Unsere kleine Schiffskatze ist letzte Woche gestorben.
Ich sehe und höre sie noch überall. Unsere Tage waren so voller Katzenrituale: morgendliches Sonnenbaden und Streicheln auf Deck, regelmäßiges Aufwecken tagsüber, um ihr kleine Happen nachzutragen und um sie wachzuhalten (damit sie dann nachts nicht hellwach war), am Abend dann noch eine Weile ‘auslüften’ im Cockpit, bevor sie dann schon in den Salon voraus eilte, um auf ihre Couchtime zu warten (Stereostreicheln von zwei Seiten, während wir eine Serie oder zwei am Computer schauten).
Sie war die letzten zehn Jahre immer dabei, jetzt fühlt sich Pitufa furchtbar leer an.
Unser Leben drehte sich die letzten 21 Jahre um sie. Die Wahl unserer Häuser und Wohnungen in Graz, Stockholm und Cambridge wurde nach Katzenkriterien getroffen, auch die Entscheidung Cruisen zu gehen (anstatt anderweitig zu reisen) trafen wir auch, um unsere Leeloo bei uns haben zu können. Wir haben unsere Destinationen nach Katzenfreundlichkeit ausgewählt, sie nie für Heimreisen oder längere Landausflüge alleine gelassen – ein Haustier bedeutet viel Verantwortung und die haben wir gerne getragen.
In einem Haus in Europa mit einem Tierarzt in Rufweite, einem Zoofachgeschäft um sie täglich mit verschiedenen Geschmacksrichtungen zu versorgen (wir brachten Unmengen Katzenfutter im Fluggepäck mit, verdonnerten Gäste zu Übergepäck und bestellten letztes Jahr ein Paket aus den USA–aber es war nie genug) und einem Extra-Zimmer (am besten schalldicht, um unsere Nachtruhe abzusichern) hätten wir sie vielleicht noch ein weiteres Jahr durchbringen können. Vielleicht wär sie aber auch an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall gestorben – wir werden es nie wissen.
Wären wir andererseits in Österreich geblieben, wären wir beide berufstätig gewesen und Leeloo hätte ihre Tage allein verbracht, anstatt uns ständig um sich zu haben. Ich hätte ihr nicht alle paar Stunden mit ein paar Bissen Futter nachlaufen können und sie wäre schon lange verhungert, oder vielleicht vor Jahren von einem Auto überfahren worden…
Ich sag mir einfach, dass sie im Laufe ihres langen Lebens mehr Liebe und Aufmerksamkeit bekommen hat als 99% der Katzen auf diesem Planeten und vielleicht auch mehr als viele Kinder (gerade wenn man bedenkt, dass Kinder irgendwann erwachsen werden und ihr eigenes Leben führen.
Im Gegenzug füllte sie unser Leben mit Freude, Liebe und Schnurren. Sie hatte so viele kleine Geräusche in ihrem Repertoire: Breau, mrrrah, miep, müh – ich kann nicht glauben, dass sie nie wieder mit uns plaudern wird.
Leeloo hinterlässt ein schmerzendes, katzenförmiges Loch in unseren Herzen.
