegten, aber alles hielt und Pitufa konnte endlich wieder in die Freiheit gleiten
2014
21
May
Platsch!
2014
17
May
Immer noch in der Werft
Wir sind immer noch auf dem Trockenen und warten auf ein Ersatzteil, das fuer letzten Mittwoch, dann letzten Freitag, jetzt naechsten Montag versprochen wurde… Alles andere ist fertig: neues Antifouling, wir haben den Dieseltank aufgeschnitten und geputzt, allerhand kleinere Reparaturen erledigt und Pitufa ist an sich fertig fuers Wasser. Hoffen wir, dass das Teil ankommt, wir haben naemlich gruendlich genug von der lauten, dreckigen Werft.
2014
10
May
Tage in der Werft sind harte Tage
Schleifen, malen, reparieren, verzweifeln (wenn sich Komplikationen haeufen), Marathons zwischen Geschaeften – die Arbeit in einer Werft bringt einen an den Rand der Erschoepfung (und darueber hinaus), aber wir machen Fortschritte.
2014
08
May
Neuer Artikel im aktuellen Ocean7
Der 1. Teil unseres Artikels über die Gambierinseln ist gerade in der aktuellen (Mai/Juni) Ausgabe vom Ocean7-Magazin erschienen.

Birgit Hackl, Christian Feldbauer: Iles Gambier — Südseeparadies am Rande der Tropen. Teil 1, OCEAN7 03 (Mai/Juni) 2014, p. 24–27. download PDF (in German only)
2014
06
May
Auf dem Trockenen
Letzte Nacht stellte sich heraus, dass unser ‘gemuetlicher’ Ankerplatz in einer verbotenen Ankerzone lag, wie uns ein blaulichtbewaffneter Hafensheriff spaet nachts informierte. Er bestand darauf, dass wir weg sollten, trotz unserer Proteste, dass dies ohne Motoreinsatz unmoeglich sei. Nach einer halben Stunde Diskussion und dem Setzen eines Heckankers, der uns etwas weiter vom Kanal weghielt, war er endlich zufrieden und zog ab… Heute Morgen erlebten wir noch ein paar nervenraubende Momente als uns ein Schleppboot auf die viel zu knapp scheinende Betonmauern des Travellift zubugsierte. Aber wir kamen ungeschoren davon und jetzt sitzt Pitufa auf dem Trockenen und wartet auf Bauchimassage (Schleifen), neues Makeup (Antifouling) und natuerlich die Reparatur des Wellenlagers.
2014
05
May
Pitufa in Tahiti
Ein kleinerer Unfall zwang uns schon frueher als geplant nach Tahiti zu segeln. Nach den noetigen Reparaturen in einer Werft nutzen wir die Gelegenheit und erkunden die Insel gleich ein wenig.
2014
05
May
Angekommen!
Die letzten 24 Stunden waren fuer unseren Geschmack etwas zu aufregend, aber jetzt sind wir sicher vor Anker in Papeete, Tahiti. Wir sind gestern Nacht angekommen und mussten unter Segeln in eine uns unbekannte Bucht hinein. Normalerweise machen wir das nicht, aber die Bucht hinter Point Venus im Nordwesten von Tahiti ist offen und leicht zugaenglich, somit entschieden wir uns gegen eine weitere Nacht auf See. Die Brecher zu hoeren, ohne sie in der stockdunklen Nacht zu sehen, war nicht grad angenehm, aber wir warfen den Anker ohne Zwischenfaelle und genossen eine ungestoerte Nachtruhe.
Heute Morgen mussten wir wegen einer Aenderung der Windrichtung aber dort weg. Gleich nachdem wir den Anker gehoben hatten, verliess uns allerdings der Wind und wir schunkelten in weniger als 5 Knoten Wind mit nur etwa einem Knoten Fahrt suedwaerts. Nach 3 Stunden hatten wir die 2.5 Meilen endlich geschafft, doch gerade als wir in den Riffkanal bogen, brach ein Gewitter los. Von 5 auf 25 Knoten binnen Sekunden…. Pitufa stuermte los, wir schafften es gerade so um die aeusstersten Bojen und warfen sofort den Anker. Leider stellte sich heraus, dass der Platz nicht ausreichend geschuetzt war und somit mussten wir den Anker wieder heraussegeln und etwas weiter drinnen im Kanal neu setzen. Und das alles ohne Motor… Adrian (SY Attila), den wir auf den Gambier getroffen hatte bot seine Hilfe an und es war sehr beruhigend, bei dem schwierigen Manoever einen erfahrenen Segler an Bord zu haben.
Jetzt sind wir happy an einem guten Platz und bald heben wir Pitufa fuer Reparaturen heraus.
2014
02
May
Was für ein Tag…
Seit einigen Tagen bereitet uns eine ploetzliche Veraenderung im Wetterbericht Bauchweg: Statt der vorhergesagten stetigen Suedostpassatwinde, zeigte das Bild ploetzlich Starkwind aus NW just zur Zeit unserer Annaeherung an Tahiti. Starker Wind auf die Nase in einem motorlosen Boot bei Navigation nah am Land sorgte uns ziemlich. Also waren wir happy, als uns gestern starker Wind kraeftig Richtung Ziel schob (trotz der meterhohen Wellen, die es sogar ein paar mal schafften ins sonst trockene Cockpit zu spucken…), aber der Wind hielt nicht lange an und bald torkelten wir wieder mit 3 bis 4 Knoten dahin. Heute Morgen holten wir deshalb den Gennacker (ein mehr als nerviges Leichtwindsegel) heraus und nach einer Stunde Arbeit flog die blaue Blase hoch auf und zog Pitufa mit 5 Knoten vorwaerts. Hurrah! Die Freude waehrte nur eine Stunde und endete mit einem aprupten WUUUUUSCH, als eine Naht in der Mitte des duennen, alten Segels aufriss. Schnell runter mit dem Mistding und in uns erem Vorwaertsdrang holten wir gleich die Naehmaschine heraus, um das Problem zu flicken. Das Naehen selbst dauerte nur etwa 15 Minuten, die restlichen 3 Reparaturstunden verbrachten wir damit, Nadeln, Oberfaden, Unterfaden, Fadenspannung, etc. zu wechseln, weil unsere Pfaff offensichtlich keine Freude daran hatte, durch das pickige Reparaturtape zu naehen, das wir vorher aufgebracht hatten… Am Ende dieses Scheisstags waren wir fertig und trauten uns kaum einen neuen Wetterbericht anzusehen. Aber – Ueberraschung: der NW Wind wurde abgesagt! Es scheint, dass Einsatz und harte Arbeit doch vom Universum belohnt werden
2014
30
Apr
Die halbe Distanz geschafft
Nach einem schnellen Start sind wir gestern in unangenehmes Wetter geraten, mit Windrichtungsaenderungen, Squalls, Regen und dementsprechend viel Manoevern. Wir hatten sogar die Chance eine Flaute mit noch hoch stehenden Wellen zu erleben – sehr lustig, wenn man mit flappenden Segeln herumtorkelt und keine Versuchung besteht, einfach den Motor einzuschalten und ein paar Stunden zu motoren. Jetzt wissen wir, wie Segeln in den guten alten Zeiten funktionierte
Heute ist das Wetter wieder sonnig mit einer Brise, somit sind wir zurueck in unserer Bordroutine: viel kochen und essen, lesen, Leeloo unterhalten und hoffen, dass die Reise ereignislos weitergeht.
2014
28
Apr
Bomben im Paradies
Heute haben wir Mururoa passiert, ein Atoll auf dem die Franzosen bis in die 90er Atomtests durchfuehrten. Das niedrige Atoll wurde erst sichtbar, als es wenige Meilen suedlich von uns lag. Es war ein gruseliges Gefuehl, so nah an einem Ort zu sein, den die Menschheit so grausam missbraucht hat.
2014
26
Apr
Auf dem Weg nach Tahiti
Der Wetterbericht aenderte sich gestern komplett also entschieden wir uns loszusegeln, anstatt noch weitere ruhige Tage in Onemea zu verbringen. Unsere Freunde, mit denen ausgemacht war, dass sie uns abschleppen wuerden, konnten so spontan nicht vorbeikommen, aber die Crew eines amerikanischen Katamarans, die am Vortag n eben uns geankert hatte, zoegerte nicht uns zu helfen und somit schleppten sie uns um 10 Uhr aus der Bucht. Wir waren etwas nervoes, aber alles lief glatt und jetzt sind wir auf dem Weg nach Tahiti. Wir segeln nicht schnell, aber recht komfortabel dahin – genau der richtige Start nach 5 Monaten im geschuetzten Archipel!
2014
23
Apr
Warten
Wir sind immer noch in unserer kleinen Bucht Onemea und warten auf die Ankunft des Pakets aus Tahiti. Waehrend der starken oestlichen Wi nde letzte Woche war hier einiges los, weil 4 andere Boote sich zu uns in die geschuetzte Bucht quetschten. Es gab Einladungen zum Abendessen und sogar eine kleine Strandparty, genau das richtige, um uns von unseren Motorproblemen abzulenken. Jetzt hat der Wind sich ausgeblasen und wir haben unsere Bucht wieder fuer uns alleine. Wenn wir uns aussuchen haetten koennen, wo wir ohne Motor festsitzen muessen, haetten wir uns genau diesen Ort hier ausgesucht: das Meer ist ruhig wie ein See, die bewaldeten Haengen spiegeln sich im Wasser und nach einem Regenschauer und im Morgentau duftet die Insel wie ein Hustenzuckerl herueber. Mittlerweile hat sich wieder unsere Buchtroutine eingespielt. Fruehmorgens wird Waesche gewaschen und Brot gebacken, damit’s zum Fruehstueck warmes Brot gibt. Leeloo ist so ganz ohne Wind und Nachbarn rundum happy und kugelt tagsueber auf Deck herum und geniesst die Sonne. Die ruhigen Bedingungen sind auch ideal fuer Ueberfahrtsvorbereitungen (Algen und Muscheln vom Rumpf schrubben, Rigg checken, etc.) und Wartungsarbeiten (z.B. heute hat das Bimini neue Reissverschluesse bekommen, ein Job fuer unsere unzerstoerbare Pfaff Naehmaschine).
2014
18
Apr
Planänderung
Im letzten Jahr hier haben wir viele Boote mit Schaeden nach der langen Ueberfahrt ankommen sehen, hatten Freunde, die ewig auf Ersatzteile warteten und hoerten von Booten, die mit gebrochenem Ruder/Mast/etc. nach Tahiti hinkten. Wir gratulierten uns immer zu unserem Glueck, denn Pitufa schien immun gegen solche Uebel, doch jetzt hat auch uns das Pech erwischt: auf dem Weg in unsere Lieblingsbucht haben wir eine Leine in den Propeller bekommen und das Wellenlager beschaedigt. Das heisst, das wir den Motor nicht mehr verwenden sollen, damit kein weiterer Schaden entsteht und anstatt zu den abgelegenen, unberuehrten Tuamotus zu segeln, muessen wir jetzt direkt auf dem schnellsten Weg nach Tahiti und das Boot fuer Reparaturen kranen. Ironischerweise muessen wir vorher noch auf ein Paket warten, das mit dem Versorgungsschiff naechste Woche aus Tahiti kommt. Somit haben wir einiges an Zeit und Geld verschwendet, nur damit wir das Packl dann dorthin zurueckkarren duerfen… Glueckl icherweise haben wir Bekannte in Tahiti, die schon mit dem Organisieren der Reparaturen helfen und Cruiserfreunde hier, die uns beim Hinausmanoevrieren ohne Motor helfen werden (nicht ganz einfach wegen der vielen Riffe). Ein Werftbesuch war ohnehin wieder einmal faellig, er wird halt etwas frueher als erwartet passieren und die Tuamotus sind auch nach den Reparaturen sicher noch da, somit bedeutet der Unfall eine erzwungene Planaenderung, aber nicht das Ende der Welt.
2014
04
Apr
New photo album: Motu Kouaku
Motu Kouaku, Iles Gambier
Im (südl.) Frühherbst verbrachten wir ein paar Tage ganz allein bei diesem Motu im Südosten. Es wurde ganz schön schaukelig weil hohe Dünung hereingedrückt wurde und dann noch eine Front über uns weg zog. Wir haben es ausgesessen und wurden mit einem weiteren glitzernden Tag im Farbenrausch belohnt. Kouaku liegt zwar nur ein paar Meilen S von Tauna, sieht aber recht unterschiedlich aus. Nur robustes Gebüsch, Pandanen und eine handvoll von Kokospalmen wachsen hier. Es ist mehr als 1km lang und hat Puderzuckerstrände. Genau wie Tauna ist es unbewohnt und ein Vogelnistrefugium.
(34 Fotos)
2014
01
Apr
Hexenkessel
Wir geniessen unseren abgelegenen, einsamen Ankerplatz am Motu Kouaku, obwohl eine schwache Front gestern ueber uns hinweggezogen ist. Sie brachte weder viel Regen, noch starken Wind, aber die Windrichtung drehte innerhalb von 24 Stunden um 360 Grad herum. Nachdem unser Ankerplatz nur von Sued und Ost geschuetzt ist, baute sich eine unangenehme Windsee auf. Wir wurden ziemlich durchgeschuettelt, es war aber keine gefaehrliche Situation. Wir bauten unseren Heckanker in eine Bahamian Mooring um und nachdem die Front durch war, wieder zurueck zu einem Heckanker. Es kommt immer noch eine hohe Duenung in die Lagune und maechtige Brecher bauen sich ueberall dort auf, wo Riffe in die Hoehe ragen. Die Unannehmlichkeiten wurden durch einen unglaublich langen, bunten Sonnenuntergang wieder wettgemacht, da uns das Ende der Front genau zur richtigen Zeit am Abend erreichte.
Es scheint, dass wir von den ueblicherweise ruhigen, geschuetzten Ankerbuchten der Gambier zu sehr verwoehnt wurden. Bevor wir uns zu den Tuamotus aufmachen, kommt uns das Training hier gerade recht.




