deen

2020
17
Nov

Gemütlicher Trip

Wir sind gemütlich vor dem Wind unterwegs. Die Brise reicht nur für etwa 4 Knoten Geschwindigkeit, aber wir beschweren uns nicht. Gerade segeln wir durch einen kleinen Squall, es schüttet, aber die Sonne scheint und wir segeln durch ein Regenbogentor :-) Noch 175 Seemeilen!

2020
16
Nov

Unterwegs nach Tahiti

Die Pläne von Seglern sind immer im Sand geschrieben und das Wetter und andere äußere Umstände ändern sie ständig. Wir sind heute früh durch den Pass von Tahanea gefahren mit dem Ziel Tubuai (Austral Inseln). Als wir das Vorsegel ausgerollt haben, haben wir gesehen, dass die Liekleine die Hinterkante des Segels durchgescheuert hat – hart am Wind könnten wir das Segel somit nicht richtig trimmen und würden außerdem mehr Schaden anrichten. Wir haben deshalb den Kurs Richtung Tahiti geändert, das können wir vor dem Wind erreichen. Ich geh dort zum Zahnarzt (eine lose Plombe reparieren), dann holen wir die Nähmaschine heraus, reparieren das Segel und düsen mit dem nächsten Wetterfenster weiter zu den Austral. Wir werden nur für die notwendigsten Wege an Land gehen – die Covid-Rate explodiert gerade in Papeete… 255 Seemeilen bis Tahiti!

2020
16
Nov

Unser neuer Rutland Windgenerator

Unser alter Rutland Windgenerator verstarb nach 11 Jahren treuen Dienstes im letzten April auf den Gambier Inseln, als wir es verabsäumten ihn während eines 60 Knoten Squalls festzubinden (ein blöder Fehler, aber der Wetterbericht hatte nichts so Starkes vorhergesagt, es war mitten in der Nacht und als wir endlich aufstanden, und ihn bei Regen und Sturm mit einem Lasso einfingen, war es schon zu spät…).

Wir mochten den Rutland sehr, weil er klein ist und sehr leise – nichts schlimmer als die heulenden Monster, die manche Segelboote am Heck haben. Obwohl er nicht allzu viel Energie produziert, hilft er nachts doch konstant mit und an grauen, windigen Tagen bewahrt er uns davor, den Motor einschalten zu müssen, um die Batterien zu laden. Wir haben deshalb das Nachfolgermodell 914i gleich wieder bestellt, letzte Woche ist er endlich angekommen und jetzt brummt er schon brav auf unserm Geräteträger!

2020
15
Nov

Ein Squall nach dem anderen

In Tahiti ist die Covid Situation jetzt ähnlich schlimm wie in Europa. Anfangs bemühten sich die Leute sehr um Vorkehrungen, doch dann brachten die internationalen Flüge einfach zu viele Fälle ins Land (interessanterweise waren’s hauptsächlich Politiker und administratives Personal, die Covid-positiv ankamen…)

Es gibt jetzt eine nächtliche Ausgangssperre in Tahiti und Moorea, aber der Verkehr zwischen Inseln läuft uneingeschränkt und somit werden auch immer mehr Fälle von abgelegenen Inseln gemeldet. Sehr besorgniserregend…

Wir haben das (leicht touristische) Fakarava vorgestern verlassen. Die 50 Seemeilen zum (unbewohnten) Tahanea waren länger (wir mussten 6 mal aufkreuzen) und rauher als erwartet. Wir haben einen Squall nach dem anderen hart am Wind geritten und sind erst um Mitternacht angekommen. Ohne Mond war’s stockdunkel und es war leicht aufregend Pitufa mit 3 Knoten einlaufender Strömung durch den Pass zu steuern…

Als Belohnung für den sportlichen Segeltag haben wir gestern beim Schnorcheln gleich 3 Mantarochen getroffen :-)

We left (slightly touristy) Fakarava yesterday and the 50 nm to (uninhabited) Tahanea turned out to be longer (we had to tack 6 times) and rougher than expected. We were riding one squall after the other and reached Tahanea at midnight. Steering through the pass in a moonless night with 3 knots of ingoing current was a bit exciting…

2020
08
Nov

Mein historischer Roman

Ich hab gerade einen historischen Roman über die Tahitianischen Frauen, die von den Meuterern der Bounty verschleppt wurden, bevor sie sich ein Versteck im Pazifik gesucht haben. Das Thema ist allseits bekannt und wurde dutzende Male beschrieben/verfilmt, aber mein Buch erzählt die historischen Ereignisse frech und modern aus der Sicht der Frauen.
Das Schreiben war der leichte Teil (nur 2 Jahre Arbeit und 120.000 Wörter), jetzt kommt der schwierige Teil: einen Verlag in Australien, US oder UK finden ;-)

2020
05
Nov

Jäger und Sammler…

An einigen abgelegenen Gegenden Französisch Polynesiens gibt es noch eine eine Fülle von Fisch, Krabben und Muscheln an den Riffen und Kokoskrabben auf den Inseln. Die Ressourcen von solch winzigen Ökosystemen sind aber sehr begrenzt und Überfischung bzw. übermäßiges Bejagen wird gleich zum Problem, wenn Einheimische ohne Gedanken an Nachhaltigkeit Beutezüge machen.

Viel zu oft verfallen auch Cruiser in diese Jäger und Sammler Mentalität und genießen das ‘wilde Leben’. Sie bedienen sich nicht nur an der Natur, sondern füllen auch noch ihre Gefriertruhen an ‘weil es gar so viel gab’. Können wir uns nicht einfach an Wildtieren erfreuen, speziell in dem Wissen, dass sie schon überall ausgerottet werden?

Auch wenn man ‘nur eins’ nimmt — pro Jahr kommen hunderte Jachten durch dieses Gebiet und man stelle sich die Auswirkungen vor, wenn jede Crew nur einen Zackenbarsch, nur eine Languste und nur eine Kokosrabbe erlegt. Es ist so viel schöner an einem Riff schnorcheln zu gehen, wo sich die Fische nicht in Panik vor Menschen verstecken…

Polynesier sind wunderbar großzügig, aber es empfiehlt sich dankend zu verneinen (und zu erklären warum), wenn man winzige Kokoskrabben oder weibliche Langusten angeboten bekommt.
Am besten ist es nur Fotos mitzunehmen und nur Fußabdrücke zu hinterlassen, damit auch jene, die in unserem Kielwasser segeln noch Wildtierbegegnungen genießen können!

Coconut crab

2020
05
Nov

Schutz von Seevögeln

Uns sorgen die schwindenden Vogelpopulationen in Französisch Polynesien sehr. Einheimische brennen Inseln nieder, um noch mehr Kokosplantagen anzulegen, aber auch Segler vertreiben durch gedankenloses Verhalten die Wildtiere von den letzten verbleibenden ‘wilden’ Motus.

Cruiser, die das Glück haben, vor einem dieser Motus mit Büschen, Laubbäumen und kreisenden Vögeln zu ankern, sollten nur mit Vorsicht auf Erkundung gehen: Rotfußtölpel, Fregattvögel, Noddie-Seeschwalben und Feenseeschwalben bauern ihre Nester auf Ästen. Folgen einem winzige, neugierige Spatzen-ähnliche Vögelchen, dann hat man seltene, endemische Tuamotu Strandläufer entdeckt…

Weißbauchtölpel, Maskentölpel und Tropikvögel nisten am Boden, sind deshalb am verwundbarsten und von den meisten Orten schon verschwunden. Nur winzige Kolonien mit Eilseeschwalben und Russ-Seeschwalben verbleiben noch.

Wenn man vor einem Vogelmotu ankert sollte man…
- keine Feuer an Land anzünden
- keine Beachparties veranstalten
- Hunde nicht laufen lassen
- nicht Kite-surfen gehen.

Ein harmloser Strandspaziergang kann Elterntiere lang genug verscheuchen, um für ein kleines Küken tödlich zu enden…

Junge Tölpel sind sehr neugierig und stürzen sich mit Begeisterung auf Fischköder. Wenn solche in der Luft sind, sollte man die Leine am besten sofort einrollen!

Mehr Info zur Vogelwelt Polynesiens auf der Seite der Ornithologengesellschaft www.manu.pf

Brown Booby

2020
04
Nov

Gute Infrastruktur in Fakarava

Wir bleiben meist nicht sehr lang in Fakarava, weil es eines der größten Atolls ist (und somit sind die Wege zu geschützten Ankerplätzen sehr weit, wenn der Wind dreht) und es ist ein bissl zu viel los für unseren Geschmack (Tauchtouristen, Charterkatamarane), aber wir müssen zugeben, dass es wirklich ein sehr praktischer Ort ist: Das Versorgungsschiff kommt jeden Mittwoch und die Supermärkte haben ein großes Sortiment, lokal angebautes Gemüse ist erhältlich, beim Yachtservice gibts gratis Internet und man hat im ganzen Atoll Handyverbindung…
Heute bringt das Versorgungsschiff hoffentlich unser lang erwartetes Paket. Ein Dinghy, ein Windgenerator, Schaumstoff für ein neues Sofa, Stoff für Salonbezüge und Katzenfutter für Leeloo!

2020
25
Oct

Katzensorgen

Wir haben uns schlimme Sorgen gemacht, als Leeloo vor fünf Wochen plötzlich eine Blutung im Glaskörper ihres linken Auges hatte – gerade nachdem wir in den Tuamotus angekommen waren… Wir versuchten eine Ferndiagnose von verschiedenen Vets zu bekommen und bestellten Medikamente zum Senken des Augendrucks aus Tahiti. Nach einem Dutzend Telefonanrufen bei Vets, Apotheken, eine Geldüberweisung auf der Post und einem Tag Warterei am Flughafen hatten wir die Tropfen, aber würden sie ihr helfen? Weitere Blutungen folgten, das Auge wurde blind, aber Leeloo hat sich wieder erholt. So ein geriatrisches Crewmitglied ist ein ganz schöner Aufwand, aber glücklicherweise ist sie ein zähes, altes Mädel…

2020
19
Oct

Zurück im Dorf

Bei unserem zweiten Besuch im Dorf haben wir schon das Gefühl, die meisten Gesichter zu kennen (kein Wunder, es wohnen auch nur 65 Leute hier) und wurden wie lang vermisste Freunde begrüßt. Wir haben mit dem Bürgermeister und dem Polizisten gesprochen, ihre Bemühungen die unberührten Motus zu schützen noch einmal gelobt und versucht einen Eindruck zu vermitteln, wie rar und wertvoll solche Wildnis mittlerweile ist (nachdem die Leute hier kaum reisen, wissen sie ja nicht, dass auf anderen Atollen gar keine Natur mehr übrig ist…).

Dann haben wir in der Schule eine kleine Präsentation über einheimische Tierarten und die Verwundbarkeit eines so winzigen Ökosystems gegeben. Die Kinder waren super nett und interessiert (eine Klasse für 5 bis 10jährige), wir bekamen viele Ahs und Ohs bei jedem Vogelfoto – sie kannten aber nur die am meisten verbreiteten Arten und wir haben die Namen für die selteneren Spezies zusammen gelernt (Französisch, Tahitianisch und Paumotu).
Dann gings weiter mit der Rolle von Bäumen auf Korallenatollen. Glücklicherweise gibts hier noch einige Motus mit Wald, der noch nicht niedergebrannt und in Palmplantagen umgewandelt ist. Keine Bäume heißt kein Kompost und kein Platz für Nester, ohne Vögel kein Dünger für die Motus und fehlende Nährstoffe für Korallen, ohne Korallen keine Fische, ohne Fische kein Essen. Ich glaube die (sehr vereinfachte) Moral von der Geschicht, ist hängen geblieben ;-

2020
17
Oct

Gemischte Gefühle

Wir sind jetzt drei Wochen hier und unsere Eindrücke sind etwas gemischt. Wir haben uns sehr gefreut, 50 nistende Weißbauchtölpel Paare zu finden (mehr als irgendwo sonst in den Tuamotus, was an sich traurig ist) und einige endemische Strandläufer. Die meisten der kleinen Motus in der Biosphäre haben nur Büsche und Bäume als Vegetation, aber auf einigen wenigen wurden doch irgendwann Kokospalmen gepflanzt und dort haben wir Überreste von Copra-Camps gefunden (verbrannte Bäume und Plastikmüll)…

Bei unserem Besuch im Dorf wurden wir superfreundlich empfangen und hatten den Eindruck, dass die Leute sehr nett mit ihrer heimischen Fauna umgehen: eine zahme Schildkröte und zwei Ammenhaie bettelten uns im Hafen um Fischreste an und Eilseeschwalben hüpften uns praktisch auf die Hand. Doch als wir dann den Pass schnorchelten, waren wir erst von den gesunden Korallen begeistert, fanden dann aber Schildkröten und Haie in den Fischreusen, die beide Seite des Passes absperren. Fischreusen sind nie toll für ein kleines Öko-System, weil Fische in großen Mengen herausgespeert werden (meist für den Export nach Tahiti), was kaum als nachhaltige Nutzung funktionieren kann. Die Einheimischen haben uns versichert, dass Schildkröten und Haie als Beifang wieder freigelassen werden, aber warum würden sie die Fallen dann mit so großen Eingängen bauen?

2020
03
Oct

Brauen an Bord

Ich bin sicher, dass wir schon öfter unsere Brauexperimente erwähnt haben, aber nachdem nachgefragt wurde und auch vor kurzem ein Artikel von uns Thema in Cruising World war, hier wieder einmal ein Blogeintrag über unsere Blubbeleien:

Alkohol ist im Südpazifik sehr teuer, somit brauen viele Einheimische ‘Komo’ (Zuckerwasser mit Germ, so haben auch wir vor Jahren angefangen…). Polynesier hier verwenden Bäckerhefe und die Resultate sind stark, haben aber einen typischen Geruch nach alten Socken oder stinkigen Schuhen. Die Lösung für dieses Problem ist im Online Shop erhältliche Weinhefe (z.b. brouwland.be oder holzeis.at).
Für uns gehts nicht nur darum Geld zu sparen, sondern auch Platz: wir bleiben gern lang an abgelegenen Orten und dort gibts natürlich weder Supermarkt noch Strandbar, wir wollen aber trotzdem nicht auf unsere Sundowner (Drink beim Sonnenuntergang) verzichten, somit ist Boots-Brauen ideal für uns.

Fruchtsaft fermentieren ist am einfachsten und wenigsten aufwändig:
Einfach einen Liter 100%igen Saft (Apfel, Trauben, etc, aber ohne Süßstoffe!) in einen Container füllen, 1 l Wasser, 1 Tasse Zucker und 1/2 Teelöffel Weinhefe hinzufügen und gut schütteln. Mit Gärspund (oder nicht ganz zugeschraubtem Deckel) einige Tage stehen lassen und regelmäßig probieren: wenn er nicht mehr süß ist und nicht mehr sprudelt, ist er fertig. 6 Halbliterflaschen sterilisieren, je einen halben Teelöffel Zucker in die Flaschen geben (für eine zweite Fermentierung) und den Saft einfüllen. Schütteln, 2 Wochen warten und einen leichten, spritzigen ‘Sekt’ genießen – Prost!

Christian will nicht auf sein Bier verzichten, aber richtig Brauen wäre zu kompliziert, somit kaufen wir fertige ‘Beer kits’, die einen Sirup und Hefe enthalten.
Dazu braucht man
1 beer kit (z.b. Muntons Export Pilsener, 1,8kg)
1 großen Container (23 l)
23 Literflaschen oder besser 46 Halbliterflaschen (wir verwenden Colaflasche, der einzige Grund, warum wir das Zeug manchmal kaufen ;-) )
1 Gärspund (für den großen Container)
Desinfektionsmittel zum Flaschen und Schläuche desinfizieren (Babyflaschendesinfektion, oder ein spezielles Mittel vom Braushop)
Genug Geduld, um 3 Wochen Wartezeit zu schaffen ;-)

2020
30
Sep

Nachtrag zum Thema Wildnis

Wir haben auf den gestrigen Blogeintrag einen Kommentar von Joachim (SY Atanga) bekommen (können wir ohne Internet nicht freischalten), der sinngemäß besagt, dass nur strikte, von der Regierung verordnete Ankerverbote das Problem lösen würden. Weiters die Frage, warum wir meinten, dass unser Besuch die Vogelkolonien nicht auch störe und warum wir uns nicht für den Schutz derselben einsetzten.

Hier deshalb ein Nachtrag zum Thema, um mehr Details und Hintergrund zu bieten:

Wir sind sehr darauf bedacht, dass unsere Anwesenheit keinen Störfaktor darstellt, beobachten aus der Ferne mit Feldstecher und Tele-Ojektiv. Viele andere Cruiser sind natürlich auch naturbewusst, aber leider sehen wir allzu viele Gegenbeispiele. Rücksichtslose oder einfach nur gedankenlose Segler ankern in Korallen, jagen auf abgelegenen Motus Kokoskrabben und Langusten ohne einen Gedanken an den Schutz dieser gefährdeten Arten oder gar nistende Vögel zu verschwenden. Wir haben gesehen, wie andere Crews ihre Hunde herumlaufen lassen, während ihre Kinder lärmend spielen und dann noch ein Lagerfeuer anzünden. Andere verbringen Tage am Strand und im seichten Wasser beim Kitesurfen. Das ist auf 95 % aller Motus in den Tuamotus auch völlig okay und kein Problem, da auf ‘gereinigten’ Motus mit Kokosplantagen ohnehin keine Tierwelt lebt, die man stören könnte. Auf den wenigen, verbliebenen Vogelmotus mit Laubbäumen und Büschen ist ein solches Verhalten aber nicht angebracht. Sogar ein harmloser, sicher nicht böse gemeinter Strandspaziergang kann für Küken tödlich enden – ein junges Maskentölpel-Küken, das ohne Schutz der Eltern auf dem heißen Sand in der prallen Sonne sitzt, stirbt binnen 15 Minuten. Bodenbrütende Arten (z.B. Weißbauch- und Maskentölpel, Tropikvogel, Russ-Seeschwalben) sind mittlerweile fast überall verdrängt worden.

Wir bemühen uns, Cruiser zu informieren, hängen Info-Zettel zum richtigen Ankern auf, schreiben Artikel und wenden uns direkt an Ankernachbarn (was uns nicht nur Freunde verschafft). Wir sind wie Joachim der Meinung, dass nur ein komplettes Zutrittsverbot (das leider dann alle trifft, auch Naturschützer) den notwendigen Schutz bringen würde. Die Kernzone eines Biosphären-Reservats (wie in der Commune von Fakarava, Aratika, Kauehi, Raraka, Niau, Toau und Taiaro) soll genau das bewirken, nämlich dass solche Motus völlig in Ruhe gelassen werden – theoretisch hat niemand Zutritt. Leider wird dies zu wenig exekutiert, bzw. nur teilweise und auf eher missverstandene Art (so wie wir davon abgehalten wurden, in Aratika über ein geschütztes Eck der Lagune zu segeln…). Weder in Fakarava, noch Aratika scheinen sich die Einheimischen an Verbote zu halten.

Es sind nämlich nicht nur Cruiser, die Schaden anrichten, die einheimische Bevölkerung zeigt oft noch weniger Umweltbewusstsein. Kopra-Arbeiter brennen nach wie vor Waldmotus ab, schleppen mit ihren Säcken Ratten und Nonos ein und stehlen sogar Eier und Küken. Boote besuchen geschützte Motus, um Kokoskrabben und Langusten (teilweise im große Stil für den Export) zu sammeln. Cruiser, die sich mit Kopra-Arbeitern anfreunden, werden oft eingeladen, bei diesem ‘traditionellen Lebensstil’ mitzumachen. Es stimmt, die Paumotu (Bewohner der Tuamotus) haben immer schon gejagt und gesammelt, früher belegten allerdings die Dorfältesten bestimmte Gegenden oder Arten zwischendurch mit einem Rahui (Bann, Verbot), sodass der Fortbestand gesichert war. Mit dem Kulturverlust der mit dem europäischen Einfluss einher ging, wurde diese Tradition leider fast überall vergessen.

Die Regierung sollte am besten die Tradition des Rahui wiederbeleben, oder mit modernen Regeln ersetzen. Die Bevölkerung muss aufgeklärt und informiert werden. Unglücklicherweise hört man aus Tahiti wenig zum Thema Umweltschutz und die Gesetze, die es gibt (Verbot Schildkröten zu jagen, Biosphären Reservate, etc), werden nicht umgesetzt.

Wir bemühen uns seit Jahren hier aktiv um Naturschutz, informieren Te Mana o te Moana (Organisation in Moorea) und senden Berichte an die Ornithologengesellschaft (SOP Manu, das ist auch der Grund für unseren Besuch hier). Wenn immer wir schützenswerte Motus auf Atollen finden (es gibt nur eine Handvoll unberührte Natur auf all den 78 Inseln des Archipels…), wenden wir uns an Verantwortliche (Bürgermeister, Lehrer, Schuldirektoren) um das Bewusstsein für Naturschutz zu stärken/wecken. Manchmal bekommen wir positives Feedback – den Einheimischen ist oft gar nicht bewusst, dass Vogelmotus etwas Besonderes sind und dass so manches Verhalten die Wildtiere vertreibt. Auf die Seltenheit ihrer Waldmotus hingewiesen, reagieren sie mit Stolz und dem Willen, diese für kommende Generationen zu erhalten (wie z.b. in Raroia).
Leider ist die Reaktion auch oft negativ, wie im Falle des Naturjuwels Tahanea, um dessen Schutz wir uns Jahre bemüht haben. Nachdem dieses Atoll jahrelang unbewohnt war, hatten sich wieder viele Spezies angesiedelt. Seitdem wieder vermehrt Kopra dort gemacht wird, sehen wir jedes Jahr weniger brütende Paare. Wir haben uns and den Bürgermeister in Faaite gewandt, Umweltschutzorganisationen informiert und sogar das Umweltministerium bedrängt – leider ohne Erfolg, das Atoll gehört dem Nachbaratoll Faaite, die dürfen es rücksichtslos ausbeuten.

Wir sind nach wie vor auf der Suche nach unberührter Natur, werden oft enttäuscht, freuen uns aber umso mehr, wenn wir unberührte Motus finden, die geschützt werden (wie hier).

2020
29
Sep

Endlich Wildnis!

Wir sind derzeit in einem Atoll, das wir bisher noch nie besucht haben und wir haben uns in diesen Ort verliebt und schätzen uns glücklich, ihn gefunden zu haben…

Es war nicht leicht hierher zu kommen: wir mussten durch einen schwierigen, unkartografierten Pass navigieren und um eine Spezialerlaubnis anfragen, um die Lagune erkunden zu dürfen. Wir sind froh, dass wir diesen Aufwand betrieben haben, denn hier gibt es Dutzende unberührte Motus mit endemischer Vegetation und Vogelkolonien. Wir haben hier in zwei Tagen schon mehr Weißbauchtölpel (immer gefährdet, weil sie Bodenbrüter sind) gesehen, als in allen anderen Atollen der Tuamotus und wir hoffen noch endemische, bedrohte Arten zu finden, wenn wir die Lagune bei geeigneten Wetterbedingungen weiter erkunden können.

Nur eine Handvoll Einheimische leben hier und es verirren sich kaum je Besucher hierher, somit finden Wildtiere noch die Ruhe, die sie brauchen. Natürlich ist es für uns oberstes Gebot sie nicht zu stören und zu verschrecken, somit beobachten wir nur aus der Ferne. Nachdem wir nicht sicher sein können, dass auch alle Cruiser, die in unserem Kielwasser folgen denselben Respekt und die gleiche Vorsicht walten lassen, haben wir uns entschlossen, den Namen dieses Naturparadieses nicht in unserem Blog zu nennen.

2020
25
Sep

Langer Tag

Heute sind wir um 5 Uhr aufgestanden, über die Lagune von Aratika und beim Pass hinaus gesegelt. Der geplante Tagestrip bei Leichtwind (wie vorhergesagt) war wiederum schnelles, sportliches Segeln (wie schon von Fakarava herauf). Dieses Mal hatten wir allerdings nach einer sehr langen Durststrecke wieder Glück beim Fischen: ein großer Mahi-Mahi biss in den KÖder und wird uns jetzt 2 Wochen zu Gourmet-Mahlzeiten verhelfen :-)
Nach der Ankunft mussten wir noch einen Schwung Bier abfüllen – verrücktes Timing, aber es musste heute in die Flaschen. Jetzt sind wir völlig fertig.

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