Unseren letzten Sofabezug haben wir aus billigem Stoff aus Panama angefertigt und er wurde binnen kurzester Zeit fleckig und musste regelmäßig neu gemacht werden. Die Qualität des Schaumstoffs aus Tahiti war ebenfalls furchtbar. Jetzt, mit neuem Stoff und einer neuen Matratze wollten wir alles extra perfekt machen und haben den Seitenteil auf dem wir am öftesten sitzen (und bei rauhen Bedingungen schlafen) extra widerstandsfähig mit einem wasserdichten Kunstlederstoff bezogen. Einmal waren wir schon doof genug die Luke über dem Sofa auf einem Törn offenzulassen und natürlich hat eine Welle die Couch durchnässt, außerdem patzen wir gelegentlich mit Kakao und unsere ältliche Katze hat’s auch schon ein paarmal nicht auf den Boden geschafft, bevor das Futter wieder hochkam… Also besser Vorsicht als Nachsicht.
Das bestellte Kunstleder stellte sich als Pseudo-Alligator-Muster in Weiß heraus. Wir mussten die Matratze erst zuschneiden und dann mehrmals den Bezug beim Anprobieren aus und anziehen und fühlten uns wie beim Ringkampf mit einem extrem unkooperativen Albino-Alligator… Zwei Tage haben wir gebraucht, aber jetzt passt der Bezug!
2020
12
Dec
Ringkampf mit Albino-Alligatoren
2020
07
Dec
Superschönes Raivavae
Raivavae ist ein superschönes Inselchen: winzig, aber mit einer richtigen Bergkette, steilen Klippen und üppigen Hängen. The Lagune ist schiffbar, aber recht anspruchsvoll, weil sie seicht, aber trüb und voller Korallenköpfe ist. Wir sind recht stolz auf unsere Navigationskünste in korallenreichen Gewässern, aber beim Steuern zur Nordostecke fühlten wir uns wie in einem Minenfeld: links, rechts, überall Bommies (Korallenköpfe), die bis fast an die Oberfläche reichen, im trüben Wasser aber erst in letzter Sekunde auftauchen.
Wir ankern jetzt auf einem sandigen, aber kleinen Fleck (mit Bojen auf der Kette, um sie nach oben zu halten) vor dem Motu von Freunden (Cruiser müssen erst um Erlaubnis der Besitzer fragen, bevor sie bei einer Insel ankern!). Ein schöner Platz für eine Woche freiwillige Quarantäne!
Unterwegs ist die Wassertemperatur um zwei Grad gefallen, aber hier in der Lagune hat’s wieder 29 Grad wie in Tahiti. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum die Korallen hier fast komplett abgestorben sind. Es gibt irrsinnig viele Bommies, also ein Zeichen, dass die Korallen hier früher gediehen sind, aber das muss schon eine Weile her sein. Sehr traurig.
2020
05
Dec
Arrived in Raivavae
We reached Raivavae this afternoon with the gennaker pulling us along in a light breeze. What a view! Raivavae’s a seriously pretty little island ![]()
Only one other sailboat’s here, we called the gendarmerie on VHF 16, let them know that we’ve arrived from Tahiti and will remain in quarantine on the boat for a week.

2020
05
Dec
Angekommen in Raivavae
Wir haben Raivavae heute Nachmittag in einer leichten Brise mit unserem Gennaker erreicht. Was für eine Aussicht! Raivavae ist eine unglaublich schöne, kleine Insel ![]()
Nur ein weiteres Segelboot ist schon hier. Wir haben die Gendarmerie auf 16 gerufen, ihnen mitgeteilt, dass wir von Tahiti ankommen und eine Woche Quarantäne an Bord machen werden.

2020
04
Dec
Langsames Schönwettersegeln
Gestern haben wir den Gennaker aufgezogen und es schaut so aus, als ob wir ihn heute wieder brauchen werden. Die Brise ist seehr leicht. Noch 33 Seemeilen!
2020
03
Dec
Wenig Wind
Die Vorhersage zeigt leichteren Wind. Hoffentlich lässt er uns nicht ganz im Stich. Noch 137 Seemeilen.
2020
03
Dec
Proviant aus Tahiti
Der schnelle Ritt geht weiter. Wir haben noch keinen Fisch, aber der Kühlschrank ist voll mit Einkäufen aus Tahiti: zu Mittag hatten wir einen Salt mit Schinken (für Christian), mit Feta (für mich) und Feta und Schinken (ganz ohne Salat) für Leeloo ![]()
Noch 220 Seemeilen!
2020
02
Dec
Die Meilen ticken herunter
Bei 15 Knoten Ostwind und stetigen Bedingungen rauschen wir mit 6 bis 7 Knoten dahin. Die Wassertemperatur ist schon von 29.1° C auf 28.3° gefallen. Noch 269 Seemeilen!
2020
01
Dec
Richtung Australinseln
We motoren gerade beim Pass südlich der Marina Taina hinaus – es weht keine Brise, aber der Wetterbericht meint es bläst mit 15 Knoten. Wir müssen erst aus dem Windschatten der hohen Berge von Tahiti weg… 390 Seemeilen bis Raivavae!
2020
29
Nov
Verdrecktes Tahiti
Der Propagandakrieg gegen Cruiser hier in Tahiti geht weiter. In einem Magazin (Tahiti Pacifique) haben wir gelesen, dass nach einem furchtbaren Unfall (ein Kind wurde direkt neben dem Segelboot der Eltern von einem Motorboot überfahren und getötet) nicht das Rasen in der Lagune kritisiert wird, sondern wiederum die Segler, weil sie in der Lagune ankern und somit ein Sicherheitsrisiko darstellen?!
Das große Ankerfeld vor der Marina Taina soll gewaltsam geräumt werden und gemäß eines Pamphlets des Hafenmeisters soll Ankern überall in Tahiti verboten werden. Cruiser verursachen angeblich Umweltverschmutzung, Schaden an Korallen und lungern in den Lagunen herum…
Letzte Woche hatten wir starke Regenfälle und Pitufa schwamm in einem Dreckteppich, der von den Bächen in die Lagune gespült wurde. Plastikflaschen, Plastiksäcke, Dosen, Flip-Flops, aber auch ein Flat-screen (wer hätte gedacht, dass die schwimmen?), Reifen, ein Motorradhelm (ohne Fahrer, wir haben nachgeschaut) und das Meer roch wie ein Kanal von den vielen übergelaufenen Sickergruben. Es ist so viel einfacher auf die Segelboote zu zeigen, als die vielen Umweltprobleme hier einzugestehen und anzugehen…
2020
29
Nov
Heiß und schwül
Als wir vor einer Woche in Tahiti angekommen sind, haben wir uns gleich in Projekte gestürzt. Nichts von unserer eigentlichen To-Do Liste (die lang genug ist), sondern unerwartete Sachen: zwei Tage Segelreparatur, ein voller Tag Aufmerksamkeit für unseren Kerosinherd, 2 Tage Klebereien an unserem brandneuen(!) Dingi (das verdammte Ding wurde beim Transport schwer beschädigt), dann haben wir noch duty-free Diesel besorgt, ein paar Arztbesuche (ich hatte seit einem Monat eine lockere Plombe, außerdem wollte ich meine Retina kontrollieren lassen, weil ich Blitze und einen Riss quer durch mein Gesichtsfeld gesehen habe–hat sich als harmlose visuelle Migräne herausgestellt–puh), Einkaufereien, jede Menge Internettereien, etc.
Jetzt wollen wir südwärts zu den Australinseln segeln, am Dienstag schaut’s nach gutem Wind aus. Hier in Tahiti wird es ordentlich heiß und schwül – die Regenzeit beginnt so richtig – und unsere Schiffskatze kommt mit der Hitze gar nicht zurecht (sie verliert dann ihren Appetit, erbricht ständig, weint viel), somit werden wir sie bei den Australinseln ‘einkühlen’, damit sie noch ein bissl länger frisch bleibt
2020
25
Nov
Fräulein Pfaff
Wir haben mehrere Meter Dacron Material organisiert (einiges von einem lokalen Segelmacher, nachdem alle anderen sich geweigert hatten Material zu verkaufen und einiges von Cruiser-Freunden — danke!), holten das Segel herunter, stopften es in den Salon und machten uns an die Arbeit. Das Foto ist nicht ganz realistisch, in Wahrheit musste Christian (hier hinter der Kamera) das Segel mit einer Hand hochhalten, mit der anderen den Fuß der Maschine hinunter drücken und mit der dritten gelegentlich dem überforderten Motor weiterhelfen… Unsere Nähmaschine Fräulein Pfaff (eine Pfaff 92 aus den 70ern) arbeitete sich mit vollem Einsatz durch mehr Schichten Segeltuchs als wir je für möglich gehalten hätten: wir brauchten eine Ahle, Segelnadeln und Handschuhe um die losen Fäden durchzustechen und zu verknoten…
Nach zwei vollen Arbeitstagen ist das Segel wieder einsatzbereit, aber es ist kein Wetterfenster in Sicht…
2020
25
Nov
Fräulein Pfaff
Wir haben mehrere Meter Dacron Material organisiert (einiges von einem lokalen Segelmacher, nachdem alle anderen sich geweigert hatten Material zu verkaufen und einiges von Cruiser-Freunden — danke!), holten das Segel herunter, stopften es in den Salon und machten uns an die Arbeit. Das Foto ist nicht ganz realistisch, in Wahrheit musste Christian (hier hinter der Kamera) das Segel mit einer Hand hochhalten, mit der anderen den Fuß der Maschine hinunter drücken und mit der dritten gelegentlich dem überforderten Motor weiterhelfen… Unsere Nähmaschine Fräulein Pfaff (eine Pfaff 92 aus den 70ern) arbeitete sich mit vollem Einsatz durch mehr Schichten Segeltuchs als wir je für möglich gehalten hätten: wir brauchten eine Ahle, Segelnadeln und Handschuhe um die losen Fäden durchzustechen und zu verknoten…
Nach zwei vollen Arbeitstagen ist das Segel wieder einsatzbereit, aber es ist kein Wetterfenster in Sicht…
2020
25
Nov
Glutenfreies Cruisen
Als Christian vor 5 Jahren gesundheitliche Probleme hatte, haben wir unsere Ernährung auf glutenfrei umgestellt und sind dabei geblieben. Am Anfang war das eine ziemliche Herausforderung: praktisch alle Rezepte, die ich im Internet gefunden habe, erforderten Zutaten, die es hier draußen nicht gibt. Ich hab herumexperimentiert und ein paar Basisregeln für glutenfreie Mehle herausgefunden:
- Maisstärke (erhältlich in Minimärten rund um die Welt) macht Teig fest und stabil
- Reismehl (gibts in größeren Minimärkten) macht Teig knusprig (ideal für Panier, Pizza und Fladenbrot)
- Tapioca Mehl (gibts in allen Minimärkten im pazifischen Raum) macht Teig klebrig und flexibel
- Buchweizenmehl (gibts hier leider nur in Tahiti) lässt Teig aufgehen und ist ideal für Brot
- Mandelmehl (gibts hier nur in Tahiti) ist der ideale Boden für Quiches und Tartes
Wenn wir in Tahiti sind, stocken wir unsere Vorräte an Luxusartikeln wie Kuchenmix, Lasagneblätter, Spaghetti und jede Menge Buchweizenmehl auf. Aber auch in abgelegenen Gebieten findet sich lokales Gemüse für glutenfreie Mahlzeiten:
Brotfrucht, Maniok, Iams, Süßkartoffeln und Taro sind toll in lokalen Rezepten (Einheimische fragen!), eignen sich aber auch hervorragend für ‘Fusion-Food’ wie Brotfruchtlasagne, Gnocchi aus Brotfruchtteig, Taro Gratin, Süßkartoffelgulasch – kreatives Kochen kennt keine Grenzen!
2020
25
Nov
Fräulein Pfaff
Wir haben mehrere Meter Dacron Material organisiert (einiges von einem lokalen Segelmacher, nachdem alle anderen sich geweigert hatten Material zu verkaufen und einiges von Cruiser-Freunden — danke!), holten das Segel herunter, stopften es in den Salon und machten uns an die Arbeit. Das Foto ist nicht ganz realistisch, in Wahrheit musste Christian (hier hinter der Kamera) das Segel mit einer Hand hochhalten, mit der anderen den Fuß der Maschine hinunter drücken und mit der dritten gelegentlich dem überforderten Motor weiterhelfen… Unsere Nähmaschine Fräulein Pfaff (eine Pfaff 92 aus den 70ern) arbeitete sich mit vollem Einsatz durch mehr Schichten Segeltuchs als wir je für möglich gehalten hätten: wir brauchten eine Ahle, Segelnadeln und Handschuhe um die losen Fäden durchzustechen und zu verknoten…
Nach zwei vollen Arbeitstagen ist das Segel wieder einsatzbereit, aber es ist kein Wetterfenster in Sicht…





